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Schockanruf-Serie bei Seniorinnen ‒ Polizei München klärt über Betrug am Telefon und die Masche auf

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Von: Jonas Hönle

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Betrug am Telefon mit der Schockanruf-Masche
Die Polizei München warnt vor Betrug am Telefon und gibt Hinweise zur Schockanruf-Masche. (Symbolbild) © dpa

Die AG Phänomene ermittelt nach einer Welle von Schockanrufen bei Seniorinnen. Bei dem organisierten Callcenterbetrug fordern die Täter viel Geld.

Die Polizei München ermittelt in mehreren Fällen von organisiertem Callcenterbetrug mit der sogenannten Schockanruf-Masche. Die Opfer sollen mit dem Betrug am Telefon dazu gebracht werden, hohe Geldbeträge an die Täter zu zahlen.

Die AG Phänomene der Münchner Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und gibt Hinweise zur Prävention.

Organisierter Callcenterbetrug - Polizei München ermittelt wegen Schockanruf-Masche

Eine über 90-jährige Seniorin erhielt am Montag einen Anruf von einer unbekannten Frau. Diese erklärte der Giesingerin, dass ihre Tochter einen Unfall gehabt hätte und dabei eine andere Frau getötet worden wäre. Damit die Tochter nicht ins Gefängnis käme, müsse die Münchnerin eine Kaution von mehreren zehntausend Euro bezahlen.

Die über 90-Jährige rief daraufhin ein Taxi, um das geforderte Geld von der Bank abzuheben.

Auf dem Weg zur Bank erklärte sie dem Taxifahrer ihr Vorhaben. Dem 44-Jährigen kam die ganze Angelegenheit seltsam vor und er überzeugte die über 90-Jährige Anzeige bei einer Polizeidienststelle zu erstatten. Er fuhr die Seniorin im Anschluss noch zur nächstgelegenen Dienststelle zur Anzeigenaufnahme.

Täter fordern bei Schockanruf-Masche Geld von Seniorin

Im zweiten Fall meldet sich eine Bankmitarbeiterin am Dienstag bei der Polizei und berichtete, dass eine über 80-Jährige mit Wohnsitz im Landkreis München bereits in der Vergangenheit mehrfach versucht habe, höhere Geldbeträge auf ein Konto in Litauen zu überweisen. Dies kam der Bankmitarbeiterin komisch vor.

Im Gespräch mit der Seniorin ermittelten die Polizeibeamten, dass diese bereits seit dem 09.05.2022 immer wieder von bislang unbekannten Tätern angerufen worden sei. Hierbei war mal eine männliche Person und mal eine weibliche Person am Telefon.

Diese sagten der über 80-Jährigen, dass sie noch offene Rechnungen habe. Um Druck aufzubauen sagten sie der Seniorin, dass über das Amtsgericht Polizeibeamte zu ihr geschickt werden würden, um etwas zu pfänden.

Die über 80-Jährige versuchte laut Polizei immer die geforderten Beträge zu überweisen. Diese wurden zum Großteil von der Bank zurückgehalten. Dennoch gelang es der über 80- Jährigen einmal einen Betrag in Höhe von mehreren zehntausend Euro zu überweisen.

AG Phänomene der Münchner Kriminalpolizei ermittelt wegen Betrug am Telefon

Im dritten Fall erhielt eine über 90-jährige Münchnerin am Dienstag, gegen 18.30 Uhr, einen Anruf von bislang unbekannten Tätern. Am Telefon wurde ihr gesagt, dass ein Angehöriger in einen schweren Unfall verwickelt sei und sie daher eine Kaution für diesen stellen müsse.

Daraufhin übergab die Seniorin an ihrem Wohnsitz in der Maxvorstadt Bargeld und Goldmünzen im Wert von mehreren zehntausend Euro an einen unbekannten Abholer. Erst einige Zeit später informierte die über 90-Jährige die Polizei, nachdem ihr Zweifel an der Richtigkeit der Angaben der unbekannten Täter kamen.

Die Polizei sucht Zeugen, die im angegebenen Zeitraum im Bereich des Karolinenplatz, Barer Straße, Gabelsbergerstraße und Brienner Straße (Maxvorstadt) Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten.

Schockanruf-Masche - Hinweis der Polizei München zu Betrug am Telefon

Falsche Polizei- oder Kriminalbeamte und auch andere angebliche Amtspersonen (z. B. Richter, Staatsanwalt, etc.) verwenden laut Polizei häufig den Trick, dass ein Familienmitglied bzw. ein Angehöriger einen schweren Unfall verursacht hat und nun zur Abwendung einer Haft oder sonstigen Festhaltung eine entsprechende Kaution fällig sei.

Vergewissern Sie sich bitte durch einen selbstständigen Anruf beim Polizeinotruf 110, ob es sich tatsächlich um einen echten Anruf handeln könnte. Wenn Sie den Polizeinotruf 110 anrufen, vergewissern Sie sich bitte, dass ein vorheriger Anruf auch definitiv beendet wurde, indem der Hörer aufgelegt oder eine entsprechende Taste eines Mobiltelefons gedrückt wurde.

Dieser Hinweis gilt außerdem für Betrugsmaschen ähnlicher Art. Wenn Sie Anrufe von vermeintlichen Personen anderer Behörden erhalten, vergewissern Sie sich über einen unabhängigen Anruf bei dieser Behörde oder beim Polizeinotruf 110, ob der Anrufer tatsächlich in deren Auftrag bei Ihnen angerufen hat.

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