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Haben die „Gorillas“ zu schnell gestartet? ‒ Genehmigung des Lieferdienstes sorgt weiterhin für Ärger

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Von: Ursula Löschau, Daniela Borsutzky

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In den Münchner BAs sorgen die „Gorillas“ weiterhin für Ärger. Viele Lokalpolitiker haben sich gegen die Genehmigung des Betriebs ausgesprochen.
In den Münchner BAs sorgen die „Gorillas“ weiterhin für Ärger. Viele Lokalpolitiker haben sich gegen die Genehmigung des Betriebs ausgesprochen. © Theresa Reich

Die Nutzungsänderung für die Münchner Logistikstandorte des Lieferdienstes Gorillas wird noch geprüft - der Betrieb läuft schon. Das sorgt für Ärger in den BAs.

Sendling-Westpark/Laim - Der Schnelllieferdienst „Gorillas“ wirbt damit, innerhalb von zehn Minuten den bestellten Einkauf an die gewünschte Adresse zu fahren. Nicht ganz so flott voran geht es allerdings bei der Genehmigung der Betriebe. Mehrere Logistikstandorte hat das Unternehmen in München, Beschwerden melden die örtlichen Bezirksausschüsse fast überall: Geklagt wird vor allem über Lärm sowie Verkehrschaos, verursacht durch den (An-)lieferverkehr und rücksichtsloses Wildparken. Dabei ist noch nicht einmal geklärt, ob die Betriebe an den jeweiligen Standorten überhaupt genehmigungsfähig sind.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

„Gorillas“-Betriebe in München: Lokalbaukommission prüft Genehmigung des Lieferdienstes

Aktuell liegen bei der Lokalbaukommission (LBK) mehrere Anträge der „Gorillas“ auf sogenannte Nutzungsänderung der Räumlichkeiten vor. Eingezogen ist der Lieferdienst an den jeweiligen Standorten aber schon vor gut einem halben Jahr oder länger. Eine solche Nutzungsänderung ist derzeit beispielsweise in Sendling-Westpark für die Hansastraße 134 beantragt. Die Räumlichkeiten, in denen sich einst eine Bankfiliale befand, liegen entlang eines Schulwegs.

„Gorillas“ sorgen weiterhin für Ärger: Münchner Lokalpolitiker sprechen sich gegen Lieferservice aus

Die örtlichen Lokalpolitiker haben bei der LBK bereits ihre Ablehnung zum Ausdruck gebracht. Es bestünden dort keine Möglichkeiten, in einer legalen Weise anzuliefern. „Ich habe die Erwartungshaltung, dass sie die Nutzungsänderung nicht genehmigt bekommen und wieder raus müssen“, erklärt BA-Chef Günter Keller (SPD). Auch in Laim liefern die Gorillas, ausgehend von der Fürstenrieder Straße 20. Josef Mögele (SPD), Vorsitzender des Laimer BAs, hat eine klare Meinung: „Der Saftladen gehört raus.“

Die Lokalpolitiker der Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt lehnen eine beantragte Nutzungsänderung für die Fraunhoferstraße 10 ebenfalls ab.

In Neuhausen-Nymphenburg und der Maxvorstadt sind die „Gorillas“ bereits seit vergangenem Sommer ein Aufreger. Die Lokalpolitiker forderten damals Lärmpegelmessungen am Standort Lothstraße 3-5, allerdings hätten diese wohl aus dem BA-Budget bezahlt werden müssen. Im Zuge dessen stellte sich auch heraus, dass die „Verträglichkeit“ des Betriebs im Wohngebiet überhaupt erst mal geprüft werden müsse – und diese Untersuchungen dauern seitdem an.

Weiterhin viel Ärger um Lieferservice „Gorillas“: so reagiert das Unternehmen

Auf Hallo-Nachfrage bei den „Gorillas“ hinsichtlich der Genehmigungen heißt es, dass man „keine Informationen über interne Vorgänge weitergeben“ könne. Auch zu Geschäftszahlen wie täglichen Lieferungen oder zu geplanten Standortexpansionen könne man sich laut Sprecherin Vivian Weitz aus „Wettbewerbsgründen“ nicht äußern.

Selbstverständlich nehme man Bedenken von Bürgern „sehr ernst“, bedauere „möglicherweise entstandene Unannehmlichkeiten“ und arbeite an Verbesserungen. „Beispielsweise rüsten wir derzeit deutschlandweit die Räder unserer Rollwagen auf lärmreduzierende Softrollen um. Wie bei herkömmlichen Supermärkten werden auch unsere Lager außerdem immer außerhalb der gesetzlichen Ruhezeiten beliefert.“

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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