„Keine langweiligen Hochgaragen“

So parken wir in Zukunft - neue Idee für belebte Quartiersgaragen in München

Dachbegrünungen, Raum zum Flanieren und gleichzeitig Abstellflächen fürs Fahrzeug – so könnte eine moderne Parkgarage in München künftig aussehen.
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Dachbegrünungen, Raum zum Flanieren und gleichzeitig Abstellflächen fürs Fahrzeug – so könnte eine moderne Parkgarage in München künftig aussehen.

Ein belebtes Quartierszentrum statt einer öden Garage – was in Münchner Vierteln künftig denkbar ist

  • Immer wieder wird in München um Parkraum gestritten - denn der Platz ist knapp.
  • Jetzt gibt es eine neue Idee: das Parkhaus, wir wir es bislang kennen, scheint Geschichte.
  • Stattdessen setzten die Entwickler auf belebte Quartiersgaragen.

MÜNCHEN - Automatisierte Parkgaragen gibt es schon länger, beispielsweise an der Donnersberger Straße. Der Architekt Marcel Heller hat für die Firma Wöhr jetzt allerdings eine neue Form der öffentlichen Parkgarage entwickelt. „Wir kombinieren Nutzungen und schaffen damit einen Mehrwert für alle“, erklärt er. Bewohner sollen dort alles finden, was sie im Alltag brauchen. Und München sei eine geeignete Stadt für ein Pilotprojekt.

München: So parken wir in Zukunft - neue Idee für belebte Quartiersgaragen

Ein Liftsystem transportiert die Fahrzeuge dabei automatisch, die Steuerung läuft über eine App. Flächen, die bislang für Rampen und Straßen benötigt wurden, könne man anders nutzen. So ist ein Jugendzentrum mit Skateanlage denkbar. Außerdem: Kunsträume, Kita, Fitnessstudio, Einzelhandel oder Gemeinschaftsgärten auf dem Dach – je nach Bedarf im Viertel.

Eine Visualisierung zeigt: Die Fassaden der Quartiersgaragen eignen sich für Begrünungskonzepte.

Spannend sei das Konzept vor allem für Neubaugebiete. Das zeigt auch die Praxis: In Freiham seien im zweiten Realisierungsabschnitt klassische Tiefgaragen wegen der Grundwassersituation schwierig, so Aubings BA-Chef Sebastian Kriesel (CSU). „Hier bieten sich solche Ideen sehr gut an. Das Schlimmste, was einem neuen Viertel passieren kann, sind langweilige Hochgaragen.“

Münchner Neubaugebiete: Das sagen die BA-Chefs

Auch Jörg Spengler (Grüne), BA-Chef von Au-Haidhausen, findet den Ansatz richtig. „Quartiersgaragen könnten zum Parken im öffentlichen Raum eine gute Alternative bieten“, sagt er. Nach Bauende der 2. Stammstrecke kann er sich so ein Konzept am Haidenauplatz vorstellen.

Die Quartiersgaragen sollen Neubaugebiete beleben und den Bewohnern alles bieten, was sie im Alltag brauchen.

Im Nord-Osten soll ebenfalls eine neue Siedlung entstehen. „Ich glaube nicht, dass ein Quartier ganz ohne traditionelle Stellplätze erschlossen werden kann“, sagt BA-Chef Florian Ring (CSU) aus Bogenhausen. Dennoch findet er die Idee gut. Aber: „Einen Dachgarten mit Gemüse über einer Garage kann ich mir nicht vorstellen, schon wegen der Abgase.“

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