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Münchner bangen aufgrund eines neuen Gesetzes um öffentliche Telefone - Telekom gibt Auskunft

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Fast schon eine Rarität: In der Fürstenrieder Straße steht eines von 305 öffentlichen Telefonen im Stadtgebiet.
Fast schon eine Rarität: In der Fürstenrieder Straße steht eines von 305 öffentlichen Telefonen im Stadtgebiet. © Gabriele Ülses

Sie werden immer weniger und manche fürchten ihr komplettes Verschwinden: öffentliche Telefone. Doch die Telekom kann diesbezüglich Entwarnung geben...

Die berühmten gelben Telefonzellen sind schon lange aus dem Stadtbild verschwunden. Doch auch die Nachfolger, die grau-magentafarbenen Telefon-Stelen, werden immer weniger. Mit dem neuen Telekommunikationsgesetz, welches seit 1. Dezember 2021 gilt, wächst nun die Sorge vieler Münchner, dass das Angebot von öffentlichen Telefonen ganz aus dem Stadtbild verschwindet. Denn das neue Gesetz befreit die Telekom von ihrer bisherigen Grundversorgungspflicht im Bereich öffentliche Telefone. Hallo hat nachgehakt.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Öffentliche Telefone in München werden immer weniger - Verschwinden werden sie aber nicht

Bundesweit betreibt die Telekom noch knapp 14 000 öffentliche Telefone. Anfang der 90er-Jahre waren es noch über 160 000. Auch in München ist deren Zahl seitdem rapide zurückgegangen. Über 3000 öffentliche Telefone wurden seit den 90ern entfernt. Im Jahr 2014 waren es laut einer statistischen Erhebung der Erhardt & Kellner GmbH noch 431. Aktuell sind es laut Kreisverwaltungsreferat noch 305.

Ein Schwund, der vor allem mit dem Siegeszug von Smartphone und Co. zusammenhänge, erklärt Telekom-Sprecher Region Süd, Dr. Markus Jodl. Doch er verspricht auch: Trotz der Gesetzesänderung stelle die Telekom weiterhin eine „bedarfsgerechte Versorgung“ mit öffentlichen Telefonen sicher.

„Aber nur da, wo es wirtschaftlich Sinn macht.“ Heißt: an Bahnhöfen, Flughäfen, Messegeländen und anderen stark frequentierten Plätzen. „Mit ihrem Nutzungsverhalten sind Kunden selbst die Architekten des Telefonzellen-Netzes“, so Jodl.

Telekom-Sprecher Dr. Markus Jodl.
Telekom-Sprecher Dr. Markus Jodl. © Telekom

Die Telekom beobachtet demnach, wie stark einzelne Telefonzellen frequentiert sind und ob sich der Erhalt des Standortes tatsächlich rentiert. „Fehlender Umsatz ist ein klares Indiz dafür, dass der Wunsch nach einer Versorgung mit öffentlichen Telefonzellen nicht mehr besteht“, erklärt Jodl.

„Der Unterhalt einer Telefonzelle kostet Geld, etwa für Strom, Standortmiete und Wartung. Steht der Umsatz über einen längeren Zeitraum in keinem Verhältnis mehr zur Nutzung, bauen wir die Telefonzellen ab.“ Konkret: Wenn der monatliche Umsatz unter 50 Euro pro Monat sinkt, beauftragt die Telekom eine externe Firma mit dem Abbau.

Noch bestehende öffentliche Telefone werden an Plätzen mit hoher Nutzung – also zum Beispiel an Bahnhöfen – mit Hot­Spots ausgerüstet. An bundesweit rund 2000 Stationen ist so der Internet-Zugang über WLAN verfügbar. In der Umgebung dieser HotSpots kann per Laptop oder Smartphone im Internet gesurft werden.

Einen HotSpot gibt es unter anderem am Pasinger Knie.
Einen HotSpot gibt es unter anderem am Pasinger Knie. © Gabriele Ülses

Dieser Service steht allen Nutzern zur Verfügung, auch denen, die keine Telekom-Kunden sind. Zu erkennen sind die Standorte am Aufkleber mit dem magentafarbenen Hot­Spot-Logo. Unter www.hotspot.de gibt es einen Standort-Finder.

Gabriele Uelses

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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