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Ukraine-Krieg, Spritpreise & Co.: Münchner Tafeln schlagen Alarm

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Von: Theresa Reich

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Die Folgen des Krieges in der Ukraine sind in München dort sichtbar, wo Lebensmittel ohnehin schon knapp sind – wie an den Ausgabestellen der Münchner Tafel.
Die Folgen des Krieges in der Ukraine sind in München dort sichtbar, wo Lebensmittel ohnehin schon knapp sind – wie an den Ausgabestellen der Münchner Tafel. © Klaus Haag

Der Isartaler Tisch braucht mehr ehrenamtliche Helfer und Lebensmittel - auch die Münchner Tafel kämpft mit der aktuell sehr hohen Nachfrage und sucht Helfende.

Pullach/München - Nach zwei Jahren Corona-Pause verteilt der Isartaler Tisch wieder Lebensmittel an seiner Ausgabestelle an der Dr.-Gustav-Adolph-Straße. Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, startet der Verein jetzt einen Aufruf.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Aufruf beim Isartaler Tisch: Dem Verein mangelt es an freiwilligen Helfern und Lebensmitteln

„Wir rechnen damit, dass in nächster Zeit immer mehr ukrainische Geflüchtete zu uns kommen“, sagt Heike Burges, zweite Vorsitzende des Isartaler Tischs gegenüber Hallo. Insgesamt sind offiziell 144 Ukrainer in Pullach aufgenommen worden, wie Gemeindesprecherin Janina Decke mitteilt. Noch werden viele Geflüchtete von Familien oder der Gemeinde betreut. Aber der Verein möchte sich vorbereiten: „Wir brauchen mehr jüngere Helfer, um zum Beispiel schwere Kartoffelsäcke zu transportieren.“

Problematisch sehe es in den Supermärkten aus, von denen der Tisch normalerweise seine Lebensmittel bezieht: Im Großhandel seien die Nudel- und Ölregale leer. „Hier fehlt uns manches. Zwar haben wir durch unsere jahrelange Erfahrung einen guten Draht zu den Läden. Auch in der Großmarkthalle, können wir günstig einkaufen und bekommen Lebensmittel geschenkt. Aber trotzdem müssen wir vieles zukaufen“, erklärt die zweite Vorsitzende.

Not bei der Münchner Tafel: Hohe Nachfrage durch Krieg in der Ukraine

Eine deutlich höhere Nachfrage erlebt derzeit die Münchner Tafel. „Wir haben eine weitere Ausgabestelle eingerichtet. Hier wurden an den letzten beiden Samstagen jeweils 800 ukrainische Flüchtlinge mit Lebensmitteln versorgt“, erklärt Sprecher Steffen Horak. Für drei Monate haben die Menschen einen Tafelausweis erhalten. Auch wenn der Verein aktuell vier Tonnen an Essen zusätzlich einkaufe, reiche es nicht, um die höhere Nachfrage zu stemmen. Aktuell stünden etwa 500 Ukrainer auf einer Warteliste. Zusätzlich müssten aber auch die 22.000 Stammgäste weiterhin versorgt werden.

Laut Horak mangele es an allem: „An ehrenamtlichen Mitarbeitern, an der Logistik, und die Lebensmittel sind rar. Es gibt saisonal-bedingt weniger Gemüse. Haltbare Lebensmittel sind sehr selten und auch von den Supermärkten bekommen wir zur Zeit weniger.“ Doch auch die Münchner Tafel könne durch langjährige Partnerschaft im Großmarkt zu sehr fairen Preisen einkaufen. Geldspenden seien daher hilfreicher als gestiftete Lebensmittel.

Jochen Brühl, Vorsitzender der Tafel Deutschland, ruft ebenfalls zu Spenden auf. Die Mehrkosten der stark gestiegenen Spritpreise könnten Tafeln nicht ohne zusätzliche Hilfe bewältigen.

Kontakt zum Isartaler Tisch und der Münchner Tafel

Wer den Isartaler Tisch unterstützen möchte, meldet sich unter Telefon 96 99 20 27. Die Münchner Tafel ist zu erreichen unter Telefon 0 17 34 35 58 75.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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