Bauarbeiten schreiten voran

Überblick zum neuen Laimer Bahnhof: Wie der aktuelle Stand ist – Wo noch Unklarheiten herrschen

Blick auf das nördliche Portal der Umweltverbundröhre.
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Blick auf das nördliche Portal der Umweltverbundröhre.

Da tut sich was: Die Bauarbeiten am Laimer Bahnhof schreiten sichtlich voran. Bei welchen Punkten es noch Unklarheiten gibt. Die Bahn-Sprecher geben einen Überblick.

Laim - Der Lichthof am Laimer Bahnhof wurde jetzt neu überdeckt, die sogenannte Stabbogenbrücke ist bereits an ihrem Platz und westlich entstehen weitere Überwerfungsbauwerke: Die Bauarbeiten an der 2. Stammstrecke schreiten sichtbar voran.

„Die Arbeiten an der Umweltverbundröhre (UVR) von Norden bis zur Station Laim sind bereits abgeschlossen“, so eine Bahn-Sprecherin. In der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses Laim gaben Jörg Mader und Isabel Dresel von der Deutschen Bahn einen bautechnischen Überblick und versuchten, die Fragen der Lokalpolitiker zu beantworten.

Auf der Südseite findet derzeit und in den kommenden Monaten die Phase der Baufeldfreimachung statt. Am Bahnhof selbst stünden immer wieder 24-Stunden-Arbeiten an, die laut einer Bahn-Sprecherin aber nur zu „kurzfristigen, temporären Sperrungen von wenigen Minuten“ führen würden. Große Sperrungen seien aktuell nicht vorgesehen.

Die konkreteste Aussage des Abends: Im April geht der neue Bahnsteig mit Gleis 1 in Betrieb. Doch Unklarheit herrscht weiterhin beim Thema Barrierefreiheit. Der Interimsaufzug (Foto unten) werde über Stege und Brücken mit dem neuen Bahnsteig verbunden. Mader gab zu, dass dies „tricky“ werde. Bis Oktober 2022 bleiben die Bahnsteige mit dem derzeitigen Lift erreichbar.

Der Interimsaufzug soll über Stege und Brücken mit dem neuen Bahnsteig verbunden werden.

„Für die anschließende Bauphase prüfen Bahn und Stadt provisorische Zuwegungen, die eine weitestgehend barrierefreie Zugänglichkeit ermöglichen sollen“, sagt eine Bahn-Sprecherin auf Hallo-Rückfrage. Ein Wegeleitsystem für sehbehinderte Personen sei installiert.

Ungewiss ist auch, ob und wie der Bedarf an Fahrradabstellplätzen gedeckt werden kann. Carsten Kaufmann (SPD) wies auf einen entsprechenden Stadtratsantrag aus dem Jahr 2019 hin, der eine Anlage nach dem Vorbild Pasings in der Röhre fordert.

Eigentümer der UVR ist die Bahn, zuständig für den Innenausbau allerdings die Stadt. Im Planungsauftrag der Bahn ist keine Fahrradabstellanlage enthalten und bislang sei der Auftrag dahingehend auch nicht erweitert worden, erklärte Mader das Problem.

Auf Rückfrage beim Mobilitätsreferat (MOR) verweist Sprecherin Christina Warta auf einen Beschluss des Mobilitätsausschusses vom Juli. Darin heißt es, dass keine Flächen gefunden werden konnten, die potenziell für Bike+Ride in Frage kämen. Nun soll eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden, um bisher eingegangene Vorschläge und weitere Standorte auszuloten.

Die Südseite des Laimer Bahnhof – auch weiterhin ohne Uhr.

Alexandra Gaßmann (CSU) sprach außerdem das Grundstück an der Landsberger Straße 332 an, das für die neue Laimer Feuerwache anvisiert ist. Von der Bahn wird es für die Baustelleneinrichtung der 2. Stammstrecke genutzt. Würde es freigemacht, könnte sich die Stadt vermutlich Kosten in Millionenhöhe für eine Interimswache sparen, so Gaßmann.

Isabel Dresel erklärte, dass man mit der Stadt im Austausch darüber sei, ob der Bahn in der Nähe ein ähnlicher Zugang gewährt werden könnte. Das Problem: Die Fläche ist planfestgestellt, die Verträge mit den ausführenden Firmen unterschrieben.

Suny Kim (Grüne) erkundigte sich nach der abmontierten Uhr, die im April vom Strom genommen wurde und seither von vielen Laimern und Pendlern vermisst wird. Mader sagte, dass sie momentan eingelagert sei. Im Bereich des Südportals würden im Rahmen der Baufeldfreimachung auch die Kabelkanäle neu strukturiert. Bis wann die Uhr wieder zurück an ihren Platz kommt, wisse derzeit niemand.

Martin Beier (Grüne) wollte wissen, wann ein anberaumtes Gesprächsforum zwischen den Beteiligten stattfinden wird. Mader erklärte, dass man einen Termin für November anvisieren werde. Von der Bürgerschaft, die anscheinend per Newsletter informiert wurde, sei „wenig bis gar nichts zurückgekommen“.

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