Nachbarn sind sauer

Stadionverordnung fürs Grünwalder: Anwohner wegen Grünspitz auf Barrikaden 

Der Grünspitz (das Dreieck zwischen Martin-Luther- und Tegernseer Landstraße) ist frei zugänglich für Fussballfans. Anwohner sind darüber nicht begeistert.
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Der Grünspitz (das Dreieck zwischen Martin-Luther- und Tegernseer Landstraße) ist frei zugänglich für Fussballfans. Anwohner sind darüber nicht begeistert.

Die neue Verordnung für das Grünwalder Stadion spart den Grünspitz aus. Löwen-Fans können dort nun weiter feiern. Anwohner sind empört über diese Entscheidung.

Giesing - Fußballfreunde, zwei BA und der TSV 1860 haben sich dafür eingesetzt:

Sie forderten die Stadt auf, die Fantreffs am Grünwalder Stadion, darunter den Grünspitz, von der neuen Stadionverordnung auszunehmen und als Versammlungsorte bestehen zu belassen. Der Stadtrat folgte dem Wunsch. Das verärgert nun die Anwohner des Grünspitz. Sie klagen über Lärm und Dreck.

Der Grünspitz wird seit 2014 öffentlich genutzt. Das Dreieck zwischen Martin-Luther- und Tegernseer Landstraße ist frei zugänglich. Es gibt einen Kiosk, doch keinen Konsumzwang.

Robert Motschenbach wohnt gegenüber: „An Heimspieltagen sammeln sich dort Fans und brüllen die halbe Nacht. Sie zünden auch mal Feuerwerk. Ganz zu schweigen von der Verunreinigung, nicht zuletzt durch Glasscherben.“

Das Chaos beginne schon am Vormittag. Den Höhepunkt erreiche es in der Nacht: „Manchmal klingt das Geschrei, als würde einer abgestochen.“ Nachbarin Elfriede Joos ergänzt: „Gelärmt wird an Spieltagen immer, egal, ob Risiko­spiel oder nicht.“ Für die Zeit nach Corona, wenn das Stadion wieder voll ist, befürchten sie das Schlimmste.

Der Fanlärm am Grünspitz stört Robert Motschenbach.

Der Grünspitz wird von Green City betreut. Sprecherin Verena Steindl erklärt: „An Heimspieltagen ist die gesamte Gegend überlastet. Konzepte, wie mit Fans umzugehen ist, liegen bei der Polizei. Wir können hier störende Verhaltensweisen leider nicht beeinflussen.“

Doch nicht nur bei Spielen, auch an normalen Abenden ist es vielen Anwohnern zu laut. „Wir sind darauf bedacht, mit den Nachbarn ein gutes Verhältnis zu haben“, sagt der Betriebsleiter des Grünspitz-Kiosks. Der Kiosk aber schließt um 22 Uhr. Was später geschieht, haben die Mitarbeiter nicht in der Hand.

Bald jedoch soll sich etwas im Sinne der Anwohner ändern. Steindl sagt: „Da oft private Musiklautsprecher mit an den Grünspitz genommen werden, müssen wir diese nun leider verbieten.“ Bei Zuwiderhandlung müsse die Polizei gerufen werden.

Zwar votierte die Mehrheit des BA Obergiesing im Sinne der Sechzgerfans: CSU-Fraktionssprecher Stefan Reinwald (CSU) versteht die Anwohnersorgen aber gut: „Der Grünspitz ist ein zweischneidiges Schwert. Es wäre schön, wenn es dort etwas geordneter zuginge.“

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