Beleuchtungs-Konzept auf der Kippe?

Pasinger Zentrum: Denkmalschutz legt Veto gegen Ambiente-Beleuchtung ein – 170.000 Euro futsch? 

Die Ringe erinnern das Landesamt für Denkmalpflege an eine Weihnachtsbeleuchtung.
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Die Ringe erinnern das Landesamt für Denkmalpflege an eine Weihnachtsbeleuchtung.

Das Beleuchtungskonzept fürs Pasinger Zentrum wurde völlig überraschend vom Denkmalschutz abgelehnt. Der Bezirksausschuss hofft auf einen Kompromiss.

Pasing - Eigentlich soll das Pasinger Zentrum bald in einem neuen Licht erstrahlen.

Der Bezirksausschuss hatte sich nach jahrelanger Diskussion mit dem Gewerbeverein, dem Stadtteilmanagement und der Stadt auf ein Konzept für eine Ambiente-Beleuchtung geeinigt.

Sie schien auf einem guten Weg. Das Bau- und das Kommunalreferat hatten ihr Okay gegeben. Und im Frühjahr sollten die ersten Lampen installiert werden. Doch überraschend legten das Landesamt für Denkmalpflege und der Heimatpfleger der Stadt ihr Veto ein.

Fehlinterpretation des Ensembles

Sie kritisierten, dass der Schwerpunkt der Beleuchtung nicht auf dem Bahnhofs- und dem Marienplatz liegt. Der BA hatte geplant, nur einzelne Elemente des Rathaustürmchens, Kring-Hauses und des Graffitos an der Bäckerstraße zu betonen.

Das Ensemble Pasing werde dadurch „fehlinterpretiert“, so der Vorwurf der Denkmalschützer. Das Streetart-Gemälde so hervorzuheben, ist für das Denkmalamt zudem nicht nachvollziehbar. Das Konzept von Lichtplaner Florian Zach sieht zudem zehn große, strahlende Aluminiumringe vor, die in der Bäcker-, Gleichmann- und Landsberger Straße hängen sollen.

Diese geplanten Kronleuchter wirkten wie eine Weihnachtsbeleuchtung, so das Denkmalamt. Grundsätzlich sei der hohe Grad an Lichtverschmutzung bedenklich. Daher lautet das Fazit: „Das Konzept entspricht nicht den Standards, die heute in historischen Städten und Ensembles zur Anwendung gelangen. Eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis kann nicht in Aussicht gestellt werden.“

Der Bezirksausschuss wurde von diesen Bedenken kalt erwischt. „Wir wurden völlig überrascht. Beim ersten Gespräch waren wir überhaupt nicht eingebunden. Das kann eigentlich nicht sein, wenn so viel Geld vom Bezirksausschuss kommt“, ärgert sich der BA-Vorsitzende Frieder Vogelsgesang (CSU).

Außerdem hätte das Viertelgremium, das 170 000 Euro aus seinem Stadtbezirksbudget zu dem Projekt beisteuert, einige Kritikpunkte erläutern können. „Über das Thema Lichtverschmutzung haben wir uns beispielsweise intensiv Gedanken gemacht. Genau deshalb wollen wir nur bestimmte Punkte beleuchten und nicht in den Himmel strahlen.“

Gespräche mit Statiker

Warum das Kring-Haus als Endpunkt der Gleichmannstraße und das Graffito nicht beleuchtet werden sollen, kann Vogelsgesang ebenfalls nicht nachvollziehen. Dennoch ist er zuversichtlich, dass es einen Kompromiss geben wird:

„Wir haben eine gute Planung und befinden uns in sehr konstruktiven Gesprächen.“ Die Entscheidung trifft nun die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt. Wann mit einem Beschluss zu rechnen ist, sei noch nicht absehbar, so ein Sprecher des zuständigen Planungsreferats.

Ein weiteres Problem ist zudem, ob die geplanten Kronleuchter an den Drähten der bisherigen Beleuchtung befestigt werden können. Darüber wird kommende Woche ein Statiker Auskunft geben.

Trotz allem ist Vogelsgesang hoffnungsvoll, dass die Ambiente­­-Beleuchtung kommt: „Wir wollen sie unbedingt haben, denn das Licht-Projekt wird dem Pasinger Zentrum guttun und eine angenehme Atmosphäre schaffen“, ist er sich sicher.

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