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Streetart-Museum vorerst gerettet ‒ München bringt weitere Förderung für das „Amuseum“ auf den Weg

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Von: Gabriele Winter

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Die Eröffnung des „Amuseums“ an der Schellingstraße im November wurde mit viel Prominenz gefeiert.
Die Eröffnung des „Amuseums“ an der Schellingstraße im November wurde mit viel Prominenz gefeiert. © Amuseum

Das Streetart-Museum in München, das „Amuseum“ an der Schelling-Straße, bleibt vorerst weiter in Betrieb. Das Kulturreferat will die Förderung auf den Weg bringen.

Update: 21. Dezember

„Amuseum“ vorerst gerettet - München bring Förderung für Streetart-Museum auf den Weg

Nachdem das Streetart-Museum „Amuseum“ in der Schelling-Straße wegen fehlender städtischer Mittel kurz vor der Schließung stand, hat der Münchner Stadtrat heute 150.000 Euro für den Betrieb 2023 bewilligt.

Das Kulturreferat wird einmalig für 2023 noch einen gedeckelten Defizitausgleich für das „Amuseum“ auf den Weg bringen. Eine entsprechende Beschlussvorlage wird voraussichtlich im Februar 2023 in den Kulturausschuss des Stadtrats eingebracht. Damit hat der Verein Planungssicherheit und der Weiterbetrieb des „Amuseums“ ist gesichert.

Wir freuen uns sehr, den Betrieb Mitte/Ende Januar wieder aufnehmen zu können!

Betreiber Sebastian Pohl

Wie bisher wird der Trägerverein Positive Propaganda e.V. auch 2023 jährlich mit folgenden Mitteln für Projekte außerhalb des „Amuseums“ gefördert: 100.000 Euro institutioneller Zuschuss für die Vereinstätigkeit (wie bisher) + bis zu 80.000 Euro für Projekte (wie bisher).

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Streetart-Museum in München nach wenigen Wochen wieder dicht?

Erstmeldung: 14. Dezember

München/Schwabing ‒ Von „Amusement“ (Englisch für Freude) ist bei Sebastian Pohl keine Spur mehr geblieben. Im Gegenteil: Der Leiter des Streetart-Museums „Amuseum“ versteht die Welt nicht mehr. „Gelder, für die kein Bedarf angemeldet wurde, werden vergeben und unsere werden gestrichen, obwohl wir darauf vertraut haben.“ Pohl plant deshalb die Schließung zum Ende des Jahres.

Förderung bleibt aus - Leiter des Streetart-Museums „Amuseum“ in München will Ende des Jahres schließen

Vier Jahre lang hat er in München ein Museum für Streetart geplant. Er hat Kontakte mit allen Fraktionen im Stadtrat geknüpft, breite Zustimmung für sein Projekt geerntet und sogar mietfrei vom Freistaat Räume bekommen.

Pohl zog im April mit seinem gemeinnützigen Verein „Positive Propaganda“ in eine ehemalige Universitätsbuchhandlung in Schwabing. Doch bevor das „Amuseum“ eröffnen konnte, mussten die Räumlichkeiten asbest-saniert werden.

Dafür investierte Sebastian Pohl seine eigenen Mittel. Für den laufenden Betrieb, inklusive Personalkosten, bekam er im Mai eine Zusage aus dem Kulturreferat über 190 000 Euro. Aber daraus wird nichts.

Bei der Eröffnung des Museums Anfang November wurden Werke des renommierten Streetart-Künstlers Shepard Fairy präsentiert. Allerdings gab es im Hintergrund auch Zwist, der so weit ging, dass sogar Hausverbote für das „Amuseum“ ausgesprochen wurden.

Nur 50.000 anstatt 190.000 Euro - Stadt München fördert lokale Graffiti-Projekte mehr als Streetart-Museum

In seiner jüngsten Sitzung bewilligte dann der Stadtrat anstatt der in Aussicht gestellten 190 000 Euro nur 50 000 und beschloss, lokale Graffiti-Projekte mit über 100 000 Euro zu fördern.

Pohl ist darüber sehr enttäuscht. „Wir arbeiten für eine breite Öffentlichkeit“, sagt er. „Ich möchte Leute inspirieren, die nicht mit einem Theater-Abo aufgewachsen sind.“

Auch der US-amerikanische Künstler Shepard Fairey – bekannt durch sein rot-blaues Obama-Portrait – bezeichnet es als „tragisch“, dass mit der Schließung „Künstlern, die es verdienten, gesehen zu werden“, der Weg verbaut werde. Daher befürchtet Pohl, internationale Kreative und Förderer könnten „durch diesen abschreckenden Umgang mit avantgardistischen Ideen“ München zukünftig eher meiden.

Das Kulturreferat sucht mit Pohl nach einer Lösung. Über die tatsächliche Bereitstellung der Mittel entscheidet noch der Haushaltsauschuss.

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