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Scharfe Kritik an Schließung des Eissportzentrums West für Öffentlichkeit

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Heuer ist kein öffentlicher Eislauf auf der Anlage an der Agnes-Bernauer-Straße mehr möglich.
Heuer ist kein öffentlicher Eislauf auf der Anlage an der Agnes-Bernauer-Straße mehr möglich. © andy

Das Eisstadion in Pasing darf künftig nur noch von Vereinen und Schulen zum Eislaufen genutzt werden. Das kritisieren Bürger und Lokalpolitiker und fordern ein Stadion für alle.

Pasing - Das Eissportzentrum West an der Agnes-Bernauer-Straße bleibt diesen Winter für die Öffentlichkeit geschlossen. Nur noch Vereine und Schulen dürfen dort eislaufen.

„Aufgrund gestiegener Vereinsbedarfe und insgesamt weniger Personal in den Eis- und Funsportzentren Ost und West mussten entsprechende Priorisierungen vorgenommen werden“, teilt die Sprecherin des Referats für Bildung und Sport (RBS), Julia Mayer, mit.

Dagegen regt sich nun erheblicher Widerstand. Mehrere Bürger hatten sich beim örtlichen Bezirksausschuss über die Regelung beschwert. Das Streichen des öffentlichen Eislaufs sei „absurd“ und enttäuschend.

„Nach dem eislauflosen Winter 2020/21 sollte den Bürgern – gerade den Kindern und Jugendlichen – ermöglicht werden, sich wieder freizeitsportlich zu betätigen“, schreibt einer.

Das offene Stadion sei eigentlich ideal für die Pandemie-Zeiten, denn unter freiem Himmel „ist eine Ansteckung beim kontaktlosen Eislaufen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen“.

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Stadion ist öffentliche Anlage - Kompromiss gefordert!

Der Bezirksausschuss stellte sich klar auf ihre Seite. „Wir sollten das nicht hinnehmen. Es ist eine öffentliche Anlage, die mit Steuergelder errichtet wurde“, ärgert sich Romanus Scholz (Grüne). Andreas Bergmann (Grüne) fragte sich sogar, ob das überhaupt rechtlich zulässig sei. Graciela de Cammerer (SPD) ergänze auf Hallo-Nachfrage: „Es gibt sowieso schon so wenige Möglichkeiten zum Eislaufen.“

Das RBS verweist auf das Eissportzentrum Ost in Ramersdorf und das Olympia-Eissportzentrum. Zudem werde Ende November das Prinzregentenstadion geöffnet.

Für de Cammerer sind das allerdings keine vernünftigen Alternativen: „Ich glaube auch nicht, dass die Leute aus Pasing-Obermenzing oder Laim in den Osten fahren.“ Man müsse einen Kompromiss finden. „Eine Kombination aus Vereinssport und öffentlichen Eislauf wäre angebracht.“ Das sahen ihre Kollegen genauso. Sie forderten einstimmig, die Öffentlichkeit wieder hineinzulassen.

Die Obermenzingerin Irmela Strohhacker kämpft schon länger für eine Alternative: Sie möchte eine Wiese im Würmgrünzug südlich der Blutenburg fluten, um natürliche Eisflächen zu schaffen.

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