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Klimaschutz kontra Denkmalschutz? Wie München Photovoltaik neu denken will

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Von: Sebastian Obermeir

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Der Interimsgasteig HP8 soll mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet werden.
Der Interimsgasteig HP8 soll mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet werden. (Symbolbild) © Panthermedia

Wie sollen Denkmalschutz und Photovoltaik vereinigt werden? Dieser Fragen will der Stadtbaurat um Elisabeth Merk nachgehen. Wie sie das machen wollen:

München - Wenn Stadtbaurätin Elisabeth Merk auf den Zug wartet, kann es schon mal vorkommen, dass sie über Denkmalschutz und Photovoltaikanlagen nachdenkt. Muss eine Solaranlage gerade auf dem denkmalgeschützten Dach errichtet werden, wie es von einigen gefordert wird? „Die Bahnsteigüberdachung wäre geeigneter“, ist Merk sicher und meldete sich mit der Idee sogleich bei den zuständigen Bahn-Chefs.

Zum 50. Geburtstag des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes, das am 1. Oktober 1973 in Kraft trat, wollen Merk und ihr Planungsreferat ein Info-Magazin auflegen, wie jetzt bei einem Pressetermin bekannt gegeben wurde. Zentral darin: die schwierige Vereinbarkeit von Denkmal- und Klimaschutz, welche besonders durch Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern ersichtlich wird.

Photovoltaik in München: Bald PV-Module auf der Frauenkirche?

„Wir wollen uns dem Thema stellen“, sagt Merk. Gibt es also schon bald PV-Module auf der Frauenkirche? „Das sind unsere Postkartenmotive“, sagt Merk. Deren Erscheinungsbild sei zu schützen. Aber: Bisher galt für die Untere Denkmalschutzbehörde die Leitlinie, dass auf Denkmälern ausnahmslos keine Solar-Module dürfen. „Diese müssen wir überdenken“, sagt der Chef der Lokalbaukommission, Cornelius Mager. „Ohne das Stadtbild zu opfern.“

Solarmodule auf Denkmälern können eine Art Vorbildfunktion haben, meint Merk. Sie seien aber meistens individuell aufwendige Lösungen mit eingeschränktem Nutzen. „Sollen vorher also nicht Dächer von Lagerhallen mit Modulen ausgestattet werden?“, gibt Merk zu bedenken. Auch Mager weiß: „In dieser Hinsicht ist noch viel zu tun.“ Klar werde ihm das immer wieder, wenn er sich Luftbilder ansehe und zu wenige PV-Anlagen darauf finde.

Dass die Stadt Interesse daran hat, auf städtischen Gebäuden Strom zu erzeugen, zeigt das jüngste Beispiel an der Hans-Preisinger-Straße 8: Die Gasteig München ­GmbH und die SWM sehen nach ersten Einschätzung das Dach der Isarphilharmonie als „an sich gut geeignet“ für eine Anlage an. 2023 soll das Projekt umgesetzt werden.

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