Rektorin schreibt offenen Brief an Bürgermeisterin

Schule schlägt Alarm

Schulessen
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Für die Schüler der Plinganser Grundschule gibt es seit einem Jahr keine warme Mittagsmahlzeit. (Symbolfoto)

Sendlinger Schüler bekommen kein warmes Mittagessen. Laut Schulleitung gebe es bürokratische Hürden. Die Stadtverwaltung gibt der Pandemie die Schuld

Sendling - Die Grundschule an der Plinganserstraße kann ihren Kindern seit über einem Jahr keine warme Mahlzeit bieten. Auch im neuen Schuljahr bleibt die Campusküche für die Grundschüler geschlossen. „Der Unmut der Elternschaft und der Zorn auf die Träger beziehungsweise Behörden ist mittlerweile riesig und auch wir sind extrem verzweifelt“, ist in einem vierseitigen Brief von Schulrektorin Ulrike Bauer an Bürgermeisterin Verena Dietl zu lesen.

Das Problem: Laut Bauer gebe es kein praktikables und rechtlich abgesichertes Abrechnungssystem zwischen der staatlichen offenen Ganztagsschule (OGTS) und der städtischen Campusküche, die normalerweise die Grundschüler mit warmem Essen versorgt. „Weder die Regierung von Oberbayern noch die Stadt München waren und sind bereit, uns so ein unbedingt benötigtes System bereitzustellen“, klagt Bauer. Keiner wolle die Zuständigkeit übernehmen.

Sendlinger Schüler ohne warmes Essen - Die Stadtverwaltung gibt dem Coronavirus die Schuld

Wegen Verstößen der Abrechnungsfirma, mit der die Schule zuvor gearbeitet hatte, wurde der Vertrag gekündigt. Seitdem müssten „die Eltern den Kindern große Brotzeiten mitgeben, was viele vor Probleme stellt und für Ärger sorgt“, schreibt die Schulleiterin. Die Schule hat sich auch an den BA Sendling gewandt. Dieser fordert sowohl die Bürgermeisterin als auch das Referat für Bildung und Sport (RBS) auf, den Kindern ein warmes Mittagessen zu ermöglichen.

RBS-Sprecherin Ursula Oberhuber sieht keinen Zusammenhang zwischen verwaltungstechnischer Abrechnung und der Ausgabe von warmen Mahlzeiten. Ausschließlich die Pandemie-bedingten Hygienemaßnahmen seien der Grund. Die beengten Räumlichkeiten in der Mensa ließen es wegen des Coronavirus nicht zu, alle Kinder mit warmem Essen zu versorgen, so Oberhuber.

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