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Hilfsaktion: Afghanen bauen auf Münchner Banu Initiative

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Vier afghanische Kinder stehen dank der Banu Initiative vor ihrem neuen Haus aus hellroten Ziegeln.
Für diese afghanische Familie konnte die Banu Initiative ein neues Haus bauen. © Banu Initiative

Vor 26 Jahren ist Gulalai Ghauss von Afghanistan nach München geflohen, seitdem unterstützt sie Familien in ihrer Heimat. Die brauchen ihre Hilfe jetzt mehr denn je.

München - Kinder, die den Tod ihrer Eltern mitansehen mussten, leben traumatisiert auf der Straße. Witwen, die ihren Mann verloren haben, wissen nicht, wie sie ihre Familie versorgen sollen. Eltern, die sich kein Essen leisten können, verkaufen ihre Kinder. Die Lage in Afghanistan ist seit Jahrzehnten extrem schwierig. Mit der Machtübernahme der Taliban Mitte August hat sie sich nochmals verschärft.

Münchnerin gründete Banu Initiative für Hilfe in Afghanistan

„Vor allem für Frauen und Kinder ist es eine Katastrophe“, sagt die Münchnerin Gulalai Ghauss. Die 50-Jährige ist selbst vor 26 Jahren aus Afghanistan geflohen. „Ich weiß, wie hart Krieg und Armut sind“, erklärt sie.

Deshalb gründete sie bereits kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland die Banu Initiative. Seither sammelt sie Spenden, um vor allem Frauen und Kindern in Afghanistan mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen.

Gulalai Ghauss, Gründerin der Banu Initiative.
Gulalai Ghauss ist Gründerin der Münchner Banu Initiative © Banu Initiative

So unterstützt die Initiative fünf Mädchen, die mitansehen mussten, wie ihre Eltern ermordet wurden. Sie lebten danach bei Verwandten, die jedoch selbst kaum Geld hatten. „Im Haus der Familie war es sehr eng und die Mädchen mussten unter einer Decke mit Jungen und Männern schlafen.“

Mithilfe von Spendengeldern konnten Ghauss und ihre Mitstreiterinnen ihnen eine eigene Wohnung mit Bad bauen lassen. Außerdem ermöglichten sie ihnen durch die Überweisung des Schul- und Fahrgelds den Besuch einer Schule. „Solche Geschichten gibt es tausende. Es tut gut, wenn ich weiß, dass ich zumindest ein bisschen helfen kann“, sagt Ghauss.

Für viele Frauen und Mädchen wird der Alltag in Afghanistan zur Gefahr

Durch die Rückkehr der Taliban ist die Not vieler Afghanen noch einmal gewachsen. „Die Lage ist sehr kritisch. Viele Menschen hausen in einfachen Zelten in Kabul. Vor allem für Witwen und minderjährige Mädchen ist das sehr bedrohlich, ohne einen männlichen Beschützter sind sie Übergriffen fast schutzlos ausgeliefert“, sagt Yesim Buldun, eine der zwei Mitstreiterinnen von Ghauss.

Die Banu Initiative würde daher gerne Unterkünfte für Frauen und Mädchen bauen. Zudem seien Lebensmittel und Heizmaterial knapp und teuer geworden, sodass aufgrund des bevorstehenden Winters dringend Hilfe nötig sei.

Benefiz-Veranstaltung in Pasing

Deshalb findet am Sonntag, 24. Oktober, eine Benefiz-Veranstaltung im Ebenböckhaus, Ebenböckstraße 11, in Pasing statt. Ab 11 Uhr wird die Initiative ihre aktuellen Projekte vorstellen. Anschließend gibt es ein Büfett und Live-Musik. Einlass nach 2G-Regeln. Anmeldung an info@banu-initiative.de oder unter 0177/699 74 16.

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