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Partylärm, Müll & Co: Kay Mayer ist der „Moderator der Nacht“ der Stadt München

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Von: Marie-Julie Hlawica

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Kay Mayer von der Fachstelle „Moderation der Nacht“ des Sozialreferats München.
Kay Mayer von der Fachstelle „Moderation der Nacht“ des Sozialreferats München. © Marie-Julie Hlawica

Fachstelle „Moderation der Nacht“ des Sozialreferats München - vom Recht auf Nachtruhe, verträglichem Feiern und Alternativen zu Clubs und Bars in der Großstadt

München - Er ist der Mann, wenn es ums Feiern geht: Kay Mayer (37), Münchens ‚Moderator der Nacht‘. Seit Juni im Amt, hat er, selbst passionierter Clubgänger, gleich am Öffnungsabend nach eineinhalb Jahren Lockdown eine Runde durch die Stadt gedreht: „Ich war unterwegs, habe Eindrücke gesammelt, wie das Nachtleben wieder in Schwung kommt.“

Sozialreferat München mit „Moderation der Nacht“: Feiern soll nicht aus dem Ruder laufen

Wenn niemand fürs Feiern verantwortlich sei, es weder Veranstalter, noch Konzepte gebe, laufe es aus dem Ruder, so Kay Mayer. Das zeigten die Party-Eskalationen zu seinem Amtsantritt: Da Corona-bedingt Diskotheken und Clubs geschlossen waren, entlud sich die Energie der Partygänger mit Randalen in der Türkenstraße, dem Englischen Garten oder am Gärtnerplatz. Lärm und Dreck, Polizeieinsätze und entsetzte Anwohner waren die Folgen.

Mayer ist moderierend mit allen in Kontakt, sucht Lösungen: „Repressive Mittel sind selten zielführend.“ Am ‚runden Tisch‘ treffen sich nun viermal im Jahr Betroffene und Verantwortliche: „Etwa 30 Leute, die aktiv mit Nachtleben zu tun haben: junge Kollektive, Diskothekenbetreiber, städtische Referate wie das KVR, Bürgervertreter, die Polizei oder der Kommunale Außendienst.“

„Moderation der Nacht“: Runder Tisch für mehr als nur Lärm und Müll

Man bespricht mehr als verträgliches Feiern und Ruhe: „Alles, was im Nachtleben der Stadt Relevanz hat: Sicherheit, Diversität, Übergriffe, Mobilität, die Belange der Bürger. Diese bunte Mischung macht die Vielfalt, die die Gesellschaft einer Großstadt abbildet.“ Nichts spricht gegen Feiern unter freiem Himmel, sagt er: „Muss es eine Bar oder ein Club sein – oder wollen die Leute etwas anderes?“ Bei ihm und der Fachstelle „Moderation der Nacht“ (MoNa) laufen die Fäden zusammen, ob und wo es Alternativen gibt, welche Flächen wie genutzt werden können.

„München tanzt wieder“ am Maximiliansplatz war beispielhaft: „Der öffentliche Raum ist für alle da, dann trägt nicht nur ein Stadtteil die Belastung.“ Sätze wie „früher hat es so was nicht gegeben“ mag er ebenso wenig, wie den Vergleich mit Berlin: „Da stimmt die Wahrnehmung nicht. Es geht um hier, heute und München.“

„Moderation der Nacht“ arbeitet neue Konzepte fürs Feiern in München aus

Sehr bedauert der Nacht-Moderator, dass der Cord-Club auf der Feierbanane schließen musste, bald auch das Harry Klein. „Diese Institutionen fehlen“, nach neuen Standorten wird gesucht. Auch zum Thema „Feiern unter 18“ wird es Vorschläge geben.

Nachtbürgermeister ist Mayer übrigens nicht, denn „ich habe kein politisches Amt, bin nicht genehmigungsfähig, bediene keine Hierarchien und bin kein Lobbyist für das Nachtleben.“

MoNa Sprechstunde

Damit die Verantwortlichen der Fachstelle Moderation der Nacht und Kay Mayer kein unsichtbares Phantom sind, hat er eine regelmäßige Sprechstunde: Jeden letzten Montag im Monat, 18 bis 19 Uhr im JIZ, im Innenhof der Sendlinger Straße 7. Erreichbar ist MoNa im Internet unter www.instagram.com/mona.muenchen/

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