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Schlag gegen Callcenter-Betrug: Polizei München meldet mehrere Festnahmen ‒ Ein Verdächtiger im Mittelpunkt

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Von: Jonas Hönle

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Ein Telefon im Dunkeln.
Die Polizei München hat drei verdächtige Männer wegen Callcenter-Betrugs festgenommen. (Symbolbild) © dpa

Nach Ermittlungen der Polizei wegen Callcenter-Betrugs durch falsche Beamte in München, wurden drei Männer festgenommen. Sie hatten alle eine Verbindung.

München ‒ Der AG Phänomene der Münchner Polizei ist ein Schlag gegen den organisierten Callcenter-Betrug gelungen. Im Zentrum von drei Fällen um falsche Ermittler am Telefon steht ein 43-jähriger Verdächtiger aus Polen.

Polizei München nimmt drei verdächtige Männer wegen Callcenter-Betrugs fest

Bei der Masche geben die Anrufer oft vor, dass ein Familienmittglied einen schweren oder sogar tödlichen Unfall verursacht haben und die Opfer eine Gefängnisstraße mit einer hohen Geldsumme als Kaution abwenden können.

Bei den Ermittlungen kam es zu drei Festnahmen. Die Polizei schnappte die Verdächtigen in Saarbrücken, in München und an der Grenze zu Tschechien.

Polizei München nimmt verdächtigen Abholer aus Polen fest

Im ersten Fall meldete sich ein falscher Staatsanwalt im November 2022 bei einer über 80-Jährigen aus München. Bei dem Telefonat brachte er die Seniorin dazu, zu glauben, dass ihre Tochter eine andere Person bei einem Verkehrsunfall getötet habe. Um eine Gefängnisstrafe zu umgehen, sei eine Kaution nötig.

Die Frau übergab im Anschluss einen fünfstelligen Geldbetrag an einen unbekannten Abholer.

Der unbekannte Täter forderte daraufhin bei weiteren Telefonaten immer wieder Geld. Die Münchnerin wurde in der Zwischenzeit jedoch von Verwandten über die Masche aufgeklärt und es kam zu keiner weiteren Übergabe.

Bei Ermittlungen konnte die Polizei München einen 43-Jährigen aus Polen als Verdächtigen identifizieren. Weitere Nachforschungen ergaben zudem, dass der Mann neben seiner Tätigkeit als Abholer in Deutschland auch für die Entgegennahme und den Transport von Beute ins Ausland verantwortlich war.

Die Polizei nahm den 43-Jährigen am Freitag, den 13. Januar 2023, kurz vor seiner Ausreise nach Tschechien am Grenzübergang Weidhaus fest. Nach seinem Transport in die Haftanstalt des Polizeipräsidiums München wurde Haftbefehl gegen ihn erlassen.

Zusammen mit der Polizei in der Türkei hat die Münchner AG Phänomene langwierige Ermittlungen gegen organisierten Callcenter-Betrug geführt - mit Erfolg.

Weiterer Fall von Betrug am Telefon durch falsche Ermittler - Verdächtiger in Saarbrücke festgenommen

Die Ermittlungen ergaben zudem, dass der 43-jährige Verdächtige auch an weiteren Taten in München beteiligt war. So übergab ein 32-jähriger Abholer in einen Fall seine Beute an den Mann.

Der 32-jährige Mann aus Polen holte am Mittwoch, den 11. Januar, eine fünfstelligen Betrag von einer über 60-jährigen Münchnerin ab, nachdem ihr ein falscher Polizist am Telefon vorlog, dass ihr Sohn einen tödlichen Unfall verursacht habe.

Die Polizei konnte den 32-Jährigen identifizieren. Ermittlungen ergaben, dass er sich in Saarbrücken aufhält. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden wurde der Verdächtige vor Ort festgenommen.

Dabei stellte sich heraus, dass der 32-Jährige auch als Abholer im Bereich Saarbrücken fungiert hatte. Kurz zuvor übergab er die Beute aus München an den verdächtigen 43-Jährigen.

Ein Haftrichter erließ einen Haftbefehl gegen den 32-Jährigen.

Die AG Phänomene ermittelt nach einer Welle von Schockanrufen bei Seniorinnen. Bei dem organisierten Callcenter-Betrug fordern die Täter viel Geld.

Wieder Verbindung zu 43-jährigen Verdächtigen - Polizei München nimmt Abholer fest

Auch im dritten Fall führen die Spuren wieder zu dem 43-Jährigen. Ein weiterer Abholer aus Polen übergab seine Beute nach einem Betrug an den Verdächtigen.

Die Polizei schnappte den 22-jährigen Mann, nachdem ein über 70-Jähriger aus dem Landkreis München am Mittwoch, den 18. Januar, die Masche eines falschen Polizisten am Telefon durchschaut hatte.

Bei einer vermeintlichen Übergabe, bei der der 22-Jährige an das Auto des Seniors herantrat, um zuvor vereinbartes Bargeld abzuholen, nahm die Polizei ihn fest.

Der Verdächtige wurde der Haftanstalt des Polizeipräsidiums München überstellt, wo ein Ermittlungsrichter Haftbefehl erließ.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei übergab der 22-Jährige in einem anderen Fall erbeutetes Bargeld an den 43-Jährigen.

Häufig werden ältere Menschen von Callcenter-Betrügern mit der Schockanruf-Masche um Geld und Wertgegenstände gebracht. Die Polizei München klärt auf...

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