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Angst vor Verkehrschaos und weniger Licht: Anwohner wehren sich gegen geplanten Neubau in Pasing

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Jutta Ruile lehnt die geplante Bebauung für die Brachfläche vor ihrem Fenster ab.
Jutta Ruile lehnt die geplante Bebauung für die Brachfläche vor ihrem Fenster ab. © Andreas Schwarzbauer

Bei Anwohnern und Bezirksausschuss gibt es breiten Widerstand gegen das geplante Neubauprojekt an der Gottfried-Keller-Straße nördlich des Pasinger Bahnhofs.

Pasing - Ein Verkehrs­chaos ohne Ende und weniger Sonnenlicht – diese Befürchtungen haben die Anwohner der Gottfried-Keller-Straße wegen des geplanten Neubaus auf der Brachfläche neben dem Pasinger Bahnhof. Deshalb haben sie bei der jüngsten Bürgerversammlung beantragt, dass der Eigentümer den gültigen Bebauungsplan einhalten soll.

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Geplanter Neubau an der Gottfried-Keller-Straße: Anwohner zeigen Widerstand

Auf der Fläche ist ein fünfgeschossiges Gebäude mit großen Einzelhandelsflächen für einen oder mehrere Supermärkte im Erd- und Untergeschoss geplant. In den oberen Etagen sind Studentenapartments mit 113 Betten und zwölf Wohnungen vorgesehen.

Dagegen wehren sich nun die Anwohner. „Es ist schon jetzt eine schwierige Situation. In Hauptverkehrszeiten reicht der Stau von der Offenbach- bis in die August-Exter-Straße zurück. Der Neubau würde zu einem absoluten Chaos führen“, sagt Anwohnerin Jutta Ruile. Wegen der Einzelhandelsflächen rechnet sie mit 100 zusätzlichen Fahrzeugen täglich. Zudem seien die kleinen Straßen rund um das Grundstück nicht für den Lieferverkehr geeignet.

„Wie sollen die großen Lastwagen denn zu dem Supermarkt kommen? An der Peter-Vischer-Straße parken auf beiden Seiten Autos. Und auch die Carossastraße ist zu schmal“, kritisiert Ruile. Außerdem sei ein Discounter an diesem Standort völlig unnötig. „Auf der anderen Seite des Pasinger Bahnhofs bekommt man doch alles.“

Angst vor Verkehrschaos und weniger Licht: Bezirksausschuss unterstützt Anwohner

Besonders ärgert die Pasingerin, dass der Eigentümer den gültigen Bebauungsplan nicht einhalten will, sondern eine höhere und dichtere Bebauung ohne den vorgeschriebenen Innenhof kommen soll. Die Lokalbaukommission habe die Befreiungen in Aussicht gestellt, hat der zuständige Bezirksausschuss jüngst verkündet.

„Das finde ich unglaublich. Ich verstehe nicht, dass man den Bebauungsplan einfach über Bord wirft“, sagt Ruile. Sie habe ihre Wohnung vor einigen Jahren auch wegen der geltenden Regeln für eine weitere Bebauung gekauft. Sollten auf dem Eckgrundstück nun fünf statt vier Geschosse kommen, befürchtet sie eine Verschattung ihrer angrenzenden Räume. „Dann habe ich überhaupt kein Licht mehr“, moniert sie.

Sollte ihr Antrag bei der Bürgerversammlung erfolglos sein, will Ruile Unterschriften gegen das Projekt sammeln. Unterstützung erhält sie vom Bezirksausschuss, der das Vorhaben in dieser Form ebenfalls ablehnte (siehe Kasten).

Bezirksausschuss sieht große Probleme

Dem BA macht vor allem die Baustelle Sorgen, denn für das Vorhaben müsse eine zwölf Meter tiefe Baugrube ausgehoben werden, so das Gremium. Das bedeute einen Aushub von 50 000 Tonnen Erde, die weggeschafft werden müssten. Für das Gebäude seien zudem 9000 Tonnen Beton notwendig. Die Politiker fordern daher ein Logistikkonzept für die Transport-Lastwagen – zumal der gesamte Bereich ein wichtiger Schulweg sei. Durch die nahe Pasinger Fabrik, den Nord-Ausgang des Bahnhofs sowie mehrerer Bushaltestellen herrsche dort ein reger Fußgänger- und Radverkehr, „der zu keiner Zeit gefährdet und behindert werden darf“. Ebenso wenig dürfe der Busbetrieb durch die Arbeiten beeinträchtigt werden. Ein weiteres Problem für die Viertelpolitiker: Zeitgleich sind am

Wensauerplatz der Abriss der „Hausmeistervilla“ sowie an der August-Exter Straße 3 ein weiterer Neubau geplant. Das ergebe „ein höchst komplexes Gesamtbild, das zwingend mit einer Vielzahl von Maßnahmen gelöst werden muss. Die Sicherheit der Bevölkerung muss hierbei oberste Priorität haben“, so der BA.

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