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München hat Herz: Für wen und was die Münchner trotz Krise spenden

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Trotz - oder wegen - der Krise helfen viele Münchner anderen.
Trotz - oder wegen - der Krise helfen viele Münchner anderen. (Symbolbild) © Panthermedia

Trotz der aktuellen Krise und der angespannten Lage bei vielen Privatpersonen ist die Spendenbereitschaft der Münchner immer noch groß. Das sagen Tafel, Tierschutzverein und Co.:

München - Hohe Inflation, explodierende Energiepreise, Ukrainekrieg – die aktuell allgegenwärtige Krisenstimmung sorgt nicht nur für Verunsicherung, sondern auch für einen schmalen Geldbeutel. Welchen Einfluss hat das auf die Spendenbereitschaft der Münchner, die traditionell gerade in der Vorweihnachtszeit besonders groß ist. Hallo hat nachgefragt.

Aus Sicht von Steffen Horak, Sprecher der Münchner Tafel, hat die Krise einen positiven Einfluss auf die Spendenbereitschaft: „Wir sind überrascht und dankbar über die Großzügigkeit und Herzlichkeit der Münchner Bevölkerung. Trotz – oder vielleicht sogar wegen der Krise – gibt es offenbar immer mehr Menschen, die erkennen, wie gut es ihnen geht und die deswegen bereitwillig spenden.“

Dazu zählen Sach-, Zeit und Geldspenden von Firmen und Privatleuten. Die Summen reichen vom einstelligen bis in den fünfstelligen Bereich. „Wir sind dankbar für jede Unterstützung“, sagt Horak, dem gerade bei den kleineren Summen das Herz aufgeht. „Da geben Menschen Geld, obwohl sie selbst auch nicht so viel haben.“

Spendenbereitschaft in München: Bereitschaft vom Bundesland abhängig

Wie hoch die Spendenbereitschaft ist, hänge auch vom Bundesland ab, sagt Gerda Kindelán Roché, Fundraiserin für die Initiativgruppe „Buntkicktgut“, die bundesweit agiert. „Gerade in Bayern und München ist die Bereitschaft eher hoch“, betont sie. Buntkicktgut ist ein Projekt der interkulturellen Verständigung durch organisierten Straßenfußball. „Wir haben jedes Jahr ein Sommercamp, das mit Hilfe von Spenden finanziert wird.

Das ist neben der Weihnachtszeit unsere Hauptspendenzeit. Das lief auch im Sommer sehr gut.“ Mit der seit Herbst aufkommenden Inflation und Verteuerung, rechne sie aber damit, dass insgesamt weniger gespendet wird. Bereits jetzt zeichne sich ab, dass die Spendensumme niedriger ausfallen werde, als noch im Vorjahr.

Spendenbereitschaft in München: Tierschutzverein tief in der Krise

Beim Tierschutzverein München ist die Krise besonders spürbar. „In letzter Zeit haben wir es immer wieder mit Kündigungen von Vereinsmitgliedschaften und Tierpatenschaften zu tun“, berichtet Sprecherin Kristina Berchtold. „Viele Menschen sparen, wo es geht, weil sie nicht wissen wie es weitergeht.“

Besonders tragisch sei in diesem Fall, dass den schwindenden Spenden, mehr tierische Schützlinge gegenüberstehen werden. Berchtold rechnet mit mehr Abgaben von Tieren im Münchner Tierheim, verursacht durch die neue Gebührenordnung der Tierärzte, die seit November in Kraft ist. „Manche Tierbesitzer werden sich die deutlich höheren Tierarztkosten nicht mehr leisten können.“

Spendenbereitschaft in München: Ukraine-Hilfe wird unterstützt

Einen „kräftigen Schub“ hat dagegen der Verein „Ukraine-Aktivhilfe München“ zu verzeichnen, der seit mehr als 30 Jahren humanitäre Hilfe in der Ukraine leistet. Vorstand Peter Malter führt dies nicht zuletzt auf die traurige Dauerpräsenz in den Medien zurück. Sein Verein sammelt Sachspenden, die mit Transportern und Partnern zusammen direkt dorthin gebracht werden, wo die Menschen in der Ukraine sie brauchen.

Malter verzeichnet nicht nur einen Anstieg der Sach-, sondern auch der Geldspenden. Einen neuen Rekord hat er mit einem Spendenbrief erreicht, den er zu Beginn der Adventszeit versandt hatte und der innerhalb kürzester Zeit einen hohen vierstelligen Betrag erzielt hat. „Die Spendenbereitschaft der Münchner für die Ukraine ist so groß wie nie“, resümiert er dankbar.

Gabriele Uelses

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