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Umstrittener Neubau, Parklizenzen & Actionsport - Jahresvorschau 2023 für Pasing-Obermenzing

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Zahlreiche Autos parken im Pasinger Zentrum regelmäßig auf den Gehwegen.
Zahlreiche Autos parken im Pasinger Zentrum regelmäßig auf den Gehwegen. © Andreas Schwarzbauer

Das Jahr 2023 verspricht Veränderung für Pasing-Obermenzing: Welche Projekte neben Dreilingsweg und S-Bahn-Haltestellen dominieren werden:

Pasing-Obermenzing - Im Pasinger Zentrum könnte die Stadt heuer einen wichtigen Schritt machen, um die Verkehrssituation zu entspannen. Der Stadtrat soll dieses Jahr über ein Parklizenzgebiet entscheiden. Das teilt das Mobilitätsreferat (MOR) mit. BA-Chef Frieder Vogelsgesang (CSU) freut sich: „Wir brauchen das dringend, weil dann die kommunale Verkehrsüberwachung der Stadt für die Verkehrskontrollen zuständig ist und die zahlreichen Falschparker ahnden kann. Die derzeit zuständige Polizei hat dafür nicht das Personal.“

Pasing-Obermenzing: Diese Probleme löst ein Parklizenzgebiet

Wenn das Parken in Pasings Mitte stark eingeschränkt werde, würde auch der Verkehr zurückgehen, hofft Vogelsgesang. Denn die meisten Autos, die dort unterwegs sind, seien auf der Suche nach einer Abstellmöglichkeit. „Es ist aber nur sinnvoll, ins Pasinger Zentrum zu fahren, wenn man ein vernünftiges Anliegen hat. Und einkaufen zählt nicht dazu.“ Stattdessen sollten die Besucher die Parkgaragen am Marienplatz oder den Pasing Arcaden nutzen.

Der BA hat noch weitere Forderungen für das Areal zwischen Bahnhof und Landsberger Straße. Dort sollen unter anderem Tempo 20 und eine bauliche Mittelinsel auf der Kaflerstraße kommen. „Das Mindeste wäre, dass 2023 der Taxistand vor die Münchner Bank an der Bäckerstraße verlegt wird“, fordert Vogelsgesang. Letzteres sei bereits geplant, versichert die Sprecherin des MOR, Christina Warta. „Die hierzu nötigen Abstimmungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen.“

Pasing-Nord: Umstrittener Neubau mit großen Einzelhandel an der Gottfried-Keller-Straße kommt

Auch nördlich des Bahnhofs müsse endlich etwas geschehen, appelliert Vogelsgesang. Dort soll sich vor allem die Situation für Fußgänger und Radler verbessern. „2009 war die erste Bürgerbeteiligung, 2013 die letzte. Die Pasinger haben sich eingebracht, aber bisher ist nichts dabei herausgekommen“, ärgert er sich. Die Machbarkeitsstudie eines Planungsbüros sei inzwischen abgeschlossen und man arbeite an einem Vorschlag, über den der Stadtrat im ersten Halbjahr entscheiden werde, so Warta.

Auf dem Brachgelände an der Gottfried-Keller-Straße entsteht ein großer Einzelhandel.
Auf dem Brachgelände an der Gottfried-Keller-Straße entsteht ein großer Einzelhandel. © Andreas Schwarzbauer

Vogelsgesang geht zudem davon aus, dass die Arbeiten auf dem ehemaligen Weylgelände an der Gottfried-Keller-Straße starten. Dort will Projektentwickler Bucher Properties einen Neubau mit Wohnungen und großem Supermarkt errichten. „Der geplante Einzelhandel wird nach unserer Befürchtung Verkehr anziehen. Das ist genau das, was wir dort nicht wollen, aber er hat die Baugenehmigung bekommen“, so der BA-Chef.

Pasing-Obermenzing: Neues Viertel am Dreilingsweg in Planung

Pasing-Obermenzing wächst auch 2023 weiter. Dabei dürften allerdings nicht die Infrastruktur und die Freizeitangebote vergessen werden, fordert BA-Chef Frieder Vogelsgesang (CSU).

Nördlich der Bergsonstraße plant die Stadt am Dreilingsweg ein neues Quartier mit 950 Wohnungen und Schule. Der Wettbewerb, wie das neue Viertel aussehen soll, ist vergangenes Jahr entschieden worden. Heuer findet laut Planungsreferat die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit statt. Vogelsgesang ruft die Obermenzinger dazu auf, sich zu beteiligen: „Ich setze darauf, dass die Bürger sich jetzt damit befassen und konstruktiv einbringen. Denn wenn die Bagger dastehen, ist es zu spät.“ Erste Kritik gibt es bereits. Auch Vogelsgesang selbst sieht noch Verbesserungsbedarf, unter anderem bei der Erschließung. Aber: „Der Siegerentwurf hat das größte Potenzial, eine sinnvolle Lösung zu bringen.“

Pasing-Obermenzing: So ist der Stand beim S-Bahn-Halt Berduxstraße

„Eine Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass der S-Bahn-Halt Berduxstraße machbar ist. Und die Finanzierung ist aus meiner Sicht geklärt. Der Stadtrat hat beschlossen, sich mit sieben Millionen Euro zu beteiligen. Das Verkehrsministerium muss nun endlich zu Potte kommen“, fordert Vogelsgesang bezüglich des zusätzlichen Stopps für die S2 im Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee. Man könne über viele Projekte diskutieren, aber nicht über den Halt an der Berduxstraße.

Indiskutabel sei der geplante S-Bahn-Halt im Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee.
Indiskutabel sei der geplante S-Bahn-Halt im Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee. © Andreas Schwarzbauer

Das Verkehrsministerium teilt mit, dass die Gespräche zwischen Freistaat und Landeshauptstadt gestartet wurden und heuer abgeschlossen werden sollen. Parallel bereite man mit der Bahn die Planungen vor. „Belastbare Aussagen über den Zeitpunkt der Realisierung sind derzeit noch nicht möglich“, so eine Sprecherin.

Pasing-Obermenzing: Bezirksausschuss fordert Realisierung von Action-Sport-Halle und Kulturbürgerhaus

Zwar könne die Stadt ihre Projekte derzeit wegen der angespannten Haushaltslage nur schrittweise realisieren, aber sie dürfe sie nicht komplett liegenlassen, appelliert Vogelsgesang. „Wir müssen uns als BA massiv auf die Hinterbeine stellen, damit die Action-Sporthalle in der Eggenfabrik und das Kulturbürgerhaus an der Offenbachstraße vorangebracht werden.“

Hier an der alten Eggenfabrik soll eine neue Action-Sporthalle entstehen.
Hier an der alten Eggenfabrik soll eine neue Action-Sporthalle entstehen. © Andreas Schwarzbauer

Für das neue Sportangebot werde der Stadtrat voraussichtlich im Februar die Ausführungsgenehmigung für den Umbau der alten Fabrikhalle erteilen, sodass die Arbeiten im Frühjahr beginnen könnten. „Die Fertigstellung des Gebäudes sowie die Übergabe sind dann geplant für das dritte Quartal 2024“, sagt Lukas Schauer, Sprecher des Sportreferats. Für das Kulturbürgerhaus erarbeitet die städtische Wohnungsbaugesellschaft GWG derzeit einen Entwurf, über den der Stadtrat laut Kommunalreferat im zweiten Quartal entscheiden wird.

Pasing-Obermenzing: Magdalenenpark des Bund Naturschutz und Landschaftspark-West

Der Bund Naturschutz (BN) plant, den Klostergarten zwischen Planegger Straße und Würm zu einem Klimapark umzugestalten. Dafür laufen heuer die ersten Abstimmungen mit den Behörden. Ziel sei es, einen Teil des Areals, das künftig Magdalenenpark heißen soll, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, kündigt der BN-Projektverantwortliche Martin Hänsel, an.

Der Stadtrat hat für 2023 Mittel eingeplant, um das Konzept aus den 90er-Jahren für den Landschaftspark-West zwischen Pasing, Hadern und Laim fortzuschreiben. Eine externe Fachberatung soll damit und mit der Moderation eines Beteiligungsformats beauftragt werden.

Ein Landschaftspark auf dem Baumschul-Areal forderten 1023 Bürger im Online-Format.
Ein Landschaftspark auf dem Baumschul-Areal fordern Bürger und Stadtteilpolitiker. © Marie-Julie Hlawica

Kulturzentrum Pasinger Fabrik soll fit für die Zukunft werden

Das Gebäude der Pasinger Fabrik ist marode, zu klein und teilweise nicht für einen Kulturbetrieb geeignet. „Unser Kulturzentrum braucht ein Konzept für die Zukunft“, sagt daher BA-Chef Frieder Vogelsgesang. Und die ersten Weichen dafür werden heuer gestellt. Das Kultur- und das Sozialreferat werden bis zum zweiten Quartal klären, welchen Raumbedarf die Nutzer haben, und das Kommunalreferat anschließend ein Konzept erarbeiten. „Ich weiß nicht, ob 2023 schon etwas spruchreif sein wird. Es ist ein längerfristiges Projekt“, sagt Vogelsgesang. 

Das Gebäude der Pasinger Fabrik ist marode und muss dringend saniert werden.
Das Gebäude der Pasinger Fabrik ist marode und muss dringend saniert werden. © Andreas Schwarzbauer

Pasing: Viel Bewegung im Österreicher-Viertel

Bei einem Pilotprojekt sollten die Anwohner 2022 Vorschläge erarbeiten, wie ihr Viertel zwischen der Agnes-Bernauer- und der Landsberger Straße zukunftsfähig werden kann. „Das Engagement hat mich sehr positiv überrascht. Bei allen Veranstaltungen war der Pfarrsaal St. Willibald rappelvoll“, sagt Vogelsgesang. Der BA hat das Projekt bis Ende April verlängert. „Im Laufe des Jahres wurde sehr deutlich, dass der für Ende 2022 geplante Abschluss die positive Entwicklung unterbrechen und manche Ideen kurz vorm Ziel ausbremsen würde.“ 

Das Österreicher-Viertel im Osten von Pasing.
Das Österreicher-Viertel im Osten von Pasing. © Andreas Schwarzbauer

Pasing-Obermenzing: Kompromiss bei der Erdbeerwiese?

Der Stadtrat soll mit dem Aufstellungsbeschluss im Februar den Startschuss für die Änderung des Flächennutzungsplans (FNP) geben. Diese soll ermöglichen, an der Von-Kahr- und der Professor-Eichmann-­Straße eine Feuerwache sowie eine Schule zu bauen und die Sportanlage des SV Untermenzing ganz oder teilweise auf die sogenannte Erdbeerwiese (Foto: ul) an die Weinschenkstraße zu verlagern.

Die Erdbeerwiese an der Weinschenkstraße.
Die Erdbeerwiese an der Weinschenkstraße. © Ursula Löschau

„Wenn man uns ins Boot holen will, muss man eine Lösung finden, die das Erdbeerfeld, so weit es geht, unbebaut lässt“, sagt Frieder Vogelsgesang (CSU), Vorsitzender des BA Pasing-­Obermenzing. Er fordert, eine Feuerwache am Pasinger Heuweg „vernünftig zu prüfen“.

Letzteres will auch das Viertelgremium für Allach-Untermenzing. Allerdings stimmt der BA 23 der FNP-Änderung grundsätzlich zu, um die Detailplanung samt eventuell nötiger Grundstücksverhandlungen endlich ins Rollen zu bringen. BA-Chef Pascal Fuckerieder (SPD) glaubt kaum, dass es 2023 bereits einen Bebauungsplan geben wird. „Es muss vorher noch eine ganze Menge untersucht werden“, sagt er. Laut Aussage von Matthias Beck vom Planungsreferat bei der Dezember-Sitzung des BA 23 soll es „zeitnah im ersten Quartal 2023 nochmal eine Infoveranstaltung“ geben. „Wir müssen ja auf Ihre Stellungnahmen reagieren und können nicht einfach so weitermachen.“

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