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Trotz marodem Zustand: Sanierung der Schulen an der Peslmüllerstraße lässt auf sich warten

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Dominique Christ und Stephanie Fischer vom Elternbeirat ärgert das marode Schulgebäude.
Dominique Christ und Stephanie Fischer vom Elternbeirat ärgert das marode Schulgebäude. © Andreas Schwarzbauer

Eine Sanierung der Schulen an der Peslmüllerstraße wäre aus vielerlei Gründen dringend notwendig – warum aktuell aber nur eine Studie in Aussicht ist ...

Pasing - Die Grund- und Mittelschule an der Peslmüllerstraße in Pasing müssen endlich saniert werden. Das fordern Schulleiterinnen, Elternbeiräte und der Bezirksausschuss.

Pasing: Maroder Zustand der Schulen an der Peslmüllerstraße

Das Gebäude der beiden Schulen ist marode. Die Dämmung bröckelt. Die Fenster lassen sich teilweise nicht öffnen und sind undicht. Manche sind mit porösen und löchrigen Styroporplatten abgedichtet, die allerdings wenig Wirkung hätten. „Bei starkem Regen dringt immer wieder Wasser durch die Dächer ins Innere ein“, berichtet die Rektorin der Grundschule, Antje Milleder.

Im vergangenen Sommer standen Verwaltungsräume und Klassenzimmer unter Wasser. Das Problem: Der Abfluss auf den Flachdächern liegt etwas erhöht, sodass der Regen nicht ablaufen kann. Durch die Feuchtigkeit schimmelte es im Schulhaus.

Teilweise sind die Fenster der Grundschule nur mit kaputten Styroporplatten abgedichtet.
Teilweise sind die Fenster der Grundschule nur mit kaputten Styroporplatten abgedichtet. © Andreas Schwarzbauer

Pasing: Ärger über Partys, Müll und wenig Sicherheit an Schulen an der Peslmüllerstraße

Ein weiteres Ärgernis sind die fehlenden Schließ- und Klingel­anlagen. „Es gibt 34 unbewachte Eingänge, an denen man einfach reinspazieren kann. Das sorgt bei mir für ein ungutes Gefühl“, sagt Stephanie Fischer, Mutter und Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule.

Der Außenbereich ist ebenfalls frei zugänglich. Nach Schulschluss träfen sich dort regelmäßig Jugendliche zum Feiern. Zurück blieben Müll, zerbrochene Flaschen und sogar benutzte Kondome sowie Spritzen, sagt Fischer. Die Wände würden mit Graffiti besprüht, Fenster eingeworfen und auch einen Brand habe es schon gegeben.

„Wir mussten nach den Sommerferien tagelang aufräumen. Für mich ist eine Grenze erreicht. Man sollte das Schulgelände einzäunen“, sagt die Rektorin der Mittelschule, Christiane Kolb-Radl. Die Schulfamilie sei sehr engagiert und der gemeinsame Campus für Mittel- und Grundschüler sowie das benachbarte Berthold-Brecht-Gymnasium funktioniere gut. „Wir leben dieses Konzept, aber es muss einfach dringend saniert werden“, so Milleder.

Ein Zeichen für das Engagement der Schulfamilie sind die Lernpaten, die an der Peslmüllerschule helfen.

Pasing: Schulbauoffensive an der Peslmüllerstraße dank Denkmalschutz ins Stocken geraten

Besonders frustrierend: Die Schulen waren bereits Bestandteil der zweiten Schulbauoffensive, es gab bereits eine fertige Planung. Doch 2019 wurden die Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. „Dann ist alles gestoppt worden, aber der Denkmalschutz ist kein Hinderungsgrund. Es kann durchaus saniert und erweitert werden“, so Kolb-Radl. Das habe das Landesamt für Denkmalschutz mitgeteilt. Es müsse daher endlich weitergehen. Auch der Bezirksausschuss fordert einstimmig, die Schulen schnellstmöglich instand zu setzen.

Immerhin: Im kommenden Jahr ist laut Referat für Bildung und Sport (RBS) eine Machbarkeitsstudie geplant. Sie soll untersuchen, wie auf dem Areal ein Kinderhort, eine vierzügige Grundschule, eine vierzügige Mittelschule und ein dreizügiges Gymnasiums realisiert werden können, so RBS-Sprecherin Julia Mayer. „Es ist wichtig, dass der Prozess jetzt am Laufen bleibt – auch wenn es eine Weile dauert“, fordert Milleder

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