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Deaflympics 2022: Münchnerin Heike Albrecht-Schröder will Gold im Tennis

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Heike Albrecht-Schröder hofft auf eine Medaille bei den Deaflympics.
Heike Albrecht-Schröder hofft auf eine Medaille bei den Deaflympics. © Albrecht-Schröder

Fünf Medaillen bei den Deaflympics konnte Heike Albrecht-Schröder bereits holen, dieses Jahr sollen noch zwei dazukommen. Das Münchner Tennis-Ass im Porträt:

Update: Zwei Medaillen für Albrecht Schröder bei den Deaflympics

Heike Albrecht-Schröder hat bei den Deaflympics Gold im Einzel gewonnen. Im Finale setzte sie sich in zwei Sätzen mit 6:2 und 6:2 gegen Chia-Wen Lin durch. Sie verlor im gesamten olympischen Turnier keinen Satz.

Auch im Doppel sprang für die Obersendlingerin eine Medaille heraus. Zwar verlor sie mit ihrer Partnerin Verena Fleckenstein das Finale mit 4:6 und 1:6, konnte sich aber über Silber freuen.

MÜNCHEN Heike Albrecht-Schröder will bei den aktuell laufenden Deaflympics, den olympischen Spielen der Gehörlosen, in Brasilien eine Medaille im Tennis holen. Die 31-jährige Obersendlingerin ist eine der Topfavoritinnen im Wettbewerb. Bereits bei ihrer Olympia-Premiere 2005 holte sie als 13-Jährige Silber im Mixed. Es folgten insgesamt drei Gold- und eine Bronzemedaille bei den Spielen 2009 und 2013.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Sie ist mehrfache Europameisterin und Vizeweltmeisterin im Einzel. Im Mixed ist sie mit ihrem Partner Urs Breitenberger seit Jahren ungeschlagen und amtierende Weltmeisterin. „Wir wollen auf jeden Fall eine Medaille“, setzte sie sich im Vorfeld als Ziel.

Tennis-Ass Heike Albrecht-Schröder bei den Deaflympics: Mit drei Jahren bekam sie ihren ersten Schläger

Albrecht-Schröder ist von Geburt an gehörlos und trägt beidseitig ein Hörgerät. Damit und vor allem mithilfe von Lippenlesen kann sie sich gut verständigen. Über ihre Eltern ist sie zum Tennis gekommen. „Mit drei Jahren habe ich erstmals einen Schläger in der Hand gehalten“, sagt sie. Die Sportart hatte sie schnell gepackt.

„Mir gefällt, dass man ein Spiel jederzeit noch drehen kann. Dafür ist nicht nur der Körper, sondern auch der Kopf ganz wichtig“, sagt sie. Albrecht-Schröder trainierte anfangs mit Mädchen ohne Hörbehinderung. „Ich hatte das Glück, dass ich einen guten Trainer hatte, der mit meiner Behinderung umgehen konnte“, erinnert sie sich.

Obwohl sie einige Erfolge feierte, wechselte sie mit elf Jahren zum Gehörlosensport. Denn durch ihre Einschränkung ist sie immer etwas im Nachteil: „Das Gehör ist auch für das Gleichgewicht zuständig. Und das ist beim Tennis ganz wichtig.“ Zudem muss sie sich viel stärker auf ihre Augen verlassen. „Wenn der Gegner den Ball trifft, hört man, ob er ihn mit Schnitt spielt und ob er ihn gut oder schlecht erwischt hat. Ich muss das alles visuell erkennen“, erklärt Albrecht-Schröder, die für den TC Blutenburg auch als Tennislehrerin arbeitet.

Tennis-Ass Heike Albrecht-Schröder bei den Deaflympics: Zwei Medaillen kann sie noch gewinnen

Hilfe durch ihr Hörgerät bekommt sie dabei nicht. „Wir dürfen bei Wettkämpfen keine technischen Hilfsmittel tragen, damit die Bedingungen für jeden gleich sind.“

Bei Deaflympics kommt die Münchnerin bisher mit den Bedingungen bestens zurecht. Nachdem sie bei der Eröffnungsfeier die deutsche Fahne tragen durfte, konnte sie ihre bisherigen Partien erfolgreich gestalten. Im Einzel steht sie im Halbfinale, im Doppel hat sie bereits das Finale erreicht. Im Mixed musste allerdings ihr Partner Breitenberger aufgeben. Am Donnerstag und Freitag, 12. und 13. Mai, geht es für Albrecht-Schröder dann um zwei Medaillen.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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