Giesing gegen die neuen Regeln

Neue Verordnung fürs Grünwalder Stadion: Viertelpolitiker äußern Bedenken und fordern Mitsprache

Für das Grünwalder Stadion wird eine neue Verordnung geplant. Lokalpolitiker äußern Kritik.
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Für das Grünwalder Stadion wird eine neue Verordnung geplant. Lokalpolitiker äußern Kritik.

Es geht um die Größe von Fanmärschen, ein Glasflaschenverbot und beliebte Fußball-Treffs. Warum sich Lokalpolitiker nun um Anwohner und Fußballfans rund um das Grünwalder Stadion sorgen.

Giesing - Am Ende entscheidet der Stadtrat. Doch im Vorfeld haben sich nun die Bezirksausschüsse 18, Untergiesing-Harlaching, und 17, Obergiesing-Fasangarten, zur geplanten neuen Verordnung für das Grünwalder Stadion geäußert.

Beide Gremien meldeten große Bedenken an. Schon im vergangenen Jahr gab es einen Aufschrei unter Fans und Viertelpolitikern, als das Kreisverwaltungsreferat (KVR) einen ersten Vorschlag vorlegte.

„Es wird ein Glasflaschenverbot für Fanaufzüge gefordert“, sagt Stefan Reinwald, CSU-Fraktionssprecher Obergiesing. Doch gehe aus dem Papier nicht hervor, ab wann ein paar Fans einen Fanmarsch bildeten.

Der BA 17 fordert nun in einem neuen Antrag: „Ein Fanmarsch soll auf eine Personenanzahl ab 30 festgelegt werden.“ Andernfalls könne jede Gruppe, die sich vor, nach oder während des Spiels im Umgriff der Verordnung aufhalte, unter die neuen Regelungen fallen und dementsprechend von der Polizei verwarnt werden.

Unklar ist auch, wie viele Fans einen Fanmarsch bilden.

Darüber hinaus lehnt der BA 17 „die Ausweitung der Risikoverordnung auf jedes Spiel ab“. Nach seiner Einschätzung werde der Begriff des Hochrisikospiels durch die neue Verordnung abgeschafft.

Die Politiker sorgen sich nun, dass theoretisch jedes Spiel als hochriskant eingeschätzt werden könne. Das würde bedeuten: höheres und längeres Polizeiaufgebot, vermehrt Straßensperren, härtere Maßnahmen der Beamten.

Das sagt die Polizei dazu:

Die Polizei sieht das anders. Ein Sprecher sagt auf Hallo-Anfrage: „Die überwiegenden Spielbegegnungen für die kommenden Spielzeiten werden durch die zuständigen Sicherheitsbehörden unter Beteiligung der Polizei weiterhin in den Kategorien niedriges, mittleres oder hohes Risiko bewertet.“

Der BA 18 versteht den Verordnungsentwurf ähnlich wie der BA 17 und kritisiert, dass künftig auf alle Spiele dieselben Regelungen angewandt werden könnten. Dietlind Alber, Fraktionssprecherin der Grünen, erklärt gegenüber Hallo: „Die Fans sollen sich bewegen können ohne gleich kriminalisiert zu werden.“

Die beiden Giesinger BA sind sich zudem darin einig, dass bestimmte Treffpunkte der Fußballbegeisterten vom neuen Geltungsbereich der Stadionverordnung ausgenommen werden müssen. Dieser zufolge sollen nun wohl auch der Grünspitz und der Candidplatz zum Umgriff gehören.

Der BA ist dafür, dass Orte wie der Grünspitz (Foto) und der Candidplatz aus dem neuen Geltungsbereich der Verordnung herausgenommen werden.

„Das ist Unsinn“, sagt Michael Sporrer, SPD-Sprecher im BA 18. „Die Fans werden dann woandershin ausweichen müssen und alles verlagert sich einfach nur.“ Der BA 17 denkt ähnlich und fordert, die beiden Orte aus dem Umgriff wieder herauszunehmen. Am Ende mache sich noch jeder Anwohner oder Passant verdächtig, der sich im Stadionumfeld aufhalte.

Die Frage nach den Anwohnern stellt auch Rainer Kmeth, Sprecher des TSV 1860. Ihn ärgert zudem, dass „die Verordnung nur Heimfans“ betreffe. BA und TSV drängen das KVR nun dazu, die Verordnung mit Clubs, Lokalpolitik, Fans, Anwohnern und dem Münchner Fanprojekt zu überarbeiten. Auf Hallo-Anfrage meldete sich das KVR nicht.

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