1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

Bevor weiter gebaut wird: Verein GKAK verlangt ein gemeinsames Verkehrs- und Infrastruktur-­Konzept für Allach und Karlsfeld

Erstellt:

Von: Ursula Löschau

Kommentare

Stoßstange an Stoßstange steht der Verkehr jetzt schon oft in der Eversbuschstraße Nord. Jede noch so kleine Baumaßnahme löse Chaos aus, warnen die Anwohner.
Stoßstange an Stoßstange steht der Verkehr jetzt schon oft in der Eversbuschstraße Nord. Jede noch so kleine Baumaßnahme löse Chaos aus, warnen die Anwohner. © privat

Immer mehr Bürger beklagen den viel zu dichten Verkehr in Allach. Diese warnen nun den BA und hoffen auf erfolgreiche und nachhaltige Lösungen für die Zukunft.

Allach Kein Quartiersbau, kein Bebauungsplan mehr, ohne ein Verkehrs- und Infrastrukturkonzept. Das fordert der Verein Gemeinsames Konzept für Allach und Karlsfeld (GKAK) in einem Schreiben an den Bezirksausschuss Allach-Untermenzing. Denn, so die Vorsitzende Isabel Nazari: „Wir sind ein Stadtteil am Kipp-Punkt. Schon der kleinste Eingriff kann das Fass zum Überlaufen bringen.“ Ein „Weiter so“ sei keine Option. Schon gar nicht angesichts gleich mehrerer großer Projekte, die auf Allach und das angrenzende Umland zukommen: die Sanierung des A99-Tunnels, der S-Bahn-Nordring mit Ausbau des Karlsfelder Bahnhofs und das geplante Quartier „Hirmerei“ an der nördlichen Eversbuschstraße.

Allach am Kipp-Punkt: Suche nach Lösungen soll angepackt werden

„Es braucht jetzt eine genaue Bestandsaufnahme für neue Lösungen“, sagt Nazari. Und der Zeitpunkt ist ihrer Einschätzung nach genau richtig. „Dieser Stadtteil ist klar zur Wende und bereit, mitzugehen, wenn ein schlüssiges Gesamtkonzept da ist. Hierfür gibt es aktuell ein Zeitfenster“, betont sie. Noch könnten Projekte wie die „Hirmerei“ bis auf Weiteres gestoppt werden. Zudem seien die Autobahn GmbH, die betroffenen Großunternehmen im Norden und Nordwesten sowie die Gemeinde Karlsfeld und der Landkreis Dachau bereits im Austausch.

„Alle haben Interesse. Das ist die Chance, ein wirklich nachhaltiges und tragfähiges Konzept zu entwickeln“, mahnt die Vereinsvorsitzende. Ihre Stellvertreterin Margarete Helmer-Ritter fügt hinzu: „Wenn die Stadt München bei einem Verkehrskonzept für Allach-Untermenzing nur an Fußgänger und Radfahrer denkt, dann hat sie es wirklich nicht verstanden.“

Allach am Kipp-Punkt: BA nimmt Warnung auf und holt Stadtrat ins Boot

Der örtliche BA hat die Warnungen und Appelle aus der Bürgerschaft einstimmig zur Kenntnis genommen. Man werde die einzelnen Punkte zu gegebenem Anlass mit aufnehmen, kündigte Viertel-Chef Pascal Fuckerieder (SPD) an. Die nächste Anhörung zur „Hirmerei“ könnte so eine Gelegenheit sein. Wann damit zu rechnen ist, kann Projektsprecher Philipp Heimerl im Moment aber nicht sagen. Er erklärt auf Hallo-Nachfrage: „Nach den bereits erfolgten Rückmeldungen zum Vorhaben wurde an verschiedenen Stellen eine Überarbeitung der Pläne vorgenommen. Aufbauend auf diesem neuen Stand wird nun die weitere Behördenbeteiligung und auch die Behandlung im Bezirksausschuss durchgeführt werden.“

Anschließend müsse der Stadtrat über den Billigungsbeschluss entscheiden. Zu einem Baubeginn könnten daher noch keine Aussagen getroffen werden. „Wir stehen jedoch im Austausch mit den zuständigen Behörden für die Sanierung des Tunnels Allach, um für beide Projekte einen möglichst reibungslosen Bauablauf zu gewährleisten“, sagt Heimerl. Auf dem etwa 1,6 Hektar großen Grundstück soll ein Quartier mit 233 Wohnungen sowie einer Kindertagesstätte entstehen.

S-Bahn-Nordring: Zeitplan offen

Derzeit ist die DB Netz beauftragt, einen Pendelzugverkehr vom Münchner Westen über den Nordring zum Forschungs- und Innovationszentrum von BMW an der Knorrstraße zu planen – den sogenannten S-Bahn-Nordring. Aktuell wird nach Auskunft einer Bahnsprecherin „hierfür die betriebliche Aufgabenstellung als Grundlage für die weiteren Planungen erstellt und mit dem Freistaat Bayern abgestimmt“.

Näheres zu einzelnen Bauabschnitten oder zum Zeitplan kann sie derzeit nicht sagen. Erst nachdem die Planung abgeschlossen und gegebenenfalls ein Planfeststellungsverfahren erfolgt sei, entscheide der Freistaat über eine Realisierung. „Aus diesen Gründen ist es uns aktuell nicht möglich, einen Termin für die Inbetriebnahme zu nennen“, erklärt die Sprecherin. Informationen zu dem Vorhaben, welches der Freistaat finanzieren soll, gibt es unter: www.bahnausbau-muenchen.de/projekt.html?PID=88.

Mit dem Hallo München-Newsletter täglich zum Feierabend über die wichtigsten Geschichten aus der Isar-Metropole informiert.

Auch interessant

Kommentare