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Kampf gegen Einsamkeit im Alter und lange Buswartezeiten - Bogenhausens Seniorenbeirätin im Gespräch

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Von: Katrin Hildebrand

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Ewig auf den Bus warten wie hier am Bruno-Walter-Ring: Der 20-Minuten-Takt und weit abgelegene Bushaltestellen sind Elisabeth Robles-Salgado ein Dorn im Auge.
Ewig auf den Bus warten wie hier am Bruno-Walter-Ring: Der 20-Minuten-Takt und weit abgelegene Bushaltestellen sind Elisabeth Robles-Salgado ein Dorn im Auge. © Katrin Hildebrand

Sie vertreten die Interessen aller Münchner ab 60: die Mitglieder der Seniorenvertretung. Zum Beginn der neuen Amtszeit hat Hallo die neu oder wiedergewählten Beiräte getroffen – um über die Belange, Probleme oder Chancen in den jeweiligen Vierteln zu sprechen. 

Bogenhausen Im 13. Bezirk wohnt Elisabeth Robles-Salgado erst seit 2020. Doch was das Thema ältere Menschen angeht, ist sie Expertin. Die neue Bogenhauser Seniorenbeirätin hat bis vor Kurzem das Alten- und Service-Zentrum (ASZ) Thalkirchen geleitet. Nun, im Ruhestand, kann sich die 66-Jährige ganz auf ihre neue Aufgabe im Dienst der Älteren konzentrieren. Ihre Themen als Seniorenbeirätin: Verbesserung der Verkehrsanbindung im Viertel, Wohnen im Alter – und das geplante Kulturbürgerhaus im Prinz-Eugen-Park am Maria-Nindl-Platz.

„Es wird eine integrierte Einrichtung sein“, erklärt die 66-Jährige. Sprich: ASZ, Familienzentrum, Kulturbühne. Als Ex-ASZ-Chefin will sie ihre Expertise einbringen: „Das Haus soll Synergieeffekte haben, viele Altersgruppen ansprechen. Ein guter Mix der Generationen bereichert das Viertelleben.“ Im Prinz-Eugen-Park gebe es nämlich ein Problem: viele ärmere Familien in beengten Wohnungen auf der einen, wenig Senioren auf der anderen Seite.

Seniorenbeirätin von Bogenhausen im Gespräch: Einsamkeit im Alter als Gesprächspunkt

„Es sind nur zehn Prozent, der städtische Durchschnitt liegt höher.“ Durch das ins Bürgerhaus integrierte ASZ erhofft sich Robles-Salgado, dass die Senioren aus den umliegenden Vierteln in den Park kommen – langfristig vielleicht dort hinziehen. „Rundrum sitzen viele Ältere in ihren oft viel zu großen Wohnungen, die ihren Bedürfnissen nicht mehr entsprechen. Eine kleinere Bleibe im Alter ist günstiger und pflegeleichter.“

Einsamkeit im Alter beschäftigt sie ebenfalls. „Das Thema hat auch mit Mobilität zu tun. Darum sollten wir die öffentlichen Verkehrsanbindungen in Bogenhausen verbessern.“ Viele Busse fahren nur alle 20 Minuten. Viele Stopps liegen fußläufig weit weg von Wohngebieten. „Für Ältere kann ein langer Gehweg zu Bus oder Tram ein Hindernis sein, irgendwo hinzufahren. Das befeuert Einsamkeit.“ Eine erste geplante Maßnahme: zu ermitteln, welche Viertel besonders schlecht angebunden sind.

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