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„Sichere Wiesn“ für alle ‒ So hilft das Münchner Projekt Frauen und Mädchen nach zwei Jahren Oktoberfest-Pause

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Zwei Frauen im Regen auf der Wiesn
Das Projekt „Sichere Wiesn“ hilft Frauen und Mädchen auf dem Oktoberfest. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Das Projekt „Sichere Wiesn“ will Mädchen und Frauen auf dem Oktoberfest schützen. So wollen sie mehr Leute erreichen und einen „Safe space“ schaffen.

Unflätige Sprüche, anzügliche Blicke oder sogar ein Griff an den Po – neben Bier und Blasmusik gehören auch diese Dinge zum größten Volksfest der Welt für manche dazu.

Um Frauen und Mädchen dennoch einen unbeschwerten Oktoberfest-Besuch zu ermöglichen, gibt es das Projekt „Sichere Wiesn“, das wie das Volksfest selbst nach zwei Jahren Corona-Pause zurückkehrt.

Projekt „Sichere Wiesn“ nach zwei Jahren Corona-Pause wieder auf dem Oktoberfest in München

Für den Neustart haben sich die Initiatoren Amyna (Institut zur Prävention von sexuellem Missbrauch), Imma (Initiative für Münchner Mädchen) und die „Beratungsstelle Frauennotruf“ auf die Fahnen geschrieben, noch mehr Menschen mehr Sicherheit auf der Wiesn zu geben.

Betrieb man bislang einen „Security point“ auf der Theresienwiese, wurde der Raum hinter dem Schottenhamel-Zelt nun in „Safe space“ umbenannt.

Der Flyer des Projekts „Sichere Wiesn“
Der Flyer des Projekts „Sichere Wiesn“ © Sichere Wiesn

Der Grund: Der Begriff sei auch international als ein Ort des Vertrauens bekannt, erklären die Organisatoren. Die Kampagne werde so internationaler und diverser.

Genau das soll auch das neue Logo symbolisieren, welches sich von Klischees abgrenze und versuche, eine größere Personengruppe anzusprechen. So werden Frauen unterschiedlichen Alters, verschiedener Herkunft, Religionszugehörigkeit und sexueller Orientierung darauf gezeigt.

Die Wiesn in München findet trotz Corona, Ukraine-Krieg und Energie-Krise statt - nur das Wetter spielt wohl nicht mit.

Neustart für „Sichere Wiesn“ - So hilft das Projekt Mädchen und Frauen

Das neue Logo ist auf Plakaten und Flyern zu sehen, die wie früher in zahlreichen sozialen Einrichtungen der Stadt verteilt wurden. Zudem wurden Kampagnen in den sozialen Medien gestartet, um auf das Projekt aufmerksam zu machen.

Ab Wiesn-Beginn laufen zusätzlich Infospots auf Deutsch und Englisch in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt. Das Ziel sei, „die Menschen schon im Vorfeld des Wiesn-Besuchs zu sensibilisieren“, so die Initiatoren.

Die Organisatorinnen von „Sichere Wiesn“:  Manuela Soller (r.) Kristina Gottlöber (m.) und Lisa Löffler.
Die Organisatorinnen von „Sichere Wiesn“: Manuela Soller (r.) Kristina Gottlöber (m.) und Lisa Löffler. © Louisa Lettow

Die „Sichere Wiesn“ setzt sich gegen Opferbeschuldigung und sexualisierte Gewalt ein und bietet Betroffenen eine Anlaufstelle. Im Vordergrund steht dabei die, von Fachberatern und Ehrenamtlichen geleistete, erste Unterstützung vor Ort.

Sie sorgen beispielweise dafür, dass Frauen und Mädchen ihre Gruppe wiederfinden, trockene, warme Kleidung erhalten oder sicher nach Hause kommen. Dafür gibt es unter anderem eine Kooperation mit der Taxigesellschaft „Isarfunk“.

Projekt schafft erneut „Safe Space“ auf den Oktoberfest in München

An allen Wiesn-Tagen stehen dafür im „Safe space“ 14 Mitarbeiterinnen und zwei Fachangestellte bereit, die Beratung ist kostenlos und auf Wunsch hin auch anonym. Da die Anlaufstelle in den Jahren vor Corona zu 50 Prozent von Touristinnen genutzt wurde, will das Team vor allem Angestellte mit verschiedenen Sprachkenntnissen vor Ort einsetzen.

Geöffnet ist der „Safe space“ jeweils von 18 ­­­bis 1 Uhr, freitags bis sonntags bereits ab 15 Uhr.

Besonders wichtig sei den organisierenden Vereinen, dass jede Person, die sich als weiblich identifiziert, die Hilfsstelle nutzen kann. „Kein Anliegen ist hierfür zu klein“, betont Kristina Gottlöber von Imma.

Die finanzielle Unterstützung der Stadt reiche leider nicht aus und so hofft das Team auf viele Spenden, um noch mehr Frauen helfen zu können.

Während der Wiesn herrscht in München Ausnahmezustand - Wie sich die Polizei, Sicherheitsdienste und KVR für das diesjährige Oktoberfest rüsten.

Louisa Lettow

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