Im Juni entscheidet der Stadtrat

Paul-Heyse-Tunnel: Verkehrs-Chaos durch Sperrung des Bahnhofsvorplatzes?

Die Weströhre der Paul-Heyse-Unterführung ist derzeit Richtung Bayerstraße gesperrt.
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Die Weströhre der Paul-Heyse-Unterführung ist derzeit Richtung Bayerstraße gesperrt.

Lokalpolitiker fordern weitreichende Maßnahmen am Paul-Heyse-Tunnel – und das noch bevor der Bahnhofsvorplatz für das Auto gesperrt wird. Die Unterführung sei dem Ausweichverkehr nämlich nicht gewachsen – so die Kritik. 

  • Sollte der Bahnhofsvorplatz für den Autoverkehr gesperrt werden, braucht es Lösungen für den Ausweichverkehr.
  • Lokalpolitiker fordern deshalb eine nachhaltige Leistungssteigerung der Paul-Heyse-Unterführung.
  • Welche Arbeiten am Tunnel aktuell stattfinden, warum diese nicht ausreichen...

MAXVORSTADT - Der Bahnhofsvorplatz könnte künftig autofrei werden. Noch im Juni soll der Stadtrat darüber entscheiden. Der BA Maxvorstadt hat in seiner jüngsten Sitzung hierzu mehrheitlich einen Dringlichkeitsantrag verabschiedet. Darin fordern die Lokalpolitiker „eine nachhaltige Leistungssteigerung der Paul-Heyse-Unterführung“ – und das noch bevor der Bahnhofsplatz für den Kfz-Verkehr gesperrt wird.

Paul-Heyse-Tunnel: Verkehrs-Chaos durch Sperrung des Bahnhofsvorplatzes?

Antragssteller Mathias Popp (SPD), befürchtet nämlich, dass sich der Ausweichverkehr hauptsächlich auf die zentrale Unterführung östlich des Bahnhofs verlagert. Das große Problem dabei: Die Kapazität des weit über 100 Jahre alten Tunnels sei bereits jetzt am Anschlag. Städtischen Angaben zufolge würden aktuell alle 24 Stunden etwa 28 000 Fahrzeuge die Unterführung passieren. Bis 2030 rechne man sogar ohne Sperrung des Bahnhofsvorplatzes mit 4800 Fahrzeugen mehr pro Tag. Für ihn steht deshalb hinsichtlich der möglichen Sperrung und ihren Auswirkungen fest: „Man muss eine grundsätzliche Lösung finden und darf das Vorhaben nicht isoliert betrachten!“

Mathias Popp (SPD)

Denn: Auch die heutige Durchfahrtshöhe von 3,5 Metern könne bloß eingeschränkt eine Alternative zur Fahrt über den Bahnhofsvorplatz darstellen. Höhere Laster müssten auf die Sonnenstraße oder die Donnersbergerbrücke ausweichen. Doch für die Brücke stehen bereits Abriss- und Neubaupläne im Raum, an der Sonnenstraße entsteht zudem künftig ein Teil des geplanten Altstadtradlrings.

München: Künftig eine Tram durch den Paul-Heyse-Tunnel möglich

Hinzu komme, dass der Tunnel im Gesamten baufällig ist. „Im Moment werden dort reine Schönheitsreparaturen durchgeführt.“ Im städtischen Masterplan ist jedoch auch vorgesehen, künftig die Tram (siehe Kasten) durch den Tunnel zu führen. Für Popp ein fragwürdiges Vorhaben – in Anbetracht der aktuellen Tunnelsituation. „Die Gesamtvoraussetzung dafür ist schlicht und einfach nicht da“, erklärt er. Eine nachhaltige Steigerung der Leistungsfähigkeit sei nur mit deutlich größerem finanziellen und zeitlichem Aufwand zu bewerkstelligen als es die dort aktuell laufenden Instandhaltungsmaßnahmen im Straßenraum vorsehen.

Eine Tram durch den Paul-Heyse-Tunnel

Ein „City-Ring“ für die Tram wird von städtischer Seite derzeit als verkehrlich sinnvoll bewertet. Weitere Untersuchungen sollen im Rahmen einer näheren Betrachtung durch die Verwaltung erfolgen. „Je nach Ergebnis könnte der Ring gegebenenfalls durch den Paul-Heyse-Tunnel führen“, so das Mobilitätsreferat auf Hallo-Nachfrage. 

Stadt und Bahn sollen dafür in Verhandlungen treten, um „ein mögliches Verkehrschaos zu verhindern“, so die Forderung, des Lokalgremiums. Diese scheint es auch schon zu geben, wie eine Sprecherin der Bahn auf Hallo-Nachfrage mitteilte. Zu Details könne man sich derzeit aber noch nicht äußern.

Das tut sich in der Röhre 

Die Durchfahrt in Richtung Bayerstraße ist derzeit für Autos gesperrt, da eine Stromtrasse sowie Rohre für eine Fernwärme- und Fernkälteversorgung verlegt werden. Parallel dazu saniert das Baureferat die Fahrbahn im Tunnel. Danach werden die neue Wandverkleidung und Beleuchtung installiert. Abschließende Arbeiten finden voraussichtlich nach den Winterferien 2021/22 statt. Hierfür werden die Fahrspuren auf je eine Bahn pro Richtung reduziert, die Weströhre ist dann wieder offen.

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