Wettlauf gegen die Zeit

Plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand? So wird Notfällen in München und im Landkreis jetzt schneller geholfen

Herzstillstand: Ersthelfer immer häufiger zu Rettern
+
Mit dem Projekt „München Rettet Leben“ sollen Ersthelfer schon früher mit der Reanimation bei Herz-Kreislauf-Stillstand beginnen können. (Symbolbild)

Mit dem Projekt „München Rettet Leben“ soll bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand schneller geholfen werden. Wie die Stadt und der Landkreis das schaffen wollen...

  • Bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute.
  • Die Stadt und der Landkreis starten „München Rettet Leben“ für schnelle Hilfe im Notfall.
  • Bei dem Projekt werden Ersthelfer per App informiert und können vor dem Rettungsdienst mit der Reanimation beginnen.

Bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand brauchen Rettungsdienste in München und im Landkreis meist nur wenige Minuten bis sie vor Ort eintreffen. Doch im Notfall vergeht dabei wertvolle Zeit, die für eine Reanimation genutzt werden kann.

Hier setzt das Projekt „München Rettet Leben“ an. Die Idee: Geschulte Ersthelfer*innen, die sich zufällig in der Nähe des Notfalls befinden, werden per Handy-App alarmiert und können mit den dringend nötigen Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. Bürger*innen in Stadt und Landkreis München können künftig also damit rechnen, dass im Ernstfall zuerst Zivilpersonen ankommen, um zu helfen.

Der plötzliche Herz-Kreislauf-Stillstand gilt in Deutschland als eine der häufigsten Todesursachen. Laut Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek erleiden in einem Jahr mehr als 70.000 Menschen in Deutschland einen solchen Notfall außerhalb eines Krankenhauses. Davon würden lediglich zehn Prozent überleben. Durch eine frühzeitige Reanimation könnte die Überlebenschance gesteigert werden.

Landrat Christoph Göbel geht davon aus, dass durch den Einsatz von Ersthelfer*innen die Reanimation bereits zwei bis drei Minuten vor Eintreffen des Rettungsdiensts beginnen kann. Im Wettlauf gegen die Zeit, könnte das viele Leben retten. Da viele Bürger*innen aus dem Landkreis in München arbeiten und umgekehrt, sei das gemeinsame System daher sinnvoll.

Die Ersthelfer schließen eine entscheidende Lücke bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Wir starten daher mit dem Arbeitskreis Notfallmedizin und Rettungswesen e.V. (ANR), der Integrierten Leitstelle München, dem Rettungszweckverband und der ärztlichen Leitung Rettungsdienst sowie dem Landkreis München ein Projekt, das Leben retten kann. Wir wollen möglichst viele Menschen befähigen, im Notfall die lebensrettenden Handgriffe zu machen.

Bürgermeisterin Verena Dietl

„München Rettet Leben“ ‒ Schnelle Hilfe und Reanimation bei Herz-Kreislauf-Stillstand

Das Projekt „München rettet Leben“ startet am Mittwoch, 1. September, und der Aufbau erfolgt in Stufen. Als erstes sollen aktiv im Rettungs- und Notarztdienst Tätige mitwirken, gefolgt von weiterem medizinischem Fachpersonal und schließlich geschulte Laien.

Die Rettungsleitstelle München kann die Teilnehmenden über eine App alarmieren, wenn diese sich in der Nähe eines Notfalls mit Herz-Kreislauf-Stillstand befinden. So sind sie in kürzester Zeit am Einsatzort und können noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit der Herzdruckmassage beginnen.

LHM/jh

Auch interessant

Kommentare