1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

Münchner Schüler fordern sicherere Straßen ‒ Stadt erteilt den Wünschen aus Sendling deutliche Absage

Erstellt:

Kommentare

Alramstraße in Sendling.
Hier sollte ein Schild mit der Aufschrift „Achtung Kinder“ stehen. Das zumindest fordern die Kinder in Sendling. © Daria Gontscharowa

Zebrastreifen, Tempo 30 oder Blitzer: Sendlinger Schüler fordern mehr Sicherheit auf Münchens Straßen. Die Stadt zeigt die kalte Schulter. Der BA reagiert.

München / Sendling ‒ Es geht um fünf Anträge auf die Erhöhung der Verkehrssicherheit im Schulbereich sowie auf dem Schulweg. Heißt konkret: Schüler bitten, ein Schild „Achtung Kinder“ vor der Gaißacher Turnhalle aufzustellen, die 30er-Zone im Bereich Impler-/Valleystraße/Gotzinger Platz besser zu kontrollieren, einen Zebrastreifen am Gotzinger Platz sowie in der Aberle- und Alramstraße einzurichten und Blitzer im Bereich Impler-/Valleystraße/Gotzinger Platz vor den Schulen aufzustellen.

Gotzinger Platz in Sendling.
Bürger fordern Zebrastreifen am Gotzinger Platz in Sendling. © Daria Gontscharowa

Diese Anliegen haben die Sendlinger Jugendlichen schon im Juli bei der Kinder- und Jugendversammlung schriftlich formuliert. Das BA-Gremium hat diese wiederum bereits im August ans Mobilitätsreferat weitergeleitet. Nun hat der Bezirksausschuss die Antwort erhalten. Diese lautet klipp und klar: Es besteht kein Handlungsbedarf.

Mehr Sicherheit im Verkehr: Jugendliche aus Sendling bitten Stadt um Maßnahmen

Sahra Aboudarar, Grünen-Politikerin und Kinder- und Jugendbeauftragte des BA, zeigt sich mit dem Schreiben des Referates äußerst unzufrieden. „Wenn die Kinder sich unsicher im Straßenverkehr fühlen, muss die Stadt handeln“, sagt Aboudarar im Gespräch mit Hallo und fügt hinzu: „Das ist sehr traurig, dass die Verwaltung die Sorgen der Kinder und deren subjektives Sicherheitsgefühl nicht ernst nehmen will.“

Sahra Aboudarar, Kinder- und Jugendbeauftragte des BA Sendling.
Sahra Aboudarar, Kinder- und Jugendbeauftragte des BA Sendling. © privat

Zusammen mit ihrer Parteikollegin Barbara Lauterbach schlug sie in der jüngsten BA-Sitzung vor, ein Treffen mit den Vertretern des Referates und den jungen Antragssteller vor Ort zu organisieren, um gemeinsam nach einer alternativen Lösung zu suchen.

Die Sprecherin des Mobilitätsreferates, Christina Warta, teilte auf Hallo-Nachfrage mit, dass das Referat einen Experten zum angesprochenen Ortstermin entsenden werde. Außerdem solle aus Sicht des Referats auch ein Vertreter der Polizeiinspektion am Treffen teilnehmen.

Deutliche Forderung an die Stadt: „Einen externen Übersetzer ins ,Kindliche‘ beauftragen“

Ein zweiter geäußerter Kritikpunkt war die Bearbeitungszeit der Kinderanträge. Das Referat hätte die Kinderanliegen schneller bearbeiten sollen. Es habe ziemlich lang gedauert, sagte Aboudarar. Als maximale Bearbeitungszeit wurden drei Monate vorgeschlagen.

Darüber hinaus wies Lauterbach darauf hin, dass die Antwort auf Kinderanliegen auch in „kindgerechter Sprache verfasst werden muss“. Ob das möglich sei, bezweifelte Jens Erdmann (Grüne).

„Um ein kinderfreundliches Schreiben zu verfassen, müssen sie vielleicht einen externen Übersetzer ins ,Kindliche‘ beauftragen“, sagte Erdmann und beschwerte sich darüber, dass selbst die BA-Mitglieder manchmal Schwierigkeiten mit dem Verstehen des Behördendeutschen hatten. Die BA-Mitglieder haben den Antrag mehrheitlich angenommen.

Mit dem Hallo München-Newsletter täglich zum Feierabend über die wichtigsten Geschichten aus der Isar-Metropole informiert.

Auch interessant

Kommentare