Seniorentreff Neuhausen in Not

Helfermangel aus Angst vor Corona beim Seniorentreff: Münchner Verein sucht dringend Ehrenamtliche

Bis zu 15 Personen kommen montags bis freitags zum Mittagessen in den Seniorentreff.
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Bis zu 15 Personen kommen montags bis freitags zum Mittagessen in den Seniorentreff.

Immer mehr Helfende haben sich aus Furcht vor Corona aus dem Seniorentreff Neuhausen zurückgezogen. Hallo hat mit der Geschäftsführerin über die aktuelle Lage gesprochen.

Neuhausen - Im Seniorentreff Neuhausen herrscht Not am Mann. In den vergangenen Monaten sind rund zehn Ehrenamtliche aus Angst vor einer Corona-Infektion abgesprungen.

Geschäftsführerin Marion Schwarz hat einerseits vollstes Verständnis dafür. „Viele Helfer sind selbst Risikopatienten oder nicht mehr die Jüngsten“, erklärt sie. Andrerseits fehlt die Unterstützung an allen Ecken und Enden. Gesucht werden aktuell vor allem Personen, die den Senioren beim Einkaufen helfen oder mit ihnen spazieren gehen.

Schwarz hofft auch auf engagierte Menschen, die dabei helfen wollen, neue Ideen umzusetzen. „Ich plane schon lange einen Handy- und Computerkurs, um die Besucher bei allerlei technischen Fragen unterstützen zu können. Doch das kann wegen des Personalmangels nicht umgesetzt werden“, erklärt sie.

Im Moment kümmert sie sich so gut es geht zusammen mit wenigen Helfern um die Anliegen der Neuhauser Senioren. Spätestens dann, wenn das Infektionsgeschehen wieder mehr Aktivitäten zulasse, brauche man aber dringend Verstärkung, so Marion Schwarz.

Geschäftsführerin des Seniorentreffs Neuhausen: Marion Schwarz.

„Wir sind auch ein sehr musikalischer Seniorentreff“, fügt sie an und verweist auf das Klavier im Eingangsraum, doch auch dieses Instrument bleibt derzeit ungenutzt.

Neben Beratungsgesprächen nach Anmeldung und der Vermittlung verschiedener Hilfen gibt es auch während des Lockdowns im Treff an der Leonrodstraße 14b einen Mittagstisch für die Älteren, natürlich unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen.

Da auch hier Kräfte fehlen, kocht Schwarz oftmals selber. Erst neulich sei eine ehrenamtliche Kochkraft wieder in ihren angestammten Beruf zurückgekehrt, da ihre Kurzarbeit endete. „Es ist schön für sie, dass sie wieder in ihren Job zurück kann, aber auch schlecht für uns, weil uns jetzt eine Kraft mehr fehlt“, erklärt sie.

Wie sehr den älteren Damen und Herren Gesellschaft fehlt, merkt man wenn alle Tische besetzt sind. Es brechen Gespräche über frühere Zeiten an, einige erzählen Witze. Die Stimmung wird sofort entspannter. „Für die Senioren ist es eine willkommene Möglichkeit, wieder ein kleines Stück Normalität im Leben zu haben“, freut sich Schwarz.

Kontakt für Interessierte: Seniorentreff Neuhausen, Leonrodstraße 14b, Telefonnummer 13 92 84 19 10.

kw

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