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Neuer Tramhalt am Scheidplatz - Wie sich die MVG die konkrete Planung vorstellt, welche Kritik es gibt

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Von: Kassandra Fischer

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Die aktuelle Straßenbahn-Haltestelle am Scheidplatz.
Die aktuelle Straßenbahn-Haltestelle am Scheidplatz. © Kassandra Fischer

Am südlichen Scheidplatz soll ein neuer Tramhalt entstehen, um den Straßenbahnen einen flüssigeren Verkehr zu ermöglichen. Im BA wird aber Kritik laut...

SCHWABING-WEST Zwei Bushaltestellen mit dem Namen Scheidplatz Süd – eine je Richtung – gibt es bereits. Zukünftig soll auch ein gleichlautender Tram-Stopp an der Parzivalstraße hinzukommen, um so die Tramlinie 12 zu verlängern und dabei Zeit einzusparen. Über die konkreten Pläne hat die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) jüngst den Bezirksausschuss informiert, der direkt erste Kritikpunkte äußerte.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

„Der Kern des Projekts ist die Schaffung einer neuen direkten Gleisverbindung von der Belgrad- in die Parzivalstraße“, erklärt MVG-Sprecher Johannes Boos auf Hallo-Anfrage.

Der neue Stopp Scheidplatz Süd soll entlang der Parzivalstraße entstehen.
Der neue Stopp Scheidplatz Süd soll entlang der Parzivalstraße entstehen. © Kassandra Fischer

Neuer Tramhalt am Scheidplatz: Fahrtwege für Straßenbahnen sollen erleichtert werden

„Bislang müssen Tram-Fahrzeuge, die abbiegen wollen, den Umweg über die Wendeanlage am Scheidplatz nehmen.“ Im Rahmen des Projekts soll die Haltestelle Scheidplatz Süd zudem barrierefrei ausgebaut und für den Einsatz von bis zu 56 Meter langen Trambahnen ertüchtigt werden.

„Wir sind extrem zufrieden, dass die Verlängerung der Tramlinie 12 kommt und begrüßen auch, dass dadurch das Krankenhaus besser angebunden wird“, lobt Undine Schmidt (Grüne), Vorsitzende des Unterausschusses Mobilität und Verkehr im zuständigen BA Schwabing-West. Betriebsgleise liegen bereits entlang der Parzivalstraße. Die Tram 23, die zwischen Münchner Freiheit und Schwabing Nord verkehrt, wird auf diesen morgens ein- und abends ausgefahren.

Undine Schmidt lobte den Plan der MVG.
Undine Schmidt lobte den Plan der MVG. © privat

Neuer Tramhalt am Scheidplatz: Bessere Verbindungen innerhalb Schwabings ermöglicht

„Mit der neuen Tram-Haltestelle Scheidplatz Süd soll die Strecke ab 2024 zum Regelbetrieb werden“, erklärt die Lokalpolitikerin erfreut. So entstehe auch eine bislang fehlende Querverbindung zwischen dem westlichen und nördlichen Schwabing, die künftig „nahtlos und ohne Umwege“ verläuft.

Sie berichtet weiter: Die neue verlängerte Linie 12 soll dann am Scheidplatz nach Osten abbiegen und Richtung Schwabing-Nord weiterfahren – und all das ohne den Umweg über die Wendeschleife. „Dadurch spare man laut MVG etwa eineinhalb bis zwei Minuten Zeit“, betont Schmidt. „Das ist schon viel.“

Neben der grundsätzlichen Zustimmung, die der Unterausschuss der MVG nach der Präsentation entgegenbrachte, hatten die Lokalpolitiker einige Kritikpunkte in der Detailplanung. Im Rahmen des Projekts wünscht sich Schmidt beispielsweise eine Umverteilung des Verkehrs. Für sie steht fest: „Die Planung geht auf Kosten der Fußgänger.“

Neuer Tramhalt am Scheidplatz: MVG-Planungen gehen zulasten der Fußgänger

Wie die MVG vorstellte, soll die Fahrbahnbreite erweitert werden, um die Tramhaltestellen mittig integrieren zu können. Weil alle Autospuren – derzeit vier im Kreuzungsbereich – bestehen bleiben sollen, müssten die Flächen für Fußgänger reduziert werden.

Kritisch sah man es im BA, dass im nördlichen Gehwegbereich Flächen für Fußgänger und Grün für eine breitere Fahrbahn weichen sollen.
Kritisch sah man es im BA, dass im nördlichen Gehwegbereich Flächen für Fußgänger und Grün für eine breitere Fahrbahn weichen sollen. © Kassandra Fischer

Aktuell gibt es für diese am Scheidplatz Süd zwei Strecken: einen Gehweg direkt an der Parzivalstraße und einen Parkweg, der unter Bäumen durch eine kleine Grünfläche verläuft. Ersterer soll der Fahrbahn zugeschlagen werden, letzter zum neuen Gehweg verbreitert werden – Teile der Wiese und auch ein paar Bäume müssten weichen. Für Schmidt steht fest: „Ich finde es sehr kritisch, wenn beim ÖPNV-Ausbau Grünflächen verbaut werden, anstatt Autospuren zu reduzieren.“

Neuer Tramhalt am Scheidplatz: Schmidt schlägt Fahrspurreduzierung vor

Hinzu käme, dass die Aufstellflächen für Tram-Passagiere im Nordosten des Kreuzungsbereichs sehr eng kalkuliert seien. Schmidt: „Beim bestehenden Gehweg gibt es dort genug Platz, durch die Fahrbahnverbreiterung würde es aber eng werden.“ Zur Sicherheit der Tram-Nutzer plane die MVG außerdem ein Geländer entlang der Haltestellen, das ein mittiges Queren verhindern soll.

Schmidt befürchtet jedoch, dass Personen sich davon nicht abhalten lassen. Auch hier ist die Lösung für sie ganz klar: „Es wäre sicherer, wenn man die Anzahl der Fahrspuren oder die Geschwindigkeit reduziert.“ Eine offizielle Stellungnahme will der BA noch im März abgeben.

Die nächste BA-Sitzung

Die nächste Sitzung findet am Mittwoch, 30. März, 19.30 Uhr in der städtischen Berufsschule, Elisabethplatz 4, statt.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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