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Debatte um sexistische Werbung in München ‒ Baufirma zieht Konsequenz bei Pin-Up-Girl auf Baustelle in Freiham

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Debatte um sexistische Werbung auf Baustelle in Freiham.
Debatte um sexistische Werbung auf Baustelle in Freiham. © Andreas Schwarzbauer

Ein Pin-Up-Girl auf einer Baustelle in Freiham entfachte in München eine Debatte um Sexismus in der Werbung. Die Baufirma „Ganser Baustoffe“ zog nun eine Konsequenz.

Weil einer Baufirma in Freiham Sexismus vorgeworfen wurde, hat diese eine Abbildung auf ihrem Betonsilo übermalt. Mit dem Spruch „Gut gebaut“ neben einem langbeinigen Pin-Up-Girl warb das Unternehmen „Ganser Baustoffe“ auf einer Baustelle an der Ecke Roman-Herzog-Straße/Aubinger Allee.

Das Pin-Up-Girl auf einem Betonsilo in Freiham wurde inzwischen übermalt.
Das Pin-Up-Girl auf einem Betonsilo in Freiham wurde inzwischen übermalt. © Andreas Schwarzbauer

Für die ÖDP-Fraktion im Stadtrat war das ein Unding. „Leider scheint #Metoo in Freiham noch nicht angekommen zu sein“, kritisierte sie. Trotz Quartiersmanagement und zahlreicher Begehungen sei die mehrere Quadratmeter große Werbung nicht wahrgenommen oder ignoriert worden.

Sexismus bei Werbung in München? Baufirma „Ganser Baustoffe“ übermalt Pin-Up-Girl auf Baustelle in Freiham

„Der Gipfel der Peinlichkeit ist allerdings, dass sich das Ganze auf der Baustelle der staatlichen Stadibau befindet.“ Die ÖDP forderte daher, dass die Stadibau „die sexistischen und diskriminierenden Werbeanzeigen“ entfernen soll. Firmen, die solche Darstellungen verbreiten, seien künftig von öffentlichen Aufträgen auszuschließen.

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„Ganser Baustoffe“ teilte zunächst mit, dass das Unternehmen die Aufregung nicht verstehe. Motiv und Spruch stammten noch aus den 70er-Jahren, als das Thema niemanden interessiert habe. Die Firma ziehe die Silos aber inzwischen Schritt für Schritt aus dem Verkehr.

Doch der Druck wuchs. Das bayerische Bauministerium teilte mit, dass es mit der Stadibau wegen der Entfernung der Werbung Kontakt aufgenommen habe.

Die staatliche Wohnungsbaugesellschaft wiederum bezeichnete die Abbildung als „unangemessen“. Man habe veranlasst, dass diese abgedeckt beziehungsweise unkenntlich gemacht wurde, schreibt Geschäftsführer Andreas Nietsch auf Anfrage.

Das Pin-Up-Girl ist inzwischen tatsächlich übermalt worden.

Die Stadt will Sexismus in der Werbung in Zukunft entschieden zurückdrängen. Auch die Münchner können über eine neue Online-Meldestelle einfach dazu beitragen.

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