Corona: Schub und Bremse für VHS-West

VHS München West: Rückgänge um bis zu 80% – Präsenzangebote wieder ab 19. April?

Im Stadtbereichszentrum West der Volkshochschule an der Bäckerstraße in Pasing hofft man derzeit darauf, dass ab 19. April wieder Präsenzveranstaltungen möglich sind.
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Im Stadtbereichszentrum West der Volkshochschule an der Bäckerstraße in Pasing hofft man derzeit darauf, dass ab 19. April wieder Präsenzveranstaltungen möglich sind.

Die Münchner VHS-West hat bis zu 80 Prozent weniger Besucher bei Viertelkursen. Wie die Münchner Volkshochschule durch die Corona-Pandemie kommt.

München-West - Man lernt nie aus. Dieser Leitspruch der Erwachsenenbildung bestätigt sich in der Pandemie ganz besonders auch für Münchens größten Anbieter in diesem Bereich: die Volkshochschule, die jetzt ihr neues Frühjahrs- und Sommerprogramm gestartet hat.

Mit Präsenzveranstaltungen rechnet die MVHS nach jetzigem Stand frühestens ab Montag, 19. April. Schwierige Vorzeichen für die Zentren in den Vierteln, die aktuell deutlich weniger Nutzer verzeichnen, weiß Michael Widl-Stüber, Stadtbereichsleiter der VHS im Münchner Westen.

Dort sind die Belegungen im Herbst/Winter-Programm 2020/2021 „quer durch alle Fachgebiete“ im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 54 Prozent zurückgegangen.

Mit 80 Prozent Rückgang besonders betroffen waren die Kurse und Veranstaltungen zu Stadtviertelthemen. Für Widl-Stüber kein Wunder: „Dieser Programmteil besteht zu einem Großteil aus Führungen, themenbezogenen Fahrradtouren, Betriebsbesichtigungen und ähnlichem. Diese Kursformate konnten aufgrund der Corona-­bedingten Einschränkungen zum größten Teil schlicht nicht stattfinden.“

Wo es ging, wurde auf Online-Angebote umgestellt

Und wo Präsenzveranstaltungen möglich waren, mussten die Teilnehmerzahlen reduziert werden. „Konnten zum Beispiel bislang in einem Raum im Stadtbereichszentrum Pasing bis zu 25 Personen unterrichtet werden, so ist das unter Pandemie-Bedingungen nur mit bis zu zwölf Personen möglich“, erklärt er.

Wo es ging, wurde deshalb auf Online-Angebote umgestellt – münchenweit ab Mitte März vergangenen Jahres. „2020 haben wir es geschafft, an der gesamten MVHS mehr als 2500 Veranstaltungen online fortzuführen, teilweise auch neu anzubieten.

Das erforderte eine große Kraftanstrengung. Aber das Ergebnis zeigt, dass sich dieser Aufwand gelohnt hat“, sagt der Stadtbereichsleiter gut ein Jahr später.„Die Digitalisierung hat einen Riesenschub bekommen. Und das wird auch nach der Pandemie bleiben.“

Widl-Stüber nennt einige Positiv-Beispiele: „An einem Vortrag über Schloss Nymphenburg hätten im Neuhauser Trafo normalerweise 16 Besucher teilnehmen können, online waren es über 40.“

Auch im VHS-Stadtteilzentrum im Neuhauser Trafo an der Nymphenburger Straße hofft man derzeit darauf, dass ab 19. April wieder Präsenzveranstaltungen möglich sein werden.

Andere Veranstaltungen wie ein Klavierkonzert und eine Krimilesung nutzten Zuhörer weit über München hinaus, so aus Berlin oder Belgien.

Zudem bekam der VHS-Leiter positive Resonanz von älteren und mobilitätseingeschränkten Münchnern, für die der Weg in ein Stadtteilzentrum zu beschwerlich gewesen wäre, eine Online-Teilnahme dagegen nicht.

Für die Zukunft sind daher sogenannte Hybrid-Formate mit einer Kombination aus Präsenz- und Online-Angeboten ein wichtiges Thema. „Wir sind gerade dabei, das Herbstsemester vorzubereiten, und wollen das gerne ausprobieren.“

ul

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