Hinweise auf Stör- oder Protestaktionen

Polizei greift Aktivisten des Münchner IAA-Protestcamps bei angeblichen Spaziergang auf

Ein Polizist steht während der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA Mobility) am Odeonsplatz. Die IAA Mobility 2021 findet vom 07.-12.09.2021 in München statt.
+
Die Polizei München greift Aktivisten des IAA-Protestcamps bei einem angeblichen Spaziergang auf. (Symbolbild)

Die Veranstalter des IAA-Protestcamps auf der Theresienwiese zeigen sich besorgt über die vermehrten Kontrollen von Aktivisten durch die Münchner Polizei.

Die Münchner Polizei hat am Mittwochabend 30 Aktivisten des IAA-Protestcamps auf der Theresienwiese in der Innenstadt aufgegriffen und einer Kontrolle unterzogen.

Wie das Polizeipräsidium mitteilt, haben die Beamten Hinweise erhalten das am Abend Stör- oder Protestaktionen gegen eine Veranstaltungsfläche der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA (Open Space) geplant seien.

Die Polizei beobachtete daraufhin 30 Personen, die das IAA-Protestcamp mit einem Megaphone verließen. Diese Aktivisten wurden später am U-Bahnhof Odeonsplatz aufgehalten und kontrolliert. Laut Polizei-Angaben teilten sie mit, lediglich einen Spaziergang zu machen. Sie lehnten es deswegen ab eine Versammlung anzuzeigen.

Bei der anschließenden Feststellung der Identitäten hakten sich die Aktivisten untereinander an den Armen ein, um dies zu erschweren. Die Polizei setzte daraufhin körperlichen Zwang ein und trennte die Gruppe.

Die Polizei ermittelt u.a. wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Hausfriedensbruch und Erschleichen von Leistungen.

Den gesamten Mittwoch über kontrollierte die Münchner Polizei mehrere Personen im Zusammenhang mit Stör- oder Protestaktionen im Stadtgebiet. Bei manchen wurden Gegenstände gefunden, die für solche Vorhaben geeignet seien. Bei einigen dieser Personen wurde die Identität bereits festgestellt, teils dauert die kriminalpolizeiliche Sachbearbeitung noch an.

Der IAA-Protest auf den Autobahnen um München hat nun Konsequenzen für neun Aktivisten. Sie bleiben bis Sonntag in Haft.

Polizei München greift Aktivisten des IAA-Protestcamps auf der Theresienwiese bei angeblichen Spaziergang auf

Die Veranstalter des IAA-Protestcamps auf der Theresienwiese zeigen sich besorgt über die massive Polizeipräsenz. Sie teilten mit, dass es - trotz gegenteiliger Absprache mit der Einsatzleitung - immer wieder zu Personenkontrollen direkt vor dem Campeingang käme. Zudem seien anreisende Aktivisten schon am Hauptbahnhof abgefangen worden.

Das besorgt mich. Wir machen Diskussionsrunden und Theateraufführungen, trotzdem ist unser Camp fast komplett von der Polizei umstellt. Was soll das? Es wirkt so, als wollen sie uns einschüchtern. Wozu sonst dieses übertriebene Auftreten?

Alex Bode vom Camp-Bündnis

Am Samstag wollten IAA-Gegner eine Radsternfahrt nach München veranstalten. Das Verwaltungsgericht bestätigte jetzt jedoch das Verbot. Der Verkehr auf der Autobahn hätte Vorrang.

Polizeipräsidium München/noiaa/jh

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare