„Museum Mensch und Natur 2.0“

Naturkundemuseum Biotopia in Schloss Nymphenburg: digitale Präsentation zu den Detailplänen

 Museums-Neubau
+
Der Museums-Neubau mit Haupteingang an der Maria-Ward-Straße bietet 7000 Quadratmeter Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche auf vier Etagen.

Die Detailpläne des künftigen Naturkundemuseums „Biotopia“ am Schloss Nymphenburg sind digital vorgestellt worden. Eröffnen soll der Neubau 2028.

  • Das neue Naturkundemuseum „Biotopia“ wurde in einer digitalen Präsentation mit 245 Teilnehmern vorgestellt.
  • Die Pläne beinhalten auch ein Kindermuseum.
  • Der Abriss des LMU-Gebäudes kann wegen der Schadstoffbelastung nur langsam geschehen.

„Jahrhundertchance“, „Leuchtturmprojekt“, „einzigartiges Natur-Kultur-­Quartier für Nymphenburg, Bayern und die ganze Welt“: Gründungsdirektor Michael John Gorman sowie weitere Planer und Förderer des künftigen Naturkundemuseums Biotopia in Schloss Nymphenburg geizten jetzt bei der Präsentation der Detailpläne nicht mit Superlativen. Besonders wichtig war ihnen die Feststellung, dass das bisherige Museum dort nicht verschwinde, sondern weiterentwickelt würde zum „Museum Mensch und Natur 2.0“, so Gorman.

Auf Kritik und Ängste, der Neubau könne das historische Schlossensemble zerstören, antwortete der leitende Architekt Volker Staab: „Unser Projekt will Teil der Gesamtanlage sein. Unser Ziel ist eine zeitgenössische Übersetzung für die Eigenschaften dieser ‚dienenden‘ Gebäude rechts und links des Schlossprospekts.“

Für Kinder vor dem Grundschulalter wird es ein eigenes Kindermuseum mit erlebnispädagogischen Angeboten geben.

Museum Biotopia: Neubau mit vielseitig nutzbaren Räumen

Konkret: Der neue Museumsbau nehme Höhe, Farbigkeit und Maßstäblichkeit der historischen Architektur auf, ohne den Eindruck erwecken zu wollen, seit 200 Jahren dazustehen. Staab betonte: „Wir sind mit den Jahren immer tiefer in das Verständnis des Ortes eingedrungen.“ Gleichzeitig hätten sich Konzept und Anforderungen des Museumsbetriebs konkretisiert und Lösungen gefordert.

Dazu gehöre, dass die Räume so vielseitig wie möglich nutzbar sein sollen. „Auch eine Form der Nachhaltigkeit“, sagt der Architekt. So biete das frei zugängliche Erdgeschoss unter anderem flexibel einsetzbare Seminarräume, das Dachgeschoss sei völlig variabel bespielbar. Staab: „Man kommt in eine Welt, die in die Themen der Zukunft hineinführt.“

Und diese Themen sind für Michael John Gorman an erster Stelle das Artensterben und der Klimawandel. Für ihn bedeutet das: „Es ist die Mission von Biotopia, die Beziehungen zwischen den Menschen und anderen Lebensarten, mit denen wir den Planeten teilen, zu erforschen und neu zu gestalten.“ Die Hauptausstellung steht unter dem Titel „Das Leben in Aktion“.

Projekt am Schloss Nymphenburg: Kosten von bis zu 200 Millionen Euro

Die thematische Gliederung orientiert sich an Verhaltens- und Lebensweisen wie Essen, Bewegen und Fortpflanzen bei unterschiedlichsten Lebewesen. Dazu wird es auch Bio-Labore geben, in denen Besucher und Forscher aus Bayern und der Welt gemeinsam agieren könnten. Auf „Lieblingsstücke“ aus der bisherigen Ausstellung wie den Bären „Bruno“ müsse dabei nicht verzichtet werden.

Gibt der Landtag zu den 200-Millionen-Euro-Plänen im Sommer sein Okay, wird zuerst der bisherige LMU-Bau an der Maria-Ward-Straße abgerissen. Das dauert laut Gorman wegen hoher Schadstoffbelastungen rund 18 Monate. 2023 wäre dann Baubeginn für Biotopia und 2028 dessen Eröffnung.

Auch interessant

Kommentare