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Sportvereine in Neuhausen: Gemischte Bilanzen während der Corona-Krise auf Konferenz des BA vorgestellt

Diese Vertreter von sechs Sportvereinen im Viertel stehen für weit über 10 000 Mitglieder
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Diese Vertreter von sechs Sportvereinen im Viertel stehen für weit über 10 000 Mitglieder

Mehrere Sportvereine stellen bei der Konferenz des BA Neuhausen-Nymphenburg ihre Bilanz vor. Dabei ist nicht jeder Verein gut durch die Corona-Krise gekommen.

NEUHAUSEN Eines vorweg: Die Sportvereine im Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg scheinen bisher einigermaßen glimpflich durch die Pandemie gekommen zu sein. Dennoch gibt es zwischen großen und kleinen Vereinen sowie bei Mannschafts- und Individualsportarten große Unterschiede. Das wurde bei der jüngsten Sportvereinskonferenz des Bezirksausschusses Neuhausen-­Nymphenburg jetzt deutlich. Einig waren sich alle in einem Punkt: „Die Kommunikation war unterirdisch“, schimpfte Pia Kraske vom ESV München.

Beppo Brem vom Bayerischen Landessportverband bestätigte: „Wir hatten es als Verband mit wahnsinnig vielen Fragen zu tun. Auch die Stadt hat immer erst freitags erfahren, was ab Montag gilt.“

Mitgliederrückgang bei Sportvereinen während der Corona-Lockdowns - Finanziell gibt es gemischte Bilanzen

Die Schließungen führten teils zu erheblichem Mitgliederschwund. Der ESV berichtete von 1300 Mitgliedern weniger und hat jetzt noch rund 7000. Laufende Kosten für festangestellte Mitarbeiter und den Unterhalt der Flächen liefen aber weiter. „Einfach eine Verdoppelung der Vereinspauschale nach dem Gießkannenprinzip hat uns da nicht wirklich geholfen“, kritisierte Kraske.

Anders beim TSV Neuhausen-Nymphenburg mit noch 1700 Mitgliedern: Dort gab es zwar an die 300 Austritte. Finanziell habe der Verein aber nicht gelitten, sagte Karl Neumann. Die Besonderheit: Weil der Bundesliga-Betrieb (hier Badminton) ausgefallen ist, hatte der Verein weniger Ausgaben.

Ohne Platz- und Personalkosten schaffte es auch die FT Gern, mit einem stabilen Stamm von 720 Mitgliedern die Lockdowns zu überstehen. „Dafür ist der Wiederbeginn jetzt sehr zäh“, bedauerte Präsident Michael Franke. Die Familien hätten sich inzwischen darauf eingestellt, dass der Vater – oder die Mutter – nicht regelmäßig ins Training gehen würden.

Beim München Road Runners Club (MRRC) macht man sich ebenfalls Sorgen. Viele Mitglieder würden ihr Lauftraining nun lieber individuell alleine betreiben. „Mal sehen, wie viele am Jahresende kündigen“, fragte sich der Vereinspräsident.

Auch die Stadt München klagt über Probleme für Sportvereine während der Lockdowns - Wiederaufbau-Programme laufen

„Vor allem während des zweiten Lockdowns war der Vereinssport der Verlierer“, fasste Münchens Sportamtsleiter Jürgen Sonneck zusammen. „Die Solidarität zwischen dem Profi- und dem Amateursport ging verloren. Die einen durften trainieren, die anderen nicht.“

Jürgen Sonneck und Beppo Brem

Münchenweit nahm die Zahl der Sportvereine nach seinen Informationen innerhalb der vergangenen zwei Jahre von über 700 auf 670 ab. Das Sportamt bemühe sich nun um den weiteren Ausbau von Sportstätten. Zwar sei das vierte Sportbauprogramm zunächst verschoben, über Einzelfallanträge und -beschlüsse könnten jedoch trotzdem weitere Baumaßnahmen realisiert werden.

Mit Zuschüssen helfen will auch der BA. Bereits während der Pandemie habe das Gremium diverse Projekte unterstützt. „Wir sehen den Sport als sehr wichtig an“, so Wolfgang Schwirz vom BA-Unterausschuss Bildung, Sport und Gesundheit.

Wolfgang Schwirz

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