Tiere als Urlaubs-Souvenir

Auffangstation für Reptilien in München platzt aus allen Nähten ‒ Mehrere Tiere ziehen jetzt auf „Tropeninsel“

Dieser Tokeh ist eines von zahlreichen Tieren, die auf der Tropeninsel ein neues Zuhause gefunden haben.
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Dieser Tokeh ist eines von zahlreichen Tieren, die auf der Tropeninsel ein neues Zuhause gefunden haben.

Reptilien sind kein Souvenir - Viele Tiere landen nach dem Urlaub in der Auffangstation München, doch dort ist kaum Platz. Es ist mehr Aufklärung der Bevölkerung nötig.

  • Die Reptilien-Auffangstation in München platzt aus allen Nähten.
  • Bevölkerung bringt immer wieder Tiere als Urlaubs-Souvenir mit nach Hause.
  • Für mehr Aufklärung ziehen einige Tiere auf die „Tropeninsel“ ins Sea Life.

Auch in der Corona-Pandemie nahmen viele Urlauber wieder zahlreiche Tiere als Souvenir mit nach Hause.

Wie aufwändig die Pflege von Reptilien ist, wird dabei meist komplett unterschätzt und die Tiere kommen schon nach kürzester Zeit wegen Überforderung in ein ganz besonderes Münchner Tierheim: die Auffangstation für Reptilien, München e.V.

Gründe für eine Abgabe gebe es laut Marcus Baur, Vorsitzender und Fachtierarzt von der Auffangstation für Reptilien, München e.V. viele: Besitzer werden älter oder versterben, der Zoll beschlagnahmt illegal eingeführte Tiere oder ausgesetzte Tiere werden in Grünanlagen aufgesammelt, weil sie dort als Faunenverfälscher einheimische Tierarten verdrängen.

Jedes Jahr werden vor allem während und nach dem Sommer immer mehr Tiere abgegeben. Selbst unser Schildkrötenrefugium ‚Chelonia‘ platzt bereits aus allen Nähten.

Marcus Baur

Wenn zusätzlich zu den üblichen Tieren noch sogenannte Urlaubs-Souvenirs in der Reptilien-Auffangstation aufgenommen werden, gehe laut Bauer dort der Platz aus. Deswegen sei die Aufklärung der Bevölkerung eine Herzensangelegenheit.

Tiere der Reptilien-Auffangstation ziehen auf die „Tropeninsel“ ins Sea Life München

Im Sea Life München setzt man sich jetzt genau dafür ein. Für den neuen Ausstellungsbereich „Tropeninsel“ wurden zahlreiche Tiere adoptiert. Außerdem soll dort über die Arbeit der Reptilien-Auffangstation aufgeklärt und Spenden für die Organisation gesammelt werden .

Serdar Karagöz, Biologischer Leiter im SEA LIFE München freut sich sehr über die Zusammenarbeit mit der Auffangstation: „Wir verstehen die Faszination der Menschen für Reptilien, die aussehen, als würden sie von einer anderen Welt kommen. Aber die Haltung eines jeden Tieres bringt auch Verantwortung mit sich!

Mit der Tropeninsel würden zumindest einige Tieren ein neues Zuhause bekommen. Gäste könnten die Reptilien dann auch in München erleben. Gleichzeitig machen man auf ein Problem aufmerksam, das seit Jahren nicht in den Griff zu bekommen sei.

SeaLife/jh

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