Lokale Gastronomie

Gegen Verpackungsmüll: SPD will in Pasing-Obermenzing Einführung von Mehrwegbehältern in Gaststätten fördern

Café Cotidiano
+
Nils Hünting vom Café Cotidiano bietet Mehrwegverpackungen für Essen und Kaffee zum Mitnehmen an. Franziska Messerschmidt hofft, dass dies in Pasing-Obermenzing bald die Regel ist.

Franziska Messerschmidt aus dem Pasinger BA will die lokale Gastronomie bei der Umstellung auf Mehrwegverpackungen unterstützen - über die Umsetzung wird beraten.

  • Franziska Messerschmidt (SPD) will die Einführung von Mehrwegbehältern lokal fördern.
  • Ab 2023 muss ein Mehrwegbehälter ohnehin als Alternative in der Gastronomie angeboten werden.
  • Das Café Cotidiano bietet bereits ein Mehrweg-System an.

In Corona-Zeiten nutzen viele die Möglichkeit, Essen bei den Restaurants zu bestellen oder abzuholen. Die Folge: An vielen Wertstoffinseln türmen sich derzeit Essensverpackungen aus Plastik, Alufolie und Styropor. Für Franziska Messerschmidt (SPD), Mitglied im Pasinger Bezirksausschuss, ein guter Anlass, um eine alte Idee wieder aufleben zu lassen: Sie will die lokale Gastronomie bei der Umstellung auf Mehrwegbehälter unterstützen. „Diese Müllberge an Einwegverpackungen sind furchtbar. Dagegen muss man etwas tun“, sagt Messerschmidt.

Mehrwegverpackung als Alternative ab 2023 ohnehin verpflichtend

Bereits vor vier oder fünf Jahren hatte sie dies beantragt. Die Stadt hatte allerdings mit Hinweis auf die mangelnde Zuständigkeit abgelehnt. „Aber jetzt haben wir eine andere Situation: Ab 2023 werden Caterer, Lieferdienste und Restaurants dazu verpflichtet, eine Mehrwegverpackung als Alternative anzubieten. Das erfordert eine gewisse Grundinvestition, die sich vielleicht aufgrund der schwierigen Geschäftslage durch die Pandemie manche Restaurants derzeit gar nicht leisten können. Sie benötigen einen Anschub“, so Messerschmidt. Deshalb haben sie und ihre Fraktion beantragt, dass der BA die Gastronomen auf Antrag mit 500 Euro aus dem Stadtbezirksbudget bei der Anschaffung von Mehrwegbehältern unterstützt. Allerdings sollen dafür insgesamt maximal 5000 Euro zur Verfügung stehen.

Bei einem Mehrwegsystem müssen die Kunden Pfand für die Verpackung bezahlen, das sie bei der Rückgabe wieder bekommen. Inzwischen gibt es zahlreiche Hersteller entsprechender Behälter. Oft kann das Gefäß dann in jedem Restaurant zurückgegeben werden, das denselben Anbieter nutzt. Auch das neue Café Cotidiano am Pasinger Marienplatz bietet ein solches System an. Geschäftsführer Nils Hünting sagt: „Unser Konzept ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Deshalb passt das gut für uns.“ Er verweist aber auch darauf, dass es sich langfristig für die Restaurants durchaus rechnen könne: „Man bezahlt inzwischen ziemlich viel für eine To-Go-Verpackung.“

Unterausschuss Budget berät über Möglichkeit des Förderprogramms

„Wir müssen Anreize schaffen, damit wir den ein oder anderen Laden dazu bewegen, mitzumachen“, sagte SPD-Sprecherin Constanze Söllner-Schaar bei der vergangenen BA-Sitzung. Ihre Kollegen hielten das grundsätzlich für eine gute Sache. Sie zweifelten aber, ob dies möglich ist. „Das BA-Budget ist dafür da, Vereine und kulturelle oder soziale Veranstaltungen zu unterstützen. Ich weiß nicht, ob wir damit ein solches Förderprogramm aufstellen können“, so CSU-Sprecher Sven Wackermann. Messerschmidt glaubt aber, dass es eine Hintertür gibt: „Wir können nicht-kommerzielle Projekte von gewinnorientierten Gewerbetreibenden fördern.“ Falls das jedoch nicht möglich sein sollte, will sie ein Förderprogramm der Stadt beantragen. Der zuständige Unterausschuss Budget wird nun darüber beraten.

Auch der Münchner Stadtrat hat das Thema bereits auf seiner Agenda und das Referat für Klima- und Umweltschutz beauftragt, ein Konzept für ein bis Ende 2022 befristetes Mehrwegförderprogramm für Gaststätten zu erarbeiten.

Auch interessant

Kommentare