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Hilfsmittel werden knapp: Verein Heimatstern in München fürchtet wegen Krieg, Corona und Inflation Konsequenzen

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Momentan sind die Regale des Vereins Heimatstern noch gefüllt. Wie lange dies aber noch der Fall ist, kann Vorstandsmitglied Petra Lehmann nicht sagen.
Momentan sind die Regale des Vereins Heimatstern noch gefüllt. Wie lange dies aber noch der Fall ist, kann Vorstandsmitglied Petra Lehmann nicht sagen. © Patricia Stücher

Der Münchner Verein Heimatstern sucht dringend Lebensmittel – Was den Ehrenamtlichen fehlt und was droht, wenn sich die Situation jetzt nicht ändert.

Feldmoching - Inflation, Ukraine-Krieg und Corona machen sich in München stark bemerkbar. Auch der gemeinnützige Verein Heimatstern mit Sitz in Feldmoching ist betroffen: Sowohl Nahrungsmittel als auch Ehrenamtliche werden knapp.

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Münchner Verein Heimatstern: Sorge durch Konsequenzen von Krieg, Corona und Inflation

Zur Gründung 2016 kümmerte sich der Verein um Geflüchtete aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Heute versorgt er alle Münchner – eigentlich. „Seit der Krieg im Februar angefangen hat, sind wir selbst in einer schwierigen Situation“, berichtet Petra Lehmann, Gründungs- und Vorstandsmitglied. „Zu unserer Lebensmittelausgabe am Freitag zwischen 9 und 13 Uhr kommen 20 Prozent mehr Menschen als davor“, erklärt sie.

Pro Verteilung werden ungefähr eineinhalb Tonnen an Nahrung, aber auch andere Hilfsmittel, wie Rucksäcke und Hygieneartikel, sowohl an Obdachlose aber auch an andere Bedürftige, Familien und Rentner ausgegeben.

Heimatstern kooperiert mit der Münchner Tafel und bekommt auch von dort Essensspenden. Das reicht jedoch nicht mehr. „Wir sind dringend auf Spenden angewiesen“, sagt Lehmann. Vor jeder Ausgabe gebe man derzeit zusätzlich 500 Euro aus, um alle Bürger ausreichend versorgen zu können.

Hoher Bedarf beim Verein Heimatstern: Suche nach Lebensmitteln und Ehrenamtlichen

Um der Situation gerecht zu werden, überlegen die 15 Ehrenamtlichen, wie sie eine zweite Ausgabe realisieren können. „Es müssten mehr Essensspenden aber auch Helfer und Transportmöglichkeiten gestellt werden, die wir finanziell aber nicht stemmen können“, sagt Lehmann.

Die Spenden, die derzeit zur Verfügung stehen, sind von Privatleuten. Doch auch die Spenden schwinden aufgrund steigender Preise. „Mittlerweile müssen wir sogar ehemalige Spender versorgen, auch sie macht die aktuelle Situation zu Bedürftigen“, so Lehmann.

Was die Konsequenz ist, wenn immer mehr Leute kommen und die Lebensmittel ausbleiben, mag sich Lehmann nicht vorstellen, sagt aber: „Ich muss mittlerweile Leute wegschicken, die von weiter her nach Feldmoching kommen.“ Die steigenden Energiepreise könnten diesen Effekt noch verschlimmern. „Es sind so viele Schicksale und es hängt so viel Verzweiflung an den Menschen. Wir versuchen, bis zum Schluss jedem gerecht zu werden“, berichtet die 53-Jährige.

Priorität haben aber derzeit Bürger aus der Umgebung, die sich nicht bei der Tafel anmelden können und auch sonst keine Chance haben, an anderen Stellen Essen zu erhalten. Um den Ansprüchen der Betroffenen weiter gerecht werden zu können, sucht der Heimatstern nun Lebensmittelspenden aber auch ehrenamtliche Helfer. Infos und Möglichkeiten zur Unterstützung gibt es auf www.heimatstern.org.

Patricia Stücher

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