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Wohnen wird für Studierende in München immer teurer ‒ Welche Schwierigkeiten mit der Suche einhergehen

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Von: Sabina Kläsener

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Aus vielen Wohnungsgesuchen geht die Verzweiflung der Studierenden hervor.
Aus vielen Wohnungsgesuchen geht die Verzweiflung der Studierenden hervor. © dpa/Felix Kästle

Vor dem Start des neuen Wintersemesters ist der Wohnungsmarkt in München für Studierende nochmals teurer geworden - Tipps und Hilfsangebote.

München - Ein Zimmer in einer 6er-WG in Hadern, zwölf Quadratmeter groß, die Miete: 830 Euro warm. Irrsinnige Geschichten zum Münchner Wohnungsmarkt gibt es unzählige. Doch mit der Inflation und den steigenden Energiepreisen verschlimmert sich die Lage. Insbesondere für Studierende, wie nun auch ein Wohnreport vom Finanzdienstleister MLP in Kooperation mit dem Institut der deutschen Wirtschaft zeigt.

Trauriger Spitzenreiter ist München mit einer Warmmiete von 787 Euro für eine Modellwohnung von circa 30 Quadratmetern, 545 Euro für ein 20-Quadratmeter großes WG-Zimmer. Zum Vergleich: Die Miete im Wohnheim kostet 327,57 Euro – inklusive der gestiegenen Nebenkosten.

Wohnungssuche in München: Studierende kämpfen mit gestiegenen Mietkosten

Im Frühjahr hatte die Ampel-Regierung eine Bafög-Reform beschlossen, der Wohnzuschuss wurde auf 360 Euro erhöht. „Diese Erhöhung ist durch die Inflation bereits wieder komplett kassiert worden“, erklärt Matthias Anbuhl, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks. Bei finanziellen oder anderen Problemen berät das Münchner Studentenwerk (siehe Kasten). Unterstützung gibt es auch bei einem weiteren Inflations-Entlastungspaket der Bundesregierung: Studierende sollen einmalig 200 Euro erhalten – wann und wie, steht noch nicht fest.

Zum Wintersemester sind rund 135 000 für ein Studium in München eingeschrieben. 11  000 Plätze gibt es in den Studentenwohnheimen in München, Freising und Rosenheim – circa 14 000 stehen auf der Warteliste. Der Rest ist auf den freien Wohnungsmarkt angewiesen.

Um die Chancen zu erhöhen, geben viele Studierende auch Gesuche auf. Wie Yichen Han aus China. Der 18-Jährige gibt an, bis zu 1200 Euro Miete bezahlen zu wollen, nur um ein Zimmer zu bekommen. Er hatte schon geglaubt, eine gefunden zu haben, doch in Wahrheit wurde er Opfer eines Betrügers. Für den Semesterstart wohnt er zunächst in einem AirBnB, um vor Ort suchen zu können. „Die Miete wird hauptsächlich von meiner Familie bezahlt. Ich will auch Nebenjobs annehmen und Stipendien beantragen, um die Belastung zu verringern.“

Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche in München: Studierende sind verzweifelt

Besonders internationale Studierende tun sich bei der Suche schwer, fragen deshalb bei „Wohnen für Hilfe“, dem Projekt des Seniorentreffs Neuhausen, an. Statt Miete zu zahlen, helfen die Studierenden älteren Menschen, bei denen sie wohnen. „Die Anfragen haben vor dem Semester zugenommen“, erklärt Marion Schwarz, Geschäftsführerin des Seniorentreffs. Die Nachfrage übersteigt auch hier das Angebot.

„Verzweifelt und wütend“ ist Jasmina S., die ein Studium der Tiermedizin beginnt. Stündlich ist sie auf Plattformen wie WG-gesucht. Viele Angebote seien nur kurz online. Mittlerweile schaut sie sich auch Zimmer in Wohnungen an, die statt einer Küche mit Spüle nur eine Kochplatte und einen Miniofen haben. 550 Euro will sie maximal für die Warmmiete zahlen. Das Geld kommt von den Eltern. „Das Studium ist sehr lernintensiv, daher ist Arbeiten erst einmal überhaupt nicht möglich.“ Zur Not pendele sie von ihren Eltern, die in Buchloe im Allgäu wohnen, zur Uni. Doch auch das bereitet ihr Sorgen, ob sie so nicht den Anschluss in der Uni und an die Kommilitonen verliere.

Die Wohnungssuche hat für Jasmina noch einen weiteren bitteren Beigeschmack: Anfragen von Männern mit sexuellen Absichten. „Die Realität als Frau ist, dass der Großteil der Anfragen auf deine Anzeige von Männern ist, die mich daten oder Sex wollen.“ Niemand rede über den Sexismus, den Frauen dabei erleben. Als ob die Wohnungssuche allein nicht beschwerlich genug wäre.

So können Studierende Energie sparen

Das Studentenwerk München beteiligt sich an der Kampagne „Flip the switch“, die Studierende unterstützt, möglichst viel Energie zu sparen. Infos, wie folgende Tipps, gibt es auf www.myenergychallenge.de:

• Küche: Auf jeden Topf gehört ein Deckel. Wenn Umluft statt Ober-/Unterhitze verwendet wird, werden circa 15 Prozent Energie gespart. Auch auf das Vorheizen kann man verzichten – dadurch verbraucht der Ofen bis zu 20 Prozent weniger Strom. Zudem sind sieben Grad kühl genug für alle Lebensmittel im Kühlschrank. Denn: Pro Grad, das der Kühlschrank wärmer eingestellt ist, verbraucht dieser circa sechs Prozent weniger. Wer Wasser kochen möchte, sollte zum Wasserkocher greifen, da dieser schneller und effizienter erhitzt.

• Wohn-/WG-Zimmer: Bei einem Grad weniger Raumtemperatur spart man circa sechs Prozent Heizenergie. Stoßlüften (drei mal täglich à fünf Minuten) ist optimal. Mit geschlossenen Türen und heruntergelassenen Rolläden ist der Wärmeverlust geringer. Technische Geräte nicht im Stand-by-Modus lassen.

• Bad: Beim Duschen kann mit einem wassersparenden Duschkopf ebenso gespart werden, wie wenn man kälter und kürzer duscht. Danach die Haare an der Luft trocknen lassen.

Hilfsangebote

Interessierte können sich bei „Wohnen für Hilfe“ per Telefon 13 92 84 19 20 an den Seniorentreff Neuhausen werden. Das Studentenwerk München bietet mehrere Beratungsstellen. Eine erste Anlaufstelle ist die Allgemeine und Soziale Beratung. Diese ist erreichbar per Telefon 38 19 61 209 oder per E-Mail an asberatung-muenchen@stwm.de. Die Sprechzeiten sind: Dienstag und Mittwoch 10 bis 14 Uhr sowie Donnerstag 14 bis 18 Uhr. Für finanzielle Belange sind die Allgemeine Bafög-Beratung, die Stipendien- und Studienkreditberatung zuständig. Weitere Infos gibt es auf www.studentenwerk-muenchen.de.

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