Die Schwächsten fordern Schutz

Radl-Pilotroute am Canaletto: Reinmarplatz-Anwohner und der BA wollen Risiken entschärfen

Hannelore Güntner (li.) und weitere Anwohner fordern Sicherheit für alle auf der Radl-­Pilotroute.
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Hannelore Güntner (li.) und weitere Anwohner fordern Sicherheit für alle auf der Radl-­Pilotroute.

Anwohner der Mehrgenerationen-Wohnanlage am Reinmarplatz fordern eine Lösung für den Radweg zwischen Canaletto- und Dantestraße.

Hannelore Güntner sagt: „Die rasen mit den Rädern hier durch wie auf der Autobahn.“ Jenis Junger-Grieb bestätigt: „Ich gehe meistens schon auf der Wiese, denn ich will nicht umgefahren werden.“ Beide leben in der Mehrgenerationen-Wohnanlage am Reinmarplatz.

Seit der dortige Rad- und Fußweg zwischen der Canaletto- und der Dantestraße zur sogenannten Fahrrad-­Pilotroute erklärt wurde, erleben sie täglich gefährliche Situationen zwischen Radfahrern und Fußgängern, besonders den schwächsten Verkehrs­teilnehmern. „Hier leben viele ältere Menschen. Außerdem gibt es eine Kita und ein Familienzentrum“, erklärt Güntner.

Sie hat nun die Bürgerversammlung Neuhausen-Nymphenburg genutzt, um auf eine Lösung zu drängen und Mitsprache durch die Anwohner einzufordern. Bisher war der Ruf des BA nach mehr Sicherheit auf dieser Strecke ergebnislos geblieben.

„Grundsätzlich unterstützen wir die Pilotroute und den Ausbau der Radverkehrswege in München. Um den Erfolg sicherzustellen, möchten wir jedoch auf potenzielle Gefahrenquellen und damit einhergehende Umsetzungsprobleme aufmerksam machen“, so die Anwohnerin.

Radl-Pilotroute in Gern - Reinmarplatz-Anwohner der BA wollen Risiken entschärfen

Besonders eng werde es dort, wo der Zugang zur Wohnanlage Reinmarplatz auf den Rad- und Fußweg treffe, aber auch im Einmündungsbereich an der Dantestraße. „Und demnächst werden durch den neuen Stelzenbau dort noch mehr Menschen diese Wege nutzen“, sagt Güntner: Radfahrer, Spaziergänger, Jogger, Kinder mit und ohne Fahrzeug, ältere Leute mit Rollator, Rollstuhlfahrer.

Bevorzugte Lösung wäre eine „moderate Wegeverbreiterung“, die zumindest an den kritisch­sten Stellen eine Trennung von Rad- und Fußweg ermöglichen würde. Das fordern nicht nur die Bürger, sondern seit 2018 auch der BA Neuhausen- Nymphenburg.

Die Stadt lehnte dies zunächst jedoch ab. Begründung: Es müssten rund 75 Bäume gefällt werden. Der BA veranlasste daraufhin einen Ortstermin, den die Vertreter der Stadtverwaltung mit einigen Prüfungsaufträgen verlassen haben.

„Getan hat sich bisher aber gar nichts“, stellt Nikolai Lipkowitsch (Grüne) jetzt – zwei Jahre später – auf Hallo-Anfrage fest. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im örtlichen BA wird den Bürgerversammlungs-Antrag nun zum Anlass nehmen, um bei der Stadt nachzuhaken. Er ist überzeugt davon: „Wenn man sich ein bisserl bemüht, ist da einiges möglich, auch ohne Bäume fällen zu müssen.“

So sollte laut Protokoll des Ortstermins unter anderem untersucht werden, ob zwischen Dantestraße und Zuweg Reinmarplatz ein vom Radweg separierter Fußweg auf städtischem Grund angelegt werden könnte. Offen ist unter anderem auch noch die Frage, ob die Sitzbänke vom Weg in Richtung Kanal versetzt werden können, um etwas mehr Platz zu schaffen.

Hannelore Güntner fordert zudem Sofortmaßnahmen: „Zum Beispiel könnte es Hinweise auf den verengten Weg geben und die Aufforderung, auf Fußgänger, Kinder und andere vulnerable Personen Rücksicht zu nehmen. Vor jeder Kita gibt es auch Tempolimits.“

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