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Schikane durch Vermieter? - Mietstreit in Schwabing-Freimann geht vor Gericht

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Von: Benedikt Strobach

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Das nächste Kapitel im Streit der Anwohner mit dem Eigentümer der Wilhelmstraße 27: Der Radunterstand im Innenhof wurde entfernt.
Das nächste Kapitel im Streit der Anwohner mit dem Eigentümer der Wilhelmstraße 27: Der Radunterstand im Innenhof wurde entfernt. © Benedikt Strobach

Die Mieter der Wilhelmstraße 27 sind sauer über die „Schikane“ des Haus-Eigentümers - jetzt wurde eine Klage gegen den Vermieter am Amtsgericht behandelt.

Schwabing-Freimann - Eigentlich sollte Annegret Bähnisch Grund zur Freude haben. Zwar wurde ihr Wohnhaus an der Wilhelmstraße 27 nicht unter Denkmalschutz gestellt, aber als wichtiger Bestandteil des Ensembles festgelegt. Der Bauantrag des Vermieters „Mitten in Schwabing GmbH“ wurde dementsprechend abgelehnt, die Abriss-Ängste waren vom Tisch. Freude kommt aber nicht auf. Im Gegenteil: Jetzt ging der Streit vor Gericht. Wieso?

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Hallo München ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. © Hallo München

Mieter um Annegret Bähnisch fühlen sich von ihrem Vermieter schikaniert

„Weil wir von unserem Vermieter schikaniert werden“, erklärt Bähnisch. Konkret meint die Schwabingerin etwa Abmahnungen wegen unerlaubter Dachbodennutzung oder öffentlichem Auftreten in Medien.

Das Fass sei zum Überlaufen gebracht worden, als der Vermieter – nun unter dem Namen „Wilhelm Grundbesitz GmbH“ aktiv – den Fahrrad-Unterstand im Innenhof abbaute. „Völlig unbegründet“, klagt Bähnisch. „Jetzt können wir unsere Räder nirgendwo mehr abstellen. Auf der Straße und in der Einfahrt sind sie verboten. Das ist mittlerweile nur noch Schikane.“

Annegret Bähnisch (l.) fühlt sich von den Taten ihres Vermieters schikaniert.
Annegret Bähnisch (l.) fühlt sich von den Taten ihres Vermieters schikaniert. © Benedikt Strobach

Deshalb ging die Schwabinger­in nun vor das Amtsgericht – und gewann. „Der Richter hat sowohl bei den fehlerhaften Nebenkostenabrechnungen als auch beim Unterstand zu unseren Gunsten entschieden“, erklärt Bähnisch. Das bestätigt Klaus-Peter Jüngst, Sprecher des Gerichts, auf Hallo-Anfrage.

Mietstreit in der Wilhelmstraße: Amtsgericht entscheidet zugunsten der Mieter

Es läge eine Erlaubnis bezüglich des Fahrradunterstands vor, sodass ein wichtiger Grund notwendig wäre, um diesen zu entfernen. Dies sei aufgrund der Fotos nicht erkennbar. Es erfolgte ein „widerruflicher Vergleich“ beider Parteien, sagt Jobst. Laut diesem muss der Vermieter den Unterstand mit acht Halterungen wieder aufbauen. Gegen die Vereinbarung dürfe bis Donnerstag, 2. Dezember, Widerruf eingelegt werden.

Warum hat der Vermieter den Unterstand abbauen lassen? Wie empfindet er das Urteil? Hallo hat über Umwege Kontakt zum Geschäftsführer der „Wilhelm Grundbesitz GmbH“, Guido Gerold, aufgenommen. Eine Anfrage mit den beiden oben genannten Fragen blieb jedoch bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Bähnisch ist sich sicher, dass die GmbH von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen wird. Dann ginge es am Freitag, 17. Dezember, weiter.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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