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Bücherei Planegg blickt in Vergangenheit und Zukunft ‒ Neue Pinnwand für Wünsche der Bürger

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Zur Ausstellung wurde auch eine Postkarte gestaltet, die (v.l.) Archivleiterin Barbara Reinicke, Bürgermeister Hermann Nafziger, Bücherei-Chefin Sabine Scheffer und ihr Stellvertreter Ralf Gabel präsentieren. Kostenlos bekommen kann man diese in Rathaus, Archiv und Bibliothek.
Zur Ausstellung wurde auch eine Postkarte gestaltet, die (v.l.) Archivleiterin Barbara Reinicke, Bürgermeister Hermann Nafziger, Bücherei-Chefin Sabine Scheffer und ihr Stellvertreter Ralf Gabel präsentieren. Kostenlos bekommen kann man diese in Rathaus, Archiv und Bibliothek. © Romy Ebert-Adeikis

Mit der Ausstellung „#lesenfüralle“ blickt die Bücherei Planegg auf ihre über 100-jährige Geschichte zurück und sucht Inspiration für weitere Verbesserungen.

Planegg - Noch ist die blaue Pinnwand im Lesecafé der Bücherei Planegg recht nackt. Nur in der oberen linken Ecke hängt ein Zettel, der fordert: „Mehr Ganghofer Bücher!“. Geschrieben hat ihn Planeggs Bürgermeister Hermann Nafziger (CSU). „Ich bin ein großer Fan des Autors und würde mir wünschen, dass ich in der Bücherei noch den ein oder anderen Roman finde, den ich nicht selbst habe“, erklärt er.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Blick in die Vergangenheit: Ausstellung der Bücherei Planegg zeigt über 100 Jahre Geschichte

Die Pinnwand ist Teil der Ausstellung „#lesenfüralle“, bei der die Bücherei aktuell Interessierte mit großen Bannern im Lesecafé durch ihre über 100-jährige Geschichte führt (siehe Kasten), insbesondere durch die Entwicklungen ab 1962. Zu sehen sein wird die Schau bis Ende des Jahres. „Im November planen wir auch noch eine Veranstaltungswoche“, verrät Bücherei-Leiterin Sabine Scheffer.

Initiiert hat die Ausstellung das Gemeindearchiv um Barbara Reinicke. Und hat dabei das ein oder andere Detail ausgegraben, das auch die Büchereimitarbeiter erstaunte: „Zum Beispiel, dass unser Wintergarten zwischenzeitlich mal komplett verbaut war“, sagt Scheffer.

Nachgezeichnet wird auch die Entwicklung von 1500 Bänden in der Nachkriegszeit – damals weilte die Bücherei in der Volksschule – zu den über 45 000 Printmedien und 15 000 E-Books, die es heute zum Ausleihen gibt. Während die Leihe in den Anfangsjahren 20 Pfennige für zwei Wochen kostete, ist es für die Planegger heute gerade einmal ein Euro pro Monat – unabhängig von der Lesemenge. „Man fühlt sich zurückversetzt in die Lesevergangenheit“, schwärmt Scheffer.

Wunsch-Pinnwand für Bürger in der Bücherei Planegg: Verbesserungen und Neues für die Zukunft

Dass Bücher irgendwann ausgedient haben, daran glaubt in der Planegger Einrichtung niemand. „Ein schön gemachtes Buch ist nicht zu ersetzen“, meint die Bücherei-Leiterin. Das zeige sich auch darin, dass nur gut ein Fünftel der Besucher überhaupt E-Books nutzen würde.

Für die Zukunft kann sich die Einrichtung vieles vorstellen: Lernräume für Schüler, einen Werkraum, in dem Nutzer etwa mit 3D-Druckern selbst kreativ werden können, ein Verleih von Gegenständen wie Nähmaschinen oder Ferngläsern sowie eine „open library“, bei der auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten eigenständig ausgeliehen werden kann. Für noch mehr Ideen setzen die Mitarbeiter auf ihre Wunsch-Pinnwand.

Kleine Chronik

1920: Erste öffentliche Bücherei in der Volksschule

1933: „Volksbücherei“ der Nationalsozialisten im Rathaus

1955: Wieder Umzug zurück ins Schulhaus

1962: Komplette Umgestaltung der Bücherei

1966: Umzug in Villa Stöger

2001: Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau zur Villa

2017: Zusammenlegung mit Bibliothek des Gymnasiums

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