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Wegen Bestechung bei Autozulassungen: Polizei durchsucht zehn Objekte in München

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Von: Kristina Beck

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KfZ-Zulassungsstelle.
Nach einem Jahr Ermittlungsarbeit kommt die Polizei dem System aus Bestechung und Bestechlichkeit im Kfz-Zulassungs-Bereich auf die Schliche. (Symbolbild) © Marc Müller/dpa

Auch Luxus-Modelle waren dabei: Die Polizei ermittelt wegen Bestechung und Hehlerei gegen Betreiber von Kfz-Zulassungsdiensten in München und im Landkreis.

Wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit bei Zulassungen und Kennzeichen für Autos hat die Polizei zehn Objekte im Raum München durchsucht. Im Visier der Ermittlungen stehen Betreiber von Zulassungsdiensten, deren Auftraggeber sowie Angestellte einer technischen Prüforganisation in München.

Kfz-Zulassungsdiensten unter Bestechungsverdacht: Polizei München mit 60 Beamten bei Razzia

Der Tatverdacht: Bestechung, Bestechlichkeit, Hehlerei und diverse Urkundsdelikte. Im Fokus steht unter anderem ein 35-Jähriger, der mit weiteren Personen über Jahre hinweg ein System entwickelt, „um so in großem Umfang an Zulassungsbescheinigungen und Kennzeichen für Autos für kriminelle Zwecke zu erlangen“, heißt es im Polizeibericht vom heutigen Donnerstag.

Dies gelang den Beteiligten dadurch, dass sie die sogenannte Vorführpflicht der Fahrzeuge umgangen haben. So müssen Autos ohne Fahrzeugbrief vom Hersteller, die erstmals in Deutschland zugelassen werden sollen, teils vor Ort gezeigt werden, erläutert die dpa. Die betreffenden Fahrzeuge haben sich allerdings zum überwiegenden Teil im Ausland befunden, berichtet die Polizei München.

Die Bandbreite der Autos reichte nach Polizeiangaben von Luxusfahrzeugen über Modellreihen der gehobenen Kategorien bis zu mittelpreisigen Gebrauchtfahrzeugen.

Ein Jahr lang ermittelt: Polizei München durchsucht Objekte von Zulassungsdiensten

Die Polizei teilt mit, dass bei der Durchsuchungsaktion am Donnerstag über 60 Beamte beteiligt waren. Dem Einsatz „gingen nahezu ein Jahr lang andauernde, äußerst umfangreiche Ermittlungen voraus“.

Der Hintergrund: gefälschte Dokumente eines frisierten Pkw bei der Kfz-Zulassung. Ein aufmerksamer Mitarbeiter der Stadt München verständigte damals die Polizei, da ihm Unstimmigkeiten bei den vorgelegten Dokumenten aufgefallen waren. Zudem wurden etliche zulassungsrechtliche Vorschriften im Rahmen von Zulassungen und Autokennzeichen umgangen.

Weitere, umfangreiche Ermittlungen des Kommissariats 51 (Kfz-Kriminalität), in Zusammenarbeit mit dem Kommissariat 73 (Amtsdelikte), gegen derzeit zwölf Beschuldigte dauern an. Darüber hinaus richtet sich der Vorwurf der Bestechlichkeit und Bestechung gegen weitere Beschuldigte, deren Anzahl bislang nicht abschließend benannt werden kann.

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