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Das ASZ Obermenzing will mobile Nachbarschaftshilfe mit Seniorenbegleitern stark ausbauen

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Von: Ursula Löschau

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Sepp Rückerl (re.) und Seniorenbegleiter Matus Krehlik sind ein gutes Team. Auch weil beide leidenschaftliche FC Bayern-Fans sind, geht ihnen der Gesprächsstoff bei ihren Treffen nie aus.
Sepp Rückerl (re.) und Seniorenbegleiter Matus Krehlik sind ein gutes Team. Auch weil beide leidenschaftliche FC Bayern-Fans sind, geht ihnen der Gesprächsstoff bei ihren Treffen nie aus. © Ursula Löschau

In der Isolation hatten es besonders hilfsbedürftige Senioren schwer. Um ihnen ein leichteres und besseres Leben zu ermöglichen, bietet das ASZ-Obermenzing nun Seniorenbegleiter an.

OBERMENZING Seit einem Schlaganfall 2018 ist für Sepp Rückerl nichts mehr so wie vorher. Der 69-jährige Obermenzinger lebt zwar noch in seiner Wohnung. „Ich kann aber nicht mehr alleine über die Verdistraße oder zum Einkaufen gehen“, sagt er. Zuhause sitzen und nichts tun ist für den ehemaligen Leiter von 50 Mitarbeitern jedoch ein Graus.

Deshalb ist er froh, dass das ASZ Obermenzing sogenannte Seniorenbegleiter vermittelt, um „einfach mal rauszukommen“. Ein Angebot, das nach Einschätzung von ASZ-Leiter Tobias Deger nach fast zwei Jahren Corona-Pandemie nötiger ist als je zuvor. Doch es fehlen Helfer.

Seniorenbegleiter des ASZ-Obermenzing: Angebot wird wahrgenommen - doch Helfer fehlen

„Viele Senioren tun sich bis heute schwer, vor die Türe zu gehen“, weiß er. Wie viele ältere Bürger im Stadtbezirk aktuell in Isolation leben, kann er nur ahnen. „Es gibt eine hohe Dunkelziffer.“ Deshalb soll die mobile Nachbarschaftshilfe stark ausgebaut werden. Ehrenamtliche Seniorenbegleiter werden gesucht.

Dass sich das Konzept auch – oder gerade – unter extremen Umständen bewährt, bestätigen Beteiligte wie Sepp Rückerl und Matus Krehlik. Der 52-Jährige Nymphenburger besucht und unterstützt Rückerl seit rund einem Jahr mindestens einmal pro Woche. „Ich bin sehr dankbar, dass die Seniorenbegleitung auch während der Corona-Beschränkungen weiterlief“, betont der 69-Jährige.

Für ihn sind die Spaziergänge, der regelmäßige Einkauf oder auch der Fußball-Fernsehabend mit Krehlik sehr wichtig. „Man kriegt mit, dass es noch ein Leben gibt“, offenbart der Obermenzinger. Und sein Begleiter fügt hinzu: „Ich mache das gerne. Wenn ich helfen kann, hab’ ich dabei ein echt gutes Gefühl.“

Suche nach Ehrenamtlichen durch Corona-Pandemie erschwert

In der Corona-Pandemie sei die Suche nach weiteren Ehrenamtlichen jedoch gescheitert. „Die Schockstarre löst sich jetzt erst so langsam“, sagt Tobias Deger. Bisher hätten Helfer-Aufrufe kaum etwas gebracht, während die Nachfrage nach Ansprache und Begleitung stark zunehme. Degers Erfahrung: „Die Schere zwischen den Senioren, die gut vernetzt sind, und denen ohne soziale Kontakte ging noch weiter auseinander: Die Abgehängten sind noch abgehängter.“

Kontakt zum ASZ

Den ASZ-Chef erreichen Interessierte unter Telefon 891 68 17 15.

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