Mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung

München verleiht Geschwister-Scholl-Preis an US-Comic-Autor Joe Sacco ‒ Erste Auszeichnung für Graphic Novel

Der Geschwister-Scholl-Literaturpreis geht in diesem Jahr an den US-Comic-Autor Joe Sacco.
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Der Geschwister-Scholl-Literaturpreis geht in diesem Jahr an den US-Comic-Autor Joe Sacco.

Der Geschwister-Scholl-Preis wird für herausragende Autoren-Leistungen verliehen. Erstmals ist ein Comic-Autor der Preisträger - für das Graphic Novel „Wir gehören dem Land“.

Der Geschwister-Scholl-Literaturpreis geht in diesem Jahr erstmals an einen Comic-Autor. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung erhält 2021 der US-Autor Joe Sacco für sein Buch „Wir gehören dem Land“, teilten die Landeshauptstadt München und der bayerische Landesverband des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, die den Preis gemeinsam alljährlich vergeben, am Freitag mit. In dem Buch wird die Weltsicht der Dene, eines Volks von Ureinwohnern in Kanada, thematisiert.

Sacco hatte sich den Angaben zufolge zuvor mit seinem „Comic-Journalismus“ vor allem als zeichnender Berichterstatter aus
Kriegs- und Krisengebieten einen Namen gemacht. Er nehme mit seinen Comics eine rückblickend-historische Perspektive ein. Mit seinem neuen Buch habe er seinen Themenkreis erweitert, hieß es. Unter anderem beschreibe er den Kampf der Ureinwohner gegen die Ausbeutung ihrer Heimat, etwa für die Gewinnung fossiler Brennstoffe.

Zeichnung aus dem Buch «Wir gehören dem Land» des US-Autors Joe Sacco.

Graphic Novel „Wir gehören dem Land“ - Geschwister-Scholl-Preis geht an US-Comic-Autor Joe Sacco 

Der Geschwister-Scholl-Preis wird seit 1980 vergeben. „Sinn und Ziel ist es, jährlich ein Buch jüngeren Datums auszuzeichnen, das von geistiger Unabhängigkeit zeugt und geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen, intellektuellen und ästhetischen Mut zu fördern und dem verantwortlichen Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse zu geben“, heißt es in der Mitteilung.

Zu den Preisträgern gehörten bisher so namhafte Autoren wie Rolf Hochhuth, Joachim Gauck, Saul Friedländer oder Anna Politkowskaja. Im vergangenen Jahr war die iranisch-amerikanische Autorin Dina Nayeri für ihr Buch „Der undankbare Flüchtling“ ausgezeichnet worden.

dpa/jh

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