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Das rettende Licht: Verein „Horizont“ unterstützt sich für obdachlose Mütter und Kinder in München

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„Horizont“-Gründerin Jutta Speidel (Mitte) ist auch nach 25 Jahren nicht müde, sich mit ihrem Verein, der unter anderem im Domagkpark ein Haus betreibt, für obdachlose Frauen und Kinder zu engagieren.
„Horizont“-Gründerin Jutta Speidel (Mitte) ist auch nach 25 Jahren nicht müde, sich mit ihrem Verein, der unter anderem im Domagkpark ein Haus betreibt, für obdachlose Frauen und Kinder zu engagieren. © Dirk Schiff

Unterstützung im Schutzhaus für obdachlose Mütter und Kinder in München: Zum 25-jährigen Bestehen ist Jutta Speidels Verein „Horizont“ wichtiger denn je.

München - Seit 25 Jahren setzt sich Jutta Speidel mit ihrem Verein „Horizont“ für obdachlose Mütter und ihre Kinder ein. Eigentlich ein Grund zu feiern – doch Zeit, sich auszuruhen, bleibt aktuell weniger denn je, wie Speidel Hallo München in einem exklusiven Gespräch erklärt hat. Nicht nur die Pandemie, auch der Ukraine-Krieg sorgen für immer größeren Bedarf.

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Schutz für Obdachlose Frauen und Kinder: Verein „Horizont“ feiert 25-jähriges Bestehen

Rückblick: Seit 1997 erhielten 2800 Kinder und Mütter im Horizont-Schutzhaus ein Zuhause auf Zeit, intensive Betreuung und umfassende Hilfe. Als Ergänzung zum Schutzhaus gibt es ein zweites, offen konzipiertes Haus im Domagkpark, in dem dauerhaftes und bezahlbares Wohnen möglich ist.

Jetzt ist ein weiteres Haus für etwa 75 Mütter und Kinder geplant. Die Basis für den Neubau bildet ein Grundstück, das der Stiftung vererbt wurde. Wo genau es in München liegt, soll zum Schutz der teilweise von ihren Ex-Männern verfolgten Frauen nicht öffentlich werden. „Wir hoffen, dass wir 2023 anfangen können zu bauen“, so Speidel, die auch nach 25 Jahren nicht müde wird, sich mit viel Herzblut zu engagieren.

Das Horizont-Schutzhaus im Domagkpark.
Das Horizont-Schutzhaus im Domagkpark. © Cordula Treml

Horizont-Schutzhaus im Domagkpark: Pandemie und Ukraine-Krieg lassen Bedarf wachsen

Die Gründe, warum die Frauen unverschuldet ihr Zuhause verlieren, sind vielschichtig: Gewalt, Krieg, Jobverlust, steigende Lebenshaltungskosten, nicht bezahlbarer Wohnraum. Besonders die hohen Mieten machen es den Frauen und Kindern schwer, eine geeignete Wohnung nach ihrem Aufenthalt bei Horizont zu finden. Im Durchschnitt bleiben die Mütter mit ihren Kindern zwei Jahre im Schutzhaus. Im „Horizont“-Haus am Domagkpark dagegen können Familien langfristig bleiben.

Der Bedarf wächst stetig: „Die Pandemie hat eine Steigerung von häuslicher Gewalt verursacht und viele Frauen mit ihren Kindern auf die Straße getrieben. Auch sehen wir durch den Ukraine-Krieg einen wachsenden Zustrom von geflüchteten Frauen und Kindern, die nicht nur Unterkunft, sondern auch Hilfe brauchen, weil sie genau wie die meisten unserer Bewohnerinnen traumatisiert sind“, sagt Speidel.

Horizont-Schutzhaus am Domagkpark: Münchner können sich ein Bild der Arbeit machen

„Horizont“ bietet nicht nur Schutz und Unterkunft, sondern auch ein umfangreiches pädagogisches und psychologisches Betreuungskonzept. Im Haus Domagkpark gibt es zudem viele soziokulturelle Angebote wie eine Kita, Werkstätten, ein Restaurant und die Kulturbühne Spagat.

Am Mittwoch, 6. Juli, feiert dort die theater-pädagogische Produktion „Einsam gemeinsam oder die Willkür des Glücks“ Premiere. Obdachlose Menschen berichten über ihr Leben und ihre momentane Situation. Jeder ist dazu eingeladen und kann sich bei der Gelegenheit eine Bild von der Arbeit der „Horizont“-Mitarbeiter und der Situation der Bewohnerinnen machen.

Gabriele Uelses

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