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Wunsch nach höherem Straßengrün sorgt für heiße BA-Debatte – Entscheidung im Juli?

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Von: Katrin Hildebrand

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Das Straßengrün rund um die Werinherstraße ist meist raspelkurz. Nur ein kleines Stück an der Werinherstraße darf noch wuchern. Klaus Neumann wünscht sich mehr davon.
Das Straßengrün rund um die Werinherstraße ist meist raspelkurz. Nur ein kleines Stück an der Werinherstraße darf noch wuchern. Klaus Neumann wünscht sich mehr davon. © Katrin Hildebrand

Die Stadt stemmt sich gegen Wildwuchs auf Seitenstreifen, sehr zum Ärger von Klaus Neumann. Der will in Obergiesing-Fasangarten mehr Wildwuchs. Der BA ist geteilter Meinung...

OBERGIESING-FASANGARTEN Kniehoch oder höher. So soll das Gras auf Verkehrsinseln, Seiten- und Mittelstreifen fortan sein, wenn es nach Klaus Neumann (SPD) geht. Der Vorsitzende des Unterausschusses Mobilität und Verkehr im BA Obergiesing-Fasangarten will die Stadtverwaltung dazu auffordern, das Straßenbegleitgrün für den Rest des Jahres wachsen zu lassen.

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„Bei mir ums Eck wurde innerhalb von fünf Wochen zwei bis dreimal gemäht“, empörte er sich in der jüngsten BA-Sitzung. „Für Flora, Fauna und Artenvielfalt sollten wir das nicht mehr tun.“ Gegenüber Hallo erklärt er zudem: „Wir machen überall sonst ein Riesengedöns um die Notwendigkeit der CO2-Reduktion, aber säbeln regelmäßig das wenige Gras ab, das wir zwischen all dem Asphalt haben.“ Das widerspreche sich. Doch räumt er ein: „Freilich soll das Grün nur dort in die Höhe wachsen, wo es aus Gründen der Verkehrssicherheit möglich ist.“

Wildwuchs auf Rasenflächen: BA ist geteilter Meinung und vertagt Entscheidung auf Juli

Der BA hat den Antrag nun in den Juli verschoben – erst in den Unterausschuss, anschließend in die Vollversammlung. Zu weit klafften bei der Juni-Sitzung die Meinungen über die aktuelle Mäh-Situation auseinander. Volker Zimmer (CSU) meinte: „Verwilderung kann auch kontraproduktiv sein.“

Seine Fraktionskollegin Regina Schmidt verwies darauf, dass genau dieses Problem im Fasangarten vorherrsche. „In der Amisiedlung wird offenbar gar nicht mehr gemäht. Man sieht keine Bodenvertiefungen mehr. Kinder bringen Zecken heim und der Hundekot auf den Wiesen kann nur schwer entfernt werden.“

Ganz anders, so versicherten Verkehrschef Neumann und Larissa Schmid von den Grünen, sei die Lage in Obergiesing an Werinher- und Deisenhofener Straße. „Da hat kein Gänseblümchen mehr die Chance hochzukommen“, resümierte Schmid.

Auch an der Deisenhofener Straße ist das Gras kurz.
Auch an der Deisenhofener Straße ist das Gras kurz. © Katrin Hildebrand

Wildwuchs auf Rasenflächen: Regelmäßige Schnitte durch Stadt vorgesehen

Das Baureferat gab auf Hallo-Anfrage bekannt, dass das Straßenbegleitgrün im 17. Stadtbezirk Obergiesing-Fasangarten bislang als klassische Rasenfläche gelte und dementsprechend kurz gemäht werde. „Es erfolgen acht bis 15 Schnitte pro Jahr, in Abhängigkeit der Niederschläge und der örtlichen Gegebenheiten“, erklärt ein Sprecher. Das gelte für den Nord- und Südteil des Bezirks.

Doch würden ein paar Wiesen bereits anders behandelt und nur zweimal pro Jahr gemäht, um artenreiche Langgrasflächen zu entwickeln: Das gelte für die Bereiche an Fasangarten-/Minnewitstraße, Fockenstein-/Lincolnstraße, St.-Quirin-Platz, der Wendeschleife der Tram 21 an der Schwanseestraße sowie entlang der Trambahngleise.

Wildwuchs auf Rasenflächen: Andere Bezirke als Vorbild

Hoffnung auf weitere wildwüchsige Verkehrsinseln und Seitenstreifen gibt es durchaus: Bereits im vergangenen Jahr hat das Baureferat, Abteilung Gartenbau im Bezirk Schwabing-West viele Rasenflächen seltener abgemäht. Heuer hat wie Behörde das Experiment auf Bogenhausen ausgeweitet. Dort wird das Grün nur zweimal pro Jahr rasiert.

„Es werden unterschiedliche Mäh-Methoden eingesetzt, um Erkenntnisse zur ökologischen Wirksamkeit und zur Wirtschaftlichkeit zu gewinnen“, erklärt der Sprecher gegenüber Hallo. Sollten die Versuche erfolgreich sein, könnte das Konzept langfristig in der ganzen Stadt eingeführt werden.

Der BA Obergiesing-Fasangarten wird voraussichtlich am Dienstag, 12. Juli, ab 19.30 Uhr im Pfarrsaal der Kirche „Maria Königin des Friedens“, Werinherstraße 50, über seine Forderungen entscheiden.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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