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Kuriose Klage wegen Regenbogen-Flaggen ‒ Ungarischer Fußballfan verklagt UEFA wegen EM-Spiel in München

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Als Zeichen für Toleranz waren beim EM-Spiel gegen Ungarn auch viele deutsche Fans im Regenbogen-Outfit.
Als Zeichen für Toleranz waren beim EM-Spiel gegen Ungarn auch viele deutsche Fans im Regenbogen-Outfit. © dpa/Christian Charisius

Wegen zu vielen Regenbogen beim EM-Spiel in München hat ein ungarischer Fußballfan jetzt die UEFA verklagt: Das Geld für sein Ticket möchte der Mann zurück.

München - Eigentlich hätte die Allianz Arena zum EM-Spiel Deutschlands gegen Ungarn in Regenbogenfarben leuchten sollen. Doch das untersagte die Uefa der Stadt München – weil die Aktion als Reaktion auf ein ungarisches Gesetz gewertet wurde. Das war kurz zuvor verabschiedet worden und begrenzte die Informationsrechte Heranwachsender zu Homo- und Transsexualität.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Nach EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn: Fußballfan verklagt UEFA

Stattdessen wurden in ganz München Flaggen der LGBTQ*-Community gehisst, im Stadion zahlreiche Regenbogenfähnchen verteilt. Das könnte jetzt ein Nachspiel haben – zumindest für die Uefa, die eigentlich politisch neutral sein will.

Denn ein ungarischer Fußballfan hat die Organisation nun verklagt. „Statt ein Sportevent zu erleben, musste er sich ein politisches Statement ansehen“, erklärt sein Anwalt David Nagy auf Hallo-Anfrage. „Diese exzessive politische Propaganda hat zu einem großen Vergnügensverlust geführt, also hat mein Klient Anspruch darauf, seine Ticketkosten erstattet zu bekommen.“ Verhandelt wird die kuriose Klage zunächst vor einem Gericht in der Westslowakei, wo der Kläger der ungarischen Minderheit angehört.

Nach kurioser Klage gegen die UEFA: Stadt München steht hinter Entscheidungen

Die Uefa erklärt auf Nachfrage, bisher keine Kenntnis von der Klage zu haben, verweist aber auf eine neue Nachhaltigkeitsstrategie, die sich explizit mit Gleichberechtigung und Inklusion beschäftige.

Auch Münchens OB Dieter Reiter (SPD) gibt sich gelassen. Weil sich der Fan an die Uefa gewandt habe, sei die Klage für die Stadt „ohne Belang“. Reiter weiter: „Ich würde unabhängig von diesem juristischen Streit alles wieder so machen. Denn München wird sich immer klar gegen Ausgrenzung und für die Gleichbehandlung aller Menschen einsetzen.“

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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