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Streetart auf dem Wasserversorgungshaus der SWM

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Von: Franziska Boner

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Ein Doktorfisch mit Stift und Krankenakte, ein frisch geimpfter Seestern, ein Krebs der mit einem Parasitenbefall kämpft, ein schwangeres Seepferdchen und die „Kra(n)kenschwester“ zieren nun das Wasserversorgungshaus der Stadtwerke München auf dem Max-Lebsche-Platz in Großhadern. 

Die Kra(n)kenschwester steht im Zentrum des Bildes. Neben ihr ein Paletten-Doktorfisch und ein frisch geimpfter Seestern. Die Krake steht für Vor- und Fürsorge.
1 / 6Die Kra(n)kenschwester steht im Zentrum des Bildes. Neben ihr ein Paletten-Doktorfisch und ein frisch geimpfter Seestern. Die Krake steht für Vor- und Fürsorge. © kko
Seepferdchen sind die einzigen Tiere, bei denen die Männchen die Jungen gebären. Die Seite des Hauses ist deswegen ein Zeichen für Gleichberechtigung. Die Krake überwacht die Schwangerschaft. Gleichzeitig wird ein Schwertfisch von Müll befreit. Ein Zeichen für das Problem der Verschmutzung der Meere.
2 / 6Seepferdchen sind die einzigen Tiere, bei denen die Männchen die Jungen gebären. Die Seite des Hauses ist deswegen ein Zeichen für Gleichberechtigung. Die Krake überwacht die Schwangerschaft. Gleichzeitig wird ein Schwertfisch von Müll befreit. Ein Zeichen für das Problem der Verschmutzung der Meere. © kko
Die Prothese gibt der Schildkröte die Möglichkeit, wieder ohne Probleme zu schwimmen. Diese Seite steht für Inklusion. Solche Prothesen werden für wildlebende Schildkröten nach Verletzungen tatsächlich verwendet.
3 / 6Die Prothese gibt der Schildkröte die Möglichkeit, wieder ohne Probleme zu schwimmen. Diese Seite steht für Inklusion. Solche Prothesen werden für wildlebende Schildkröten nach Verletzungen tatsächlich verwendet. © kko
Der rote Krebs mit Parasitenbefall wurde von Lion Fleischmann als letztes der Meerestiere fertiggestellt. Daneben entfernt die Krake mit einer Pinzette einen Angelhaken aus dem Maul eines Fischs.
4 / 6Der rote Krebs mit Parasitenbefall wurde von Lion Fleischmann als letztes der Meerestiere fertiggestellt. Daneben entfernt die Krake mit einer Pinzette einen Angelhaken aus dem Maul eines Fischs. © kko
Lion Fleischmann bei der Fertigstellung des letzten Meeresbewohners. Das Häuschen zu gestalten war für ihn ein „Herzensprojekt“. Geplant ist, dass nun auch die Stromkästen noch ins Kunstwerk eingearbeitet werden.
5 / 6Lion Fleischmann bei der Fertigstellung des letzten Meeresbewohners. Das Häuschen zu gestalten war für ihn ein „Herzensprojekt“. Geplant ist, dass nun auch die Stromkästen noch ins Kunstwerk eingearbeitet werden. © kko
Der 1987 geborene Streetart-Künstler ist selbst in Großhadern aufgewachsen.
6 / 6Der 1987 geborene Streetart-Künstler ist selbst in Großhadern aufgewachsen. © kko

Dass das Häuschen verschönert werden soll stand schon seit Anfang des Jahres fest. Jetzt ist das Kunstwerk fast fertig. Ungefähr zwei Wochen hat Streetart-Künstler Lion Fleischmann daran gepinselt und gesprüht. 

Die Stadtwerke hatten sich einen Bezug zur Wasserversorgung gewünscht. „Das Haus pumpt das Wasser nach ganz Großhadern wie ein Herz“, sagt der Künstler. Durch den Standort direkt am Klinikum sei er dann darauf gekommen, die beiden Themen „Wasser“ und „Arbeit in der Klinik“ miteinander zu verknüpfen. Deshalb ziert das kleine Häuschen nun die bunte Unterwasserszenerie.

Über den Auftrag habe sich Lion Fleischmann sehr gefreut. „Das war ein Herzensprojekt für mich“, erzählt er. „Ich bin selbst hier aufgewachsen und wollte unbedingt abliefern.“ Gewidmet hat er das Kunstwerk dem Klinikpersonal. Seine Mutter sei selbst Krankenschwester und so wisse er aus nächster Nähe, was die Krankenschwestern und -pfleger für einen harten und wichtigen Job machen. „Ohne sie geht es nicht“, stellt er klar.

Die „Kra(n)kenschwester“ steht deshalb thematisch im Zentrum des Kunstwerks. Sie hilft mit ihren acht Armen wo sie kann. Auch die Themen „Gleichberechtigung“, „Inklusion“ und „die Verschmutzung der Meere“ hat der Künstler in seinem Rundum-Bild verarbeitet.

Trotz der Hitze in den vergangenen Wochen habe ihm die Arbeit in Großhadern viel Spaß gemacht. Viele Fußgänger und Radfahrer hätten ihm im Vorbeigehen Komplimente gemacht, andere seien für ein Foto kurz stehen geblieben und haben begeistert Fragen gestellt. „Dass ich von den Leuten persönlich solche Rückmeldungen bekomme, ist immer cool“, erzählt Lion Fleischmann. „Es sind auch regelmäßig Freunde zum Ratschen vorbeigekommen.“

Davor, dass das Kunstwerk überschmiert werden könnte hat Lion Fleischmann keine Angst. „Unter den Streetart-Künstlern gibt es einen Kodex, das macht man einfach nicht“, erklärt er.

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