Kinderlachen statt Betonbunker

Sendlinger Bürgerinitiative fordert Mitsprache bei Umgestaltung des Brunthaler Parkplatzes

Auf dem Brunthaler Parkplatz könnte bald ein Verwaltungsgebäude stehen. Doch die Anwohner haben andere Pläne: Eine gemeinschaftliche Grünfläche.
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Auf dem Brunthaler Parkplatz könnte bald ein Verwaltungsgebäude stehen. Doch die Anwohner haben andere Pläne: Eine gemeinschaftliche Grünfläche.

Ausgerechnet ein Parkplatz ist in der Pandemie für viele Sendlinger eine willkommenen Freizeitfläche geworden. Anwohner kämpfen nun gegen ein dort geplantes Verwaltungsgebäude. Doch die Stadt hat andere Pläne.

Sendling - „Fast jedes Kind im Viertel hat auf diesem Platz Fahrradfahren gelernt“, sagt Constanze von Hassel, Anwohnerin am Gotzinger Platz.

Sie und ihre Nachbarn haben sich in einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen und setzen sich nun für eine gemeinschaftliche sowie klimafreundliche Nutzung des Brunthaler Parkplatzes ein. Dieser könnte, da es sich um städtischen Grund handelt, laut Kommunalreferat einem Verwaltungsgebäude weichen.

„Der Platz ist seit dem Corona-Lockdown emotional aufgeladen. Als selbst die Spielplätze geschlossen waren, konnten hier die Kinder Inline Skates, Fahrrad oder Einrad fahren. Aber alles mit Abstand“, so von Hassel.

Auch für Erwachsene sei der Parkplatz ein Aufenthaltsort zum Picknicken oder Tennisspielen gewesen. „Durch die Extrem-Situation wurde den Anwohnern erst bewusst, dass es zu wenig Aufenthaltsqualität gibt“, erklärt von Hassel.

Anwohnerin Constanze von Hassel hat sich mit ihren Nachbarn in einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen.

Um den Gemeinschaftsort jetzt im Viertel zu erhalten, hat sich die Bürgerinitiative in einen öffentlichem Brief an die Münchner Bürgermeister, das Referat für Stadtplanung und Bauordnung, den BA Sendling, sowie weitere Politiker gewandt. Die Forderung: Eine Umgestaltung in eine grüne Freifläche mit vielen Bäumen und Platz für Freizeitgestaltung. Über 220 Unterschriften haben die Bewohner für ihr Anliegen gesammelt.

BA-Mitglied Philip Fickel (SPD) vom Bau-Unterausschuss, der mit der Initiative in Kontakt steht, sieht die Pläne der Bürgerinitiative allerdings skeptisch: „Der Parkplatz ist Baugrund der Stadt und erfahrungsgemäß wird sie hier auch bauen.“ Dennoch befürwortet er das Engagement. „Es ist wichtig, dass die Anwohner sich einbringen. Sie müssen in die Planung einbezogen werden.“

Denn bisher ist die künftige Flächennutzung noch nicht abschließend geklärt. Diese wird zur Zeit noch in einer vom Kommunalreferat beauftragten Studie ausgelotet, wie eine Sprecherin des Referats bestätigt.

„Wenn gebaut wird, dann sollen sozialer Wohnraum, Kitas oder ähnliche soziale Einrichtungen entstehen, aber kein Verwaltungsgebäude“, so Fickel. Um den Anwohnern eine alternative Freizeitfläche anzubieten, schlägt er vor, den gegenüberliegenden Gotzingerplatz aufzuwerten. Die Pläne für die Grüne Oase auf dem Brunthaler Platz würden voraussichtlich in der BA-Sitzung im August besprochen, so Fickel.

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