„Er hat München ein umfangreiches Werk hinterlassen“

Alte Heide: Viertelpolitiker fordern ein Denkmal für den Architekten Theodor Fischer

BA-Mitglieder Patric Wolf und Claudia Mann zeigen, wo das Theodor-Fischer-Denkmal stehen könnte. 
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BA-Mitglieder Patric Wolf und Claudia Mann zeigen, wo das Theodor-Fischer-Denkmal stehen könnte. 

Zum 100-jährigen Bestehen der Siedlung Alte Heide fordert der Bezirksausschuss Schwabing-Freimann jetzt ein Denkmal für den Architekten Theodor Fischer.

  • Der Bezirksausschuss Schwabing-Freimann wünscht sich ein Denkmal für den Architekten Theodor Fischer.
  • Dieser hat vor 100 Jahren das Ensemble Alte Heide geschaffen.
  • Um ein Einzeldenkmal zu bekommen, müssen allerdings bestimmte Kriterien erfüllt werden.

SCHWABING/ALTE HEIDE - Zu seinem Werk gehört die Wohnsiedlung Alte Heide im nördlichen Schwabing, die Grundschule an der Haimhauserstraße sowie die Erlöserkirche an der Münchner Freiheit – jetzt könnte der Architekt und Stadtplaner Theodor Fischer dafür ein Denkmal im Viertel bekommen. Das forderte zumindest der örtliche Bezirks­ausschuss in seiner jüngsten Sitzung.

Schwabing: Bezirksausschuss fordert Theodor-Fischer-Denkmal an der Alten Heide

Theodor Fischer hat München ein umfangreiches Werk hinterlassen und es gibt zwar bereits eine Straße in Untermenzing, die nach ihm benannt ist, aber kein Denkmal in dem Sinne“, bedauert die Antragstellerin Claudia Mann (CSU), die ebenfalls Architektin ist. Fischer war von 1893 bis 1901 Leiter des Münchner Stadt­erweiterungsbüros. In diese Zeit fällt auch die Aufstellung eines Generalbebauungsplans für München, der bis zum Zweiten Weltkrieg verbindlich galt.

Der Münchner Architekt Theodor Fischer.

100 Jahre Alte Heide: Denkmal soll Zugang zur Siedlung markieren

Einen perfekten Anlass für eine baldige Würdigung gebe es derzeit auch: das 100-jährige Bestehen des heute denkmalgeschützten Ensembles Alte Heide, das zwischen 1919 und 1923 erbaut wurde. Vorschläge, wo das Denkmal künftig stehen könnte, gibt es ebenfalls schon: Die Stadt soll prüfen, ob es zwischen Ungererstraße, Echinger Straße und Dietersheimer Straße, auf der Wiese beim U-Bahn-Abgang, möglich ist. „Der Platz passt besonders gut, weil hier der Zugang zur Alten Heide ist“, erklärt Mann. BA-Chef Patric Wolf (CSU) habe sich auch bereits erkundigt und erfahren, dass die Fläche der Stadt gehöre. Diese prüft den Antrag nun.

So werden Denkmal-Anträge in München geprüft

Anträge für neue Denkmäler landen bei der Arbeitsgruppe Gedenktafel. Zwei bis drei Mal im Jahr beschäftigt sich diese Vorjury mit vorgeschlagenen Themen oder Personen und gibt gegebenenfalls eine Empfehlung an den Stadtrat ab. „Einzeldenkmäler sind inzwischen sehr selten und die Messlatte dafür ist sehr hoch“, erklärt Jennifer Becker vom Kulturreferat. Eine stadtweite Bedeutung sei beispielsweise die Mindestvoraussetzung. Noch besser sei es, wenn auch darüber hinaus gewirkt wurde. Die Arbeitsgruppe befasst sich aber nicht nur mit der Frage, ob, sondern auch wie Gedenken aussehen kann.

Alternativ kann sich der BA aber auch Standorte innerhalb der Siedlung vorstellen. Zum Beispiel im Park an der Garchinger Straße, am Platz vor dem Konsumgebäude an der Echinger Straße 25, vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude, Alte Heide 3, oder vor der Volksschule an der Fröttmaninger Straße. Das Denkmal selbst soll in einem künstlerischen Wettbewerb realisiert werden, so außerdem der BA-Wunsch.

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